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Theory Of A Deadman

Interview von: Dominik Szelinski mit Dean Back, am: 12.10.2009 ]

„Rockgiganten Undercover“, so oder so ähnlich lautet das Motto für die aus dem kanadischen Vancouver stammenden THEORY OF A DEADMAN, wenn sie in europäischen Breiten unterwegs sind. Seltsam ist es schon, dass eine Band jenseits des Atlantischen Ozeans derart erfolgreich ist und zeitgleich auf ihrer ersten Headliner-Tour in Deutschland eher kuschelige Clubs beschallt. Die 2001 gegründete Band um Sänger, Gitarrist und Songschreiber Tyler Connolly hat mit ihrem dritten Album “Scars & Souvenirs” mit mehr als 80.000 verkauften Einheiten Platin in ihrer Heimat Kanada und Dank der 500.000 verkauften Platten Gold in den Vereinigten Staaten erreicht. Dennoch bleiben in Europa und somit auch Deutschland noch unzählige Fans zu entdecken und zu begeistern. Bassist Dean Back erklärt im Interview, wie es sich für die Top-Seller darstellt, einen gefühlten Neustart zu meistern.

 

Theory Of A Deadman: Wir wussten nicht wirklich, was uns erwartete. Wir kommen gerade aus Großbritannien, wo es schon großartig lief. Auch die Ticketverkäufe für die Shows hier in Deutschland laufen bis jetzt sehr sehr gut. In Hamburg vorgestern war die Hütte vollgepackt, heiß und verschwitzt. Das ist fantastisch.

Musicscan: Der Unterschied muss ja enorm sein, da ihr von euren Shows in Kanada und den Vereinigten Staaten sicher größere Locations gewohnt seid.

Theory Of A Deadman: Wir hatten mit “Scars & Souvenirs“ das große Glück, in Amerika und Kanada sehr erfolgreich zu sein. Aber es macht wirklich Spaß zurück zu gehen in die kleinen Clubs, wo es alles einmal begonnen hat. Hier eine Fanbase aufzubauen ist spannend für uns.

Musicscan: Unterscheiden sich denn die Fans aus USA / Kanada und die europäischen?

Theory Of A Deadman: Ja, das finde ich wirklich. Das europäische Publikum scheint mehr Wissen über Musik zu haben und ist leidenschaftlicher. Die Leute in Amerika wollen sich einfach nur amüsieren. Aber Musik ist ein weltweites Phänomen und so lange sich die Leute mit der Musik verbunden fühlen und Spaß haben, sind wir zufrieden. Für uns liegt der Fokus jetzt klar in Europa. Wir wollen hier spielen und eine starke Fangemeinde aufbauen.

Musicscan: Vergangenen Sommer seid ihr im Rahmen der Crüe Fest 2 -Tour sechs Wochen lang mit Mötley Crüe, Godsmack und Drowning Pool durch die Vereinigten Staaten gereist und habt allabendlich über 10.000 Leute begeistern können. Heute Abend spielt ihr in einem Laden mit etwas über 500 Zuschauern Kapazität. Wie fühlt sich das an?

Theory Of A Deadman: Als wir anfangs die Tour planten, wollten wir eigentlich auch nur mit einem Van und einem Anhänger reisen. Wir hätten uns dann um alles selbst gekümmert und auch unser Equipment selbst verladen und sowas. Glücklicherweise lief der Ticketverkauf wirklich gut, so dass wir uns einen Bus erlauben konnten. Wir hätten selbst im Van geschlafen, wenn es hätte sein müssen, aber so haben wir jetzt einen Platz zum schlafen. Wir hatten aber keine Angst, das so durchzuziehen, weil wir uns hier blicken lassen wollten. Wir haben schon immer hart gearbeitet und was immer nötig gewesen wäre, wir hätten es getan.

Musicscan: Wenn ihr, wie jetzt gerade auch, unterwegs auf Tour in der ganzen Welt seid, was macht ihr, um euch zwischendurch abzulenken?

Theory Of A Deadman: Wir hören natürlich sehr viel Musik. Ich habe die Tage vor der neuen Alice In Chains gestanden und die ist wirklich super. Ich bin ein großer Fan der Band Clutch - eine großartige Band und dann einige kanadische Bands wie Priestess, wirklich gutes Zeug. Wenn wir zuhause mit unserem eigentlichen Bus unterwegs sind, spielen wir sehr viel NHL Hockey auf der Play Station. Wir sind riesige Hockey-Fans und die Hockey-Season hat vor zwei Tagen wieder begonnen. Das fehlt uns hier natürlich ein wenig, aber zum Glück kann man die Spiele im Internet ansehen, so dass wir uns die anschauen. Als wir gestern auf dem Masters Of Rocks in Augsburg gespielt haben, konnten wir das Spiel der Canucks, unserem Heim-Team streamen. Wir bleiben da also auf dem Laufenden.

Musicscan: Für euer selbstbetiteltes Debüt hattet ihr noch sehr prominente Hilfe in Form von Chad Kroeger (Nickelback). Mittlerweile steht mit “Scars & Souvenirs“ das dritte Album in den Läden und ihr scheint diese Hilfe garnicht mehr zu brauchen.

Theory Of A Deadman: Im Laufe der Jahre haben wir gelernt, wer wir sind und worum es uns geht. Wir sind bessere Songwriter geworden und haben eine Menge Selbstvertrauen gewonnen. Auf “Scars & Souvenirs“ kann man den Spaß hören, den wir haben. Songs wie ‘Bad Girlfriend’ und vor allem ‘Hate My Life’ zeigen unseren Sinn für Humor. So etwas konnten wir auf den vergangenen Alben nicht tun. Beim ersten Album haben wir viel von Chad gelernt und er hat uns geholfen, einen Fuß in die Türe zum Musik-Business zu bekommen. Aber wenn Du es als Band schaffen willst, musst Du auch in der Lage sein, selbstständig zu sein. Uns zu lösen, war ein großer Schritt und der Beweis für uns als Band, dass Chad uns nicht weiter helfen musste.

Musicscan: Auch wenn man sich Tylers Songtexte anhört, scheint sich etwas geändert zu haben für Euch. Zuvor klang er sehr verbittert und heute scheint er ein wenig zufriedener zu sein und schreibt auch einige sehr witzige Texte.

Theory Of A Deadman: Wir sind alle erwachsener geworden und sind einfach besser dran und glücklicher. Tyler ist jetzt verheiratet und wir haben alle unsere Freundinnen. Da Tyler die Texte schreibt, ist es seine Stimmung, welche die Songs beeinflusst. Er ist einfach ein glücklicherer Type heute.

Musicscan: Habt ihr einen Einfluss auf die Themen der Songs, oder überlasst ihr Tyler das Schreiben der Songtexte komplett?

Theory Of A Deadman: Nicht wirklich, nein. Ich finde, dass Songtexte etwas persönliches sein sollten. Sie sollten vom Sänger sein und etwas, das er fühlt, wenn er singt. Bei einem Song wie ‘Hate My Life’ ist eben das schöne, dass sich jeder damit identifizieren kann. Jeder hat mal einen schlechten Tag. Während der Konzerte ist das einer der beliebtesten Songs, wo einfach jeder Mitsingen und den Mittelfinger in die Luft strecken kann.

Musicscan: Ihr habt seit eurer Gründung 2001 als Quartett den Posten des Schlagzeugers mehrmals besetzt und mittlerweile ist THEORY OF A DEADMAN offiziell ein Trio. Gibt es Pläne, diese Position einmal neu zu besetzen, oder reichen euch Live- und Session-Drummer?

Theory Of A Deadman: Wir wollen den Posten schon gerne neu vergeben. Joey Dandeneau, unser derzeitiger Drummer, begleitet uns schon seit 2007 und wir kommen fantastisch miteinander aus. Dazu ist er ein wirklich guter Schlagzeuger. Ich bin jetzt schon gespannt darauf, ihn in den Entstehnungsprozess für ein neues Album einzubeziehen. Beim Schreiben von “Scars & Souvenirs” war er noch nicht beteiligt. Derzeit gibt es also keinen Grund, nach jemand anderem zu suchen. Joey ist unser Mann.

Musicscan: Das Konzert am Abend stellt eindrucksvoll unter Beweis, warum THEORY OF A DEADMAN jenseits des Atlantiks eine derartige Popularität geniessen. Die Location ist nahezu ausverkauft und viele hundert glückliche Gesichter strömen in die Nacht. Sie werden im Frühling wiederkommen, dass versprach Frontmann Tyler noch auf der Bühne und niemand wird bezweifeln, dass der Rahmen dann sicher kein so kleiner mehr sein wird.

 
 Links:
  myspace.com/theoryofadeadman
 
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