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The Red Chord

Storie von: arne, am 24.10.2009 ]

Mit ihrem „Fed Through The Teeth Machine” treten THE RED CHORD den Beweis an, dass es noch immer möglich ist, mit vergleichsweise einfachen Stilmitteln einen krassen Sound zu kreieren. Die zum Quartett geschrumpfte Kapelle aus Boston bemüht einen überschaubaren, „old schooligen“ Ansatz, der vor allem auf der Interaktion zwischen Death Metal und Grindcore basiert.

 
„Probleme“ bereitet den Musikern inzwischen ihr Alter, wie Shouter Guy Kozowyk erzählt: „Als Band sind wir schon eine Zeit lang unterwegs. Das schließt es im Grunde aus, dass wir uns selbst komplett neu erfinden werden. Kids sind aber immer auf der Suche nach etwas Neuem, etwas Frischem, das sie noch nicht kennen. Da stößt man als ältere Gruppe automatisch an Grenzen. Schon allein deshalb, weil Kids Bands lieber mögen, deren Mitglieder ungefähr ein Alter wie sie selbst haben. Das ist bei uns nicht mehr der Fall, so dass wir durch das Raster fallen. Bands wie Job For A Cowboy, Suicide Silence oder The Faceless haben es einfacher, wobei die Akzeptanz und Beachtung, die sie erhalten, auch Gruppen wie Dying Fetus, Cannibal Corpse und uns helfen. Wichtig ist, dass Death Metal präsent bleibt.“

Zum alten Eisen zählen die Bostoner noch lange nicht, und auch den Vergleich mit den genannten Deathcore-Lieblingen bestehen sie. Kozowyk und seine Kollegen sind hörbar angepisst und reagieren auf die eigene Frustration mit direkten, unerbittlichen Salven: „Im Songwriting haben wir nichts überstürzt und uns die nötige Zeit genommen, gute Songs zu schreiben,“ so der Shouter. „Es passierte ganz von alleine, dass wir schneller, härter und wütender geworden sind. Da musste etwas raus, das sich in uns angestaut hatte. Hinsichtlich der Songstrukturen ist es bei uns schon immer so gewesen, dass wir nicht zu sehr auf Rhythmen, Breaks und Technik setzen. Wenn es sich anbietet, können wir all das integrieren, doch zunächst ist es unser Anliegen, möglichst direkt und angriffslustig zu sein. Wichtig ist, dass die Stücke ausgewogen arrangiert sind und der Sound nicht zu einseitig ausfällt. Es gibt durchaus Momente, in denen man komplex und abgedreht sein kann, doch man darf es nicht übertreiben und braucht Gegensätze, die sie ausgleichen. „Fed Through The Teeth Machine” weist mehr Atmosphäre, Gefühl und mehr


unterschiedliche Riffs als seine Vorgänger auf.“

Die tragenden Songideen sind so prägnant und reduziert, dass THE RED CHORD vor allem bissig und straight wirken. Ähnlich Coalesce legen es die Bostoner nicht darauf an, unbedingt crazy oder besonders aufzuspielen. Diese Wirkung tritt ganz von selbst ein, denn die Musiker kanalisieren ihre Wut auf die Art und Weise, die ihnen vertraut ist: „Als wir mit der Arbeit an der neuen Platte begannen, waren wir auch bereit dazu,“ so Kozowyk. „Wir wollten sie machen, was eine komfortable Situation ist. Wir unterlagen nicht dem Zwang, ein neues Album machen zu müssen, wie es bei vielen anderen Bands der Fall ist. Wenn man mit Leidenschaft und Spaß bei der Sache ist, wird es automatisch gut. Es braucht einer relaxten Atmosphäre, um wirklich kreativ zu sein. Man kann schließlich nichts erzwingen. Als wir fertig waren, wussten wir, dass wir einen Sound geschaffen haben, der unsere Zukunft sein wird. Und auch als Einheit sind wir noch enger zusammen gewachsen. Wir sind voller Optimismus und überzeugt, dass wir noch lange beisammen sein werden. Es war wie ganz zu Beginn, als wir die Band als Haufen von Freunden gegründet haben. Es ging darum, uns selbst zu unterhalten und Spaß zu haben. Freundschaft zwischen allen Beteiligten ist wichtig, gerade wenn man lange auf Tour ist.“

Und doch sind mit Gitarrist Mike und Shouter Guy nur zwei der ursprünglichen Mitglieder bis heute an Board geblieben: „Vielleicht ist der beständige Wechsel einer der Gründe für unsere Langlebigkeit. Es ist interessant, andere Leute und ihren Songwriting-Stil kennen zu lernen und mit der eigenen Arbeitsweise zu kombinieren. Langweilig war es bei uns nie, und so ging der Spaß nie verloren. Über die Jahre haben wir uns einen Sound erarbeitet, der ein Stück weit einzigartig ist. Darauf sind wir stolz, genauso wie auf die Tatsache, dass es THE RED CHORD noch immer gibt.“

 
 Links:
  myspace.com/theredchord
 
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