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Osh

Storie von: arne, am 30.10.2002 ]

Derart facettenreich und kompromisslos präsentieren sich nur wenige Bands im deutschen Underground-Metal. OSH sind hörbar anders und gehen unverkennbar einen eigenen Weg. Der Beiname der Band lautet "Masters Of Progressive Grind Rock", wobei OSH weder eine Grind-Kombo noch ein Progressive-Act sind...

 
"Osh bedeutet für uns, ständig gegen Windmühlenflügel zu kämpfen, aber auch jede Menge Spaß, Selbstverwirklichung und Rock'n'Roll!" antwortet mir Sänger Stephan auf meine Frage, wofür bei den Musikern die eigene Band steht.

Die Gruppe stammt aus der "norddeutschen Provinz", setzt sich aus "unterschiedlichen, eigenwilligen und starrköpfigen Individuen" zusammen und hat gerade mit "Red Universum" ihren zweiten Longplayer in Eigenproduktion vorgelegt. "Masters of Progressive Grind Rock" ist der Beiname von OSH. Mit diesem Term wurden sie einst in einer Review bedacht und die vier Musiker finden diese Einordnung passend; haben sie übernommen.

Dennoch sollte man sich von den bloßen Worten nicht täuschen lassen; OSH sind weder eine Grind-Band noch ein Progressive-Act. Das Quartett verfolgt nicht eine mögliche Metal-Spielart sondern (fast) alle denkbaren auf einmal. Metal ist der kleinste gemeinsame Nenner dessen, was die Musiker mit ihren zwölf Songs (plus 2Unlimited-Cover) anbieten. OSH sind mit Sicherheit keine alltägliche Band und allemal interessant. Ihre Songs sind extrem breit angelegt und werden immer wieder um schönen Percussion-Einsatz erweitert und ausgebaut:

"Wir haben von Anfang an unser eigenes Ding gemacht und Wert darauf gelegt, dass jeder Song anders klingt. Dabei haben wir uns nie irgendwelchen Klischees oder Trends gebeugt. Darauf bin ich stolz." Das Quartett besteht in konstanter Besetzung seit nunmehr zehn Jahren und hat sich auch "ohne den großen, durchschlagenden Erfolg, z.B. in Form eines Plattenvertrages" bisher nicht unterkriegen lassen. Warum auch? Die Musiker haben hörbar viel Spaß an der eigenen Musik und die ganz eigene Mixtur der vier findet kaum vergleichbare Kapellen.

Vor kurzem hatte ich Tendencia interviewt und rein geistig scheinen beide Gruppen verwandt. Auch OSH gehen mit einer gewissen Do-It-Yourself-Einstellung zu Werke, schaffen fast alles im Alleingang, sind sehr unkonventionell und unverkennbar eine eigenständige Band.

Da ich mir nur schwerlich die Reaktionen von MetalHeads auf Konzerten vorstellen konnte, bat ich Stephan mir von einer Live-Show der Band zu erzählen:

"Fast nichts amüsiert mich mehr, als wenn wir vor einem Auftritt meine Kongas, Bongos usw. Richtung Bühne schleppen und von ach so "trueen" oder "blacken" Metallern schief angekuckt werden. Wir selbst sehen ja überhaupt nicht mehr nach Metallern aus, und so blasen wir diese Leute natürlich ziemlich weg, wenn wir dann doch unerwartet heftig loslegen."

...und heftige Abgeh-Parts, Knüppel- wie Schrammel-Passagen, gibt es bei OSH einige: "Wir sprechen auf jeden Fall nicht EIN Publikum EINER bestimmten Szene an, sondern eigentlich alle Leute, die auf ehrlichen Rock mit tiefer, harter Gitarre stehen und sich gerne überraschen lassen. Wer einfach nur gerne zu Musik abgeht oder sie hört ohne ständig wissen zu müssen, ob das nun Death Metal, Rock, Grindcore, Jazz oder was auch immer ist, der ist mit OSH gut beraten. Wir erleben es live immer wieder, dass uns einzelne Leute sagen "Ich bin eigentlich Metal-Hasser, aber euch fand ich geil!" Seid open-minded und habt Spaß an der Vielfalt!"

Progressiv ist die Band auch eher im eigentlichen Wortsinn: "Wir scheuen uns nicht davor neue Wege zu beschreiten, Genregrenzen einzureißen; einfach ohne Scheuklappen an unsere Stücke heranzugehen. Obwohl das ja musikhistorisch ein uralter Hut sein sollte, empfinde ich das bei aller Bescheidenheit und gerade in Zeiten zunehmender Schubladisierung als fortschrittlich."

Das geht mir ähnlich und gerade wohl deshalb sprechen mich OSH an. Kaum etwas ist vorhersehbar und die Musiker überraschen immer wieder auf's Neue. Die eigene Position in der deutschen Musiklandschaft kann Stephan aber nicht benennen: "Das zu wissen wäre wahrscheinlich der Schlüssel zur erfolgreichen Selbstvermarktung."

Egal, OSH sind schon jetzt eine richtig gute Band, die über kurz oder lang ein Label und größere Anerkennung finden wird. Da bin ich mir sicher!
 
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