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At The Farewell Party

Storie von: arne, am 08.11.2009 ]

Mit „Infinity Is Miles Away” legen AT THE FAREWELL PARTY ihr Vollzeit-Debüt vor. Dieses entwickelt sich im Spannungsfeld zwischen emotionalem Punk und rockendem Hardcore. Das Quintett aus Frankfurt am Main entkoppelt sich auf geschickte Art und Weise von den gängigen Hart-Zart-Schemen und anderen Emo/Screamo-Bands, indem es durchgängig erwachsen und mit Anspruch agiert.

 
„Wir alle spielten früher in anderen Bands und waren mit anderen Stilen unterwegs,“ erklärt es Gitarrist Fabian. „Gefunden haben wir uns, weil jeder mit seinem damaligen Projekt unzufrieden war und nach etwas anderem gesucht hat. Drei von uns starteten die neue Formation. Die zwei übrigen Mitglieder stießen schnell hinzu. Es war uns von Anfang an klar, dass es diesmal mehr als ein Hobby werden würde. So wurde aus dem Projekt ein Lebensinhalt, wobei jeder alles gibt und weder Kosten noch Mühen scheut. Wir ziehen alle an einem Strang, um mit unserer Musik etwas zu erreichen. Diese Einstellung hat sich in den zweieinhalb Jahren bis heute gefestigt.“ Schon mit ihrer MCD „The Mechanism Of Bad Taste” hinterließen AT THE FAREWELL PARTY einen guten Eindruck. Bis hin zum Vollzeit-Debüt sollten aber noch einmal zwei Jahre verstreichen. Das Warten hat sich gelohnt. Mit „Infinity Is Miles Away” erscheint ein treibendes, dynamisches Album, das die positiven Eindrücke der voran gegangenen MCD bestätigt und übertrifft: „Wir waren sehr überrascht, wie gut „The Mechasism…“ angekommen ist,“ so der Gitarrist. „Die Aufnahmesession hatten wir bei unserem ersten Band-Contest gewonnen. Da wir zu dem Zeitpunkt erst sechs Songs geschrieben hatten, fiel die Entscheidung nicht schwer, diese aufzunehmen.

Erstaunlicherweise hatte sich unser Name schon herumgesprochen. Die Release-Show war ausverkauft, und Ampire Records, ein Label aus Frankfurt, zeigte sich sofort interessiert. Dieser Katapultstart hat uns ziemlich umgehauen.“ …und beflügelt, mit noch mehr Motivation und Engagement weiter zu machen. AT THE FAREWELL PARTY wählten für ihre Entwicklung den „harten Weg“ und spielen kontinuierlich Shows: „Bist du Support-Act, kommt es darauf an, den Leuten einzuheizen, die eigentlich für den Headliner gekommen sind,“ weiß Fabian. „Bei den bisherigen Shows konnten wir immer überzeugen, weil es mit den Bands, mit denen wir auf Tour waren, immer gut gepasst hat. Fast immer sind wir auf ein angenehm überraschtes Publikum getroffen.“

Dabei ist das Quintett nicht die einzige Kapelle, die emotionalen Punk und rockenden Hardcore verbindet. Dennoch ist es den Musikern gelungen, eigene Trademarks zu entwickeln: „Das ist schön zu hören,“ bedankt sich Klampfer Fabian. „Leider werden wir oft 1:1 mit anderen Bands verglichen, weil sich unser Sänger anhört wie dieser, weil wir aussehen wie jener, weil da Sterne auf unserem Cover sind, genau wie bei denen oder jenen und bei denen auch. Wenn man lange genug sucht, findet man immer Parallelen. Was uns als Band ausmacht, sind vom Auftreten her


unsere immense Live-Präsenz und musikalisch ein eingängiger Sound, der auch Leuten aus anderen Musikrichtungen gefallen kann, ohne dabei auf fette (Punk)Rock-Stilmittel und kantige Riffs zu verzichten.“ Die Hessen stellen auf „Infinity Is Miles Away” ihre melodische Fokussierung immer wieder ins Zentrum der Stücke und kreieren natürlich-charmante Hymnen mit Nachhaltigkeitspotenzial. Das hat aber weder mit Kalkül noch mit dem Vermeiden experimenteller Soundscapes zu tun. Es ist das Feld, in dem AT THE FAREWELL PARTY „ihre Momente“ finden, und auf dem sie gut sind. Die Orientierung an Trends oder kommerzielle Absichten sind den Musikern dabei fremd:

„Der Markt für Tonträger ist ziemlich eingebrochen. Das spürt man auf beiden Seiten. Die Industrie klammert sich am alten System fest und zerrt massenhaft Internetpiraten vor Gericht. Die Künstler wiederum sehen die Schuld teilweise bei sich und versuchen, sich neu zu orientieren. Sie setzen entweder auf die Masse und versuchen im Mainstream mitzuschwimmen oder wenden sich der Nische zu, wo Musik noch als Kunst verstanden wird und die Fans loyal sind,“ analysiert Fabian. „Unserer Meinung nach darf man sich dadurch aber nicht in eine Ecke drängen lassen. Wir sind in dem Punkt zwar noch nicht so erfahren, „Infinity Is Miles Away“ ist unser erstes Album, doch wir wissen, dass man sich mit seiner Musik nur durchsetzen kann, wenn man sein eigenes Ding durchzieht. Wir wollen rückblickend niemals sagen müssen „Naja, der Sound war damals halt so in Mode.““

Die Hessen setzen viel eher auf eine nachvollziehbare, natürliche Entwicklung: „Auf dem Album finden sich die drei Phasen unseres Schaffensprozesses wieder. Erstens haben wir ältere Songs, die sich schon auf der EP befanden, überarbeitet und neu eingespielt. Zweitens haben wir neue Songs, die schon eine ganze Weile existieren und fester Bestandteil unseres Livesets sind, endlich aufgenommen. Und drittens haben wir einige völlig neue Songs direkt im Studio geschrieben. Am Ende hatten wir 16 Titel zusammen. Zwölf von ihnen ergaben eine in sich stimmige Dramaturgie und haben es auf das Album geschafft. Songtitel und Lyrics bauen aufeinander auf. Die Reihenfolge ist also nicht willkürlich. Unsere Lieblingstextzeile aus dem Song ,Into Misery’ wurde dann zum Albumtitel. „Infinity Is Miles Away“ umschreibt das Gesamtkonzept des Albums treffend.“

Unterhaltungswert und Abwechslung entstehen da ganz von selbst. AT THE FAREWELL PARTY haben alles richtig gemacht und stehen an der Schwelle zu einer großen Karriere. Wenn denn das nötige Quentchen Glück dazu kommt.

 
 Links:
  atthefarewellparty.de
 
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