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The Black Dahlia Murder

Storie von: arne, am 16.09.2009 ]

Vor zwei Jahren haben THE BLACK DAHLIA MURDER mit ihrem „Nocturnal” die Herzen traditioneller Metalheads erobert, nachdem die Band zu Beginn ihrer Karriere zu Unrecht als Deathcore-Kapelle galt. Das straff-brutale Viertwerk „Deflorate“ lässt keinen Zweifel daran, dass der Fünfer durch und durch Death Metal ist. Erstmals in ihrer Karriere leisteten sich die Musiker aus Detroit den Luxus, zwei Alben in ein und demselben Line-Up einzuspielen.

 
Für die sympathische Brutalo-Kombo geht es seit ihrer Gründung stetig aufwärts. Die Jungs aus Michigan haben die „schwarze Wolke“ hinter sich gelassen, die in früheren Tagen regelmäßig Pech und Unruhe brachte: „Diesbezüglich hat sich die Situation für uns deutlich verbessert,“ bestätigt es Shouter Trevor Strnad. „Die letzten Line-Up-Wechsel und gravierenden Probleme auf Touren liegen schon einige Zeit zurück. Seit zwei Jahren können wir uns nicht mehr bescheren. Seit dem letzten Wechsel an der Gitarre haben wir ein festes Line-Up, das bestens aufeinander eingestellt ist. Ryan hat sich schnell integriert und das Songwriting der neuen Platte maßgeblich bereichert. Seine anspruchsvollen Soli und abgefahrenen Ideen haben uns geholfen, das nächste Level zu erreichen und uns zu entwickeln. Wohin das geführt hat, hört man auf „Deflorate“. Aktuell spielen wir die „Mayhem Festival-Tour“ an der Seite von Slayer, Marylin Manson, Killswitch Engage und Cannibal Corpse. Selbst hier läuft alles reibungslos, und die Leute feiern uns ab.“

THE BLACK DAHLIA MURDER haben längst die nötige Routine und extrem-brutale Songs, um vor jeder noch so anspruchsvollen Metal-Crowd zu glänzen. Akzeptanzprobleme, wie sie von Suicide Silence oder Despised Icon bewältigt werden müssen, hat das Quintett nicht zu fürchten:

„Das Deathcore-Label, das uns zu Beginn verfolgt hat, passte nie wirklich. Die Leute haben das schnell mitbekommen. Unsere Musik ist deutlich metallischer als die von Suicide Silence oder Despised Icon. Es gibt bei uns keine Breakdowns und solche Sachen, mit denen sie sehr stark arbeiten. Von Stilbezeichnungen und Klischees sollte man sich ohnehin fern halten. Wenn man allein auf sich selbst hört und macht, was einem gefällt und was man am Besten kann, läuft man gar nicht erst Gefahr, irgendein Label führen zu müssen. So ist es jedenfalls bei uns gewesen. Die Vorurteile haben sich schnell in Luft aufgelöst, und auch unser optisches Erscheinungsbild wirkt sich nicht mehr nachteilig aus. Anfangs haben uns die traditionellen Hörer gesehen und schon bevor wir mit dem Spielen anfingen, entschieden, dass wir nicht gut sein können. Während der Sets hat man dann schnell gesehen, dass ein Umdenken eingesetzt hat. Spätestens nach der Hälfte eines Auftritts wurden wir immer abgefeiert, schon zu den Zeiten von „Unhallowed“. Heute unterstützen uns die Fans von Beginn an.“

Die vierte Metal Blade-Scheibe von THE BLACK DAHLIA MURDER, „Deflorate“, setzt dort an, wo der Vorgänger endete, zeigt sich im Detail noch rabiater und zwingender. Die Hooklines und hintergründigen Melodien treffen stärker, während das Material insgesamt variabler ausfällt:

„Mit „Nocturnal“ haben wir auch


die letzten Zweifler von unseren Qualitäten überzeugt. Mit dem positiven Zuspruch, den wir erfahren haben, konnten wir nicht rechnen und waren lange Zeit richtig geplättet. Für die neue Platte standen wir nun allerdings vor der Herausforderung, die Erwartungen zu bestätigen und ein noch besseres Album vorzulegen. Bevor wir mit dem Songwriting starteten, hat uns das ganz schön unter Druck gesetzt. Rückblickend kann ich gar nicht sagen, wie es uns gelungen ist, wieder locker zu werden und zu beginnen. Was ich indes sagen kann, ist, dass wir uns selbst übertroffen haben und das Album unsere kühnsten Erwartungen übertrifft. Wir sind noch immer Baff, was uns da gelungen ist.“ Die Band aus Michigan hat das Songwriting auf mehrere Schultern verteilt, und das hört man. Direkt und brutal sind alle zehn Stücke des vierten Longplayers. In ihrer Entwicklung gibt es jedoch merkliche Unterschiede. Mal geht es Groove-betonter zu Sache. Mal erklingen tolle Gitarren-Soli, und der Fokus liegt auf dem Handwerk. Es dauert aber niemals lange, bis es in den nächsten Tempo-Vorstoß geht:

„Unser letzter Neuzugang, Lead-Gitarrist Ryan, hat zum ersten Mal einige der Stücke geschrieben. Doch auch unser Bassist Bart hat sich beteiligt und Tracks beigesteuert. Es zahlt sich aus, dass verschiedene Mitglieder am Songwriting beteiligt gewesen sind. Bei „Nocturnal“ ist es noch allein Brian (Gitarre) gewesen, der alles innerhalb kürzester Zeit geschrieben hat. Das hatte den Vorzug, dass die Stücke straff und zueinander gehörig ausfielen. Hinsichtlich der Variabilität hätten wir aber gerne nachgearbeitet, was uns verwehrt blieb. Für „Deflorate“ haben wir uns bewusst mehr Zeit genommen, und das Ergebnis spricht für sich. So sollte schon „Nocturnal“ klingen, auch wenn wir mit der Platte rückblickend mehr als zufrieden sind.“ Mit dem Zuspruch, den THE BLACK DAHLIA MURDER erfahren, sind auch die Ansprüche gewachsen, wie Trevor ausführt:

„„Nocturnal“ ist unser erstes professionelles Album gewesen und dient für alle seine Nachfolger als Benchmark. „Deflorate“ ist partiell progressiver und weist in den Riffs viele traditionelle Elemente auf. Die gab es stellenweise schon in der Vergangenheit, jedoch niemals bewusst und stringent. Egal, ob man sich das Songwriting oder die Produktion anschaut, wir haben uns unglaublich professionalisiert. Wir nehmen heute alle Parts mehrmals auf, sind nicht zu früh zufrieden und suchen jeweils den besten Take. Bei den Riffs ist es nicht anders, und auch an die Produktion haben wir heute weitaus größere Erwartungen. Noch vor einigen Jahren war alles neu und aufregend. Wir sind impulsiv und allein auf schnelle Ergebnisse aus gewesen. Das ist heute anders.“

 
 Links:
  myspace.com/blackdahliamurder
 
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