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The Psyke Project

Storie von: arne, am 31.08.2009 ]

Die aus Dänemark stammenden THE PSYKE PROJECT sind einer der bestgehütetsten Geheimtipps im Spannungsfeld zwischen noisigem Endzeit-Hardcore, Post-Metal, Progressive und Sludge-Core. Warum nur? Eigentlich gehört das Quintett aus Kopenhagen in den Fokus der breiten Öffentlichkeit und müsste in einem Atemzug mit Kalibern wie Neurosis, frühen Isis, Cult Of Luna, Breach, Bloodlet, Intronaut, Switchblade, Mastodon, etc. genannt werden.

 
„Unser Sound ist einem beständigen Wandel unterworfen,“ erzählt Gitarrist Christian Bonnesen. „Wir klingen immer wieder anders. Es ist so, dass wir unsere Stücke niemals wirklich beenden. An irgendeinem Punkt im Songwriting erkennen wir, dass wir unsere Idee so weit vorangebracht haben, dass wir den Song aufnehmen können. Das ist aber nur eine Zwischenetappe, denn auf Tour werkeln wir an den Stücken jeden Abend weiter. Einige der Songs von „Dead Storm“ klingen schon wieder ganz anders als zu der Zeit, als wir sie im Studio eingespielt haben. Das meint nicht, dass wir alles von Grund auf verändern, doch hier und da fügen wir etwas hinzu oder stellen einzelne Parts um, wenn wir denken, dass es den Track besser macht. Live lassen wir uns stets vom Moment inspirieren, so dass man nie weiß, was einen erwartet.“

Fest steht, dass jeder Hörer, der Kontakt mit den Nordlichtern hat, ihnen auch verfällt. Ebenso steht es fest, dass die Dänen konsequent kompromisslos aufspielen und es ihren Hörern nicht einfach machen. Der neue Longplayer ist dafür der beste Beweis. „Dead Storm“ ist unverdaulich, sperrig und rudimentär: „Es ist klar, das die neue Scheibe anders als „Apnea” klingt, denn als wir dieses Album geschrieben haben, waren wir andere Menschen und hatten andere Gefühle,“ so der Gitarrist. „Und doch finden sich auch einzelne Zitate wieder, denn man lernt von jeder Platte und behält irgendetwas bei. Was sich auf „Dead Storm“ stark ausgewirkt hat, sind die Live-Erfahrungen, die wir aus den letzten Monaten mitgenommen haben. Zusätzlich sind wir ganz bewusst zu der Idee eines verbindenden Konzeptes zurückgekehrt. Es war uns wichtig, ein zusammengehöriges Werk zu schaffen, dessen Stimmungen aufeinander aufbauen und miteinander in Verbindung stehen. Das einzige vorab definierte Ziel ist es gewesen, eine organische Einheit zu erschaffen.”

THE PSYKE PROJECT haben sich für ihr Konzeptalbum von der schroffen, lebensfeindlichen Natur Skandinaviens inspirieren lassen und vertonen zusätzlich überlieferte Mythen. Kein Wunder, dass die vierte


Platte der Musiker so bedrohlich, düster und bösartig ausfällt. Musik für Frohnaturen klingt jedenfalls anders, und um dieses zu bestätigen hat die Lifeforce-Kombo sogar die Melodien und eingängigen Momente ihrer früheren Releases auf ein Mindestmaß reduziert und noch dazu im Hintergrund versteckt: „Viele Bands schlagen sich mit dem Problem herum, dass ihre Songs irgendwann gleich klingen. Das wird uns nicht passieren, denn wir selbst sind unsere größten Kritiker,“ führt Christian Bonnesen aus.

„Unsere Einstellung ist frisch. Wir sind immer auf der Suche nach neuen Abenteuern und Sounds, denn wiederholen wollen wir uns nicht. Zentral stehen stets die Heaviness und Atmosphären, doch sonst ist bei und alles möglich. Der Sektor der extremen und genreübergreifenden Musik ist glücklicherweise noch jung, so dass man als Musiker vielfältige Möglichkeiten hat, Neuland zu betreten und eigene Spuren zu hinterlassen. Das Feedback auf unsere Veröffentlichungen zeigt, dass uns das gelingt und bestätigt uns, auf einem guten Weg zu sein. Wir sind optimistisch, dass wir auch weiterhin unsere Hörer finden werden, denn unsere Kreativität lässt nicht nach.“

Auf den ersten Eindruck hin ist „Dead Storm“ allein das, was der Titel verspricht und ein extremes Anti-Release, das Kraft zehrt. Erst auf den zweiten Blick offenbaren sich ästhetische Anmut und kreative Generalität, auf denen das Schaffen von THE PSYKE PROJECT ebenfalls fußt:

„Noch vor wenigen Jahren hat man CDs gekauft und sie so lange immer wieder gehört, bis man sie in- und auswendig kannte. Diese Zeiten sind vorbei. Man hat so viele Möglichkeiten Neues zu entdecken und wird auf verschiedenen Kanälen angesprochen, so dass es manchmal schon schwierig ist, sich auf ein Album zu konzentrieren und sich die Zeit zu nehmen, alle seine Songs kennenzulernen. Auch wenn ich kein Fan dieser Entwicklung bin, stelle ich selbst bei mir fest, dass sich mein Rezeptionsverhalten verändert hat. Hoffentlich kommt es bald zu einem Umdenken, denn gute Musik fordert Zeit zur Auseinandersetzung.“

 
 Links:
  thepsykeproject.dk
  lifeforcerecords.com
 
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