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Hackneyed

Storie von: arne, am 11.08.2009 ]

Mit ihrem starken „Death Prevails” debütierten HACKNEYED im letzten Jahr und platzierten sich augenblicklich in der vordersten Riege deutscher Death Metal-Kapellen. Der Coup glückte, weil die fünf Abtsgmünder mit ungestümen und technisch versierten Tracks zu überzeugen wussten und der Konkurrenz mutig den Schneid abkauften. Ein Jahr später sieht die Sache nun anders aus, denn „Burn After Reaping“ kommt nicht mehr ganz so unerwartet.

 
Das Zweitwerk der Süddeutschen entwickelt sich als variabel arrangiertes und beinhartes Death-Brett, das Genre-Freunde in Verzückung versetzen wird. Dem externen Erwartungsdruck hält das Quintett souverän stand und belegt überdies eine Weiterentwicklung. Die Mitglieder von HACKNEYED sind zwar immer noch nicht alle volljährig, doch als Musiker sind sie längst alte Hasen. Der Album-Titel ist nicht vom Hollywood-Streifen „Burn After Reading“ inspiriert. Dennoch lassen sich dessen Darsteller und das Line-Up spiegeln. Gitarrist Devin nimmt folgende Zuordung vor:

„Mir ist aufgefallen, dass John Malkovich in dem Film den Namen Osbourne Cox trägt. Der würde zu Tim (Drums) oder mir passen. Obwohl ich auch den Brad Pitt geben könnte. Er ist sportlich und sieht einfach gut aus, haha. Tim passt auch zu George Clooney. Er hat, wie auch George, im Mai Geburtstag. Richard Jenkins (der Vater aus Six Feet Under) ist der älteste der Schauspieler. Zu ihm passen Alex (Bass) und Phil (Vocals). Die beiden sind die alten Hasen in unserer Band. Juan (Gitarre) würde J.K. Simmons (der Boss von Peter Parker in Spiderman) Rolle übernehmen. Wenn wir auf Tour sind, wächst ihm schon nach einem Tag ein Schnauzer. Simmons trägt, glaube ich, auch öfters mal einen, haha!“

Hinsichtlich „Burn After Reaping“ fällt auf, dass die Tracks insgesamt etwas gemäßigter, geradliniger und traditioneller ausfallen. HACKNEYED geben nichts an Härte und Durchschlagskraft auf, positionieren sich im Detail jedoch neu: „Wir haben unser Konzept nicht bewusst umgekrempelt,“ meint Shouter Phil. „Für uns ist es einfach die zweite Platte. Im Gegensatz zu „Death Prevails” wusste aber jeder gleich, wo er im Studio Hand anlegen musste. Das hat alles ungemein erleichtert. Die gesparte Zeit haben wir später in Experimente und den Feinschliff der Platte gesteckt. Unser Produzent Corni Bartels (Killerpilze, End Of Green, Megaherz) war sehr geduldig, so dass wir oft bis spät in die Nacht an den Songs gearbeitet haben.“ Mark erweichende MidTempo-Parts, wohl dosierte Attacken und durchgängig bang-taugliche Grooves prägen „Burn After Reaping“: „Das mit dem MidTempo wäre mir jetzt gar nicht aufgefallen,“ entgegnet Drummer Tim. „Wir haben lange an den Songs gebastelt, bis jeder zufrieden war. Wir haben versucht, Konzepte in die Songs einzubringen, um zu erreichen, dass bei den Zuhörern auch etwas hängen bleibt. Es gibt Platten, die man anhört und super findet, aber gleich wieder vergisst. Unser Ziel war es, mit starken Melodien für eine nachhaltige Wirkung zu sorgen.“

Dem von Suicide Silence propagierten „Bring Back


The Headbang“ schließen sich HACKNEYED dennoch ohne zu zögern an: „Das ist uns auf jeden Fall sehr wichtig und viel besser als das ganze Violent Dancing-Zeugs,“ bekräftigt Shouter Phil. „Das macht die Atmosphäre kaputt und führt nicht selten zu Verletzungen, was absolut unnötig ist. Ich zettele schon mal keine Wall-Of-Death oder Circle-Pits an. Dann lieber headbangen, haha.“ Das impulsive Moment der ersten Platte tritt zugunsten eines klarer strukturierten Songwritings in den Hintergrund, und auch die grindigen Einsprengsel werden reduziert: „Unsere Erfahrungen und der routiniertere Umgang mit Musik haben das Songwriting von „Burn After Reaping“ stark geprägt,“ so Phil. „Wir können auf ein sehr erfolg- und ereignisreiches Jahr 2008 zurückblicken, welches unser Selbstbewusstsein und unsere Fähigkeiten auf den Instrumenten immens gesteigert hat. Wir haben das Glück, dass unsere beiden Brüder Tim und Devin gute Songwriter sind und gemeinsam viel Zeit in ihrem Probekeller verbringen. Die Beiden brachten viele Ideen und oftmals sogar fast fertige Songs mit zur Band-Probe. Als wir dann genügend Material für ein Album zusammen hatten, haben wir uns auf die Suche nach einem Studio gemacht, das zu uns passt. Die Weltraumstudios mit Corni Bartels an den Reglern waren eine optimale Wahl.“

Auffällig ist, dass die neuen Songs atmosphärisch sehr intensiv und melodisch gehalten sind. Selbst die Abgehpassagen bleiben stets eingängig, was den HACKNEYED-Stücken zu einer länger währenden Wirkung verhilft: „Es ist der Song als Ganzes, der es später ausmacht,“ erklärt Frontmann Phil. „Man muss es wie bei einem Bild sehen. Erst wenn alle Striche und Farben aufgetragen sind, wird ersichtlich, was der Künstler eigentlich mitteilen will. Für Musiker ist das mit ihren Songs genauso. Sie müssen auf jeden Fall Groove haben, damit nicht nur das Extreme durchschlägt. Auch ich bin ein ausgewiesener Fan von technischer Musik, aber manchmal wirkt diese einfach zu überladen und wird nur schwer eingängig. Selbst wenn man von einem Song beim Hören aus den Schuhen gehauen wird, bleibt er oftmals nicht lange im Kopf. Mit groovigen Parts und mit Melodien haben wir versucht, das zu verhindern, und für größere Wirkung zu sorgen.“

Wann ein Stück fertig ist, wissen die fünf Jungs von HACKNEYED ganz genau: „Wenn jeder beim Anhören ein fettes Grinsen im Gesicht hat, ist alles gut. Wir haben keine klar gesetzten Rezepte, wie ein Song sein muss, damit er in unser Raster passt. Es kommt allein auf die Wirkung an. Das ist sicherlich auch etwas, was „Burn After Reaping“ vielschichtiger macht.“

 
 Links:
  myspace.com/hackneyed
 
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