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Misery Signals

Interview von: Dominik mit Stuart Ross, am: 05.05.2009 ]

Elend, Not und Depression sind schon immer Themen, die besonders die harten Musikgenres beschäftigen und so wundert es auch eigentlich nicht, dass es mehr als eine Band gibt, die sich schon in ihrer Namensgebung damit auseinandersetzt. Für die Fans sorgt das oftmals für Verwirrung, aber wenn eine Band einen derart eigenständigen Sound fährt wie die Kanadier von MISERY SIGNALS, sollte es zu keinen Verwechslungen kommen.

 

Musicscan: Diesen Monat ist die Band zusammen mit Comeback Kid, Bane, Achitects und Outbreak in Deutschland unterwegs. Ein Package, das auf den ersten Blick für Irritationen sorgen könnte. Gitarrist Stuart Ross klärt uns auf, wie es dazu kommt.

Misery Signals: MISERY SIGNALS haben in der Hardcore-Szene als Hardcore-Band begonnen. In den letzten Jahren erst haben wir einige Metal-Touren gespielt. Es geht allerdings weniger darum, nur mit Hardcore-Bands unterwegs zu sein, sondern darum, mit gleichgesinnten Bands unterwegs zu sein, wenn Du verstehst, was ich meine. Die Typen von Comeback Kid, die von Bane und die Typen von Architects sind alles Freunde von uns. Das ist wichtiger, als ein Package zusammen zu stellen, dass sich gut verkauft. Denn keine unserer Bands wird jemals eine so riesige Band wie Slipknot zum Beispiel sein. Es ist wichtiger, dass man Touren zusammenstellt, wo einfach jeder dabei sein will und Spass haben will. Jeder hat einfach eine gute Zeit.

Musicscan: Wie nimmt das Publikum denn diese Zusammenstellung der Bands auf?

Misery Signals: Das coole ist, dass Comeback Kid und wir in etwas zeitgleich begonnen haben Musik zu machen. Und auch wenn wir damals eher eine Hardcore-Band waren als heute, hatten wir niemals die Chance, mit ihnen hier zu touren. Die Leute, die jetzt auf die Shows kommen und vielleicht nicht allzu aufgeregt wegen uns sind, wissen aber immerhin, wer wir sind. Sie können uns also auf einer Hardcore-Show sehen, ohne jetzt zum Beispiel ein Ticket für ein All That Remains -Konzert zu kaufen, wenn sie eigentlich uns sehen wollen.

Musicscan: In den Staaten haben die umherfahrenden Festivals eine deutlich längere Tradition als bei uns in Europa, denn hier scheinen die zuständigen Verantwortlichen gerade erst auf den Geschmack zu kommen. Was hälst Du persönlich von diesen Touren im Vergleich zu einer eher üblichen Headliner-Tour?

Misery Signals: Beides hat seine positiven Seiten; wenn Du aber mit einer dieser Festival-Tourneen unterwegs bist, ist das ein wenig wie ein umherreisendes Sommercamp. Du findest neue Freunde, hast unglaublich viel Spass und triffst Leute, die Du sonst nie kennenlernen würdest. Es ist ein Haufen Freunde, der zusammen unterwegs ist.

Musicscan: Bei Eurem Tour-Pensum muss natürlich die Frage erlaubt sein, wann ihr Zeit für neues MISERY SIGNALS -Album findet.

Misery Signals: Ich nehme die ganze Zeit Demos auf meinem Computer auf. Ich steck die Gitarre einfach ein, nehm ein paar Riffs auf und programmiere dann das Schlagzeug dazu. Ryan (Morgan, ebenfalls Gitarre - Anm. d. Verfassers) macht das genau so. Im Sommer wollen wir uns dann etwa zwei Monate frei nehmen und etwas zusammen schreiben. Wir werden dann wohl ein paar erste Demos aufnehmen, ehe es sicher wieder ein wenig auf Tour geht. Vielleicht haben wir irgendwo im Oktober, November, Dezember dann noch etwas mehr Zeit, neue Musik zu schreiben. Hoffentlich sind wir dann nächstes Jahr um diese Zeit herum wieder im Studio.

Musicscan: Ist es jetzt noch zu früh zu sagen, mit wem ihr vorhabt an der Platte zu arbeiten, oder steht jetzt bereits fest, dass ihr wieder mit Devin Townsend arbeiten werdet, der auch schon das aktuelle Release “Controller” produziert hat?

Misery Signals: Definitiv Devin und ich glaube nicht, dass MISERY SIGNALS jemals wieder eine Platte ohne ihn machen wird, außer er würde das nicht mehr wollen. Mit ihm zu arbeiten ist einfach super. Er wirkt zwar manchmal ein wenig schüchtern, aber er ist gleichzeitig zu klug und witzig. Wir fühlen uns einfach immer unglaublich wohl mit ihm. Er stellt sicher, dass du deine eigenen Parts spielst und dass Du zufrieden damit bist. Es läuft alles sehr persönlich und er ist wirklich bemüht, dass jeder in der Band mit dem zufrieden ist, was am Ende dabei rauskommt. Er ist kein “Fick dich!”-Metaltyp, sondern einfach nur nett und super cool. Und das coolste ist, dass er unsere Band wirklich mag. Er ist ein großartiger Musiker und hat schon mit einer Menge großer Bands gearbeitet. Da ist es umso schöner, dass er wirklich auf das steht, was wir machen.

Musicscan: Ihre unbestrittenen Qualitäten und was es ist, was selbst ein Devin Townsend so an MISERY SIGNALS zu schätzen weiss, konnte die Band auch an diesem Abend unter Beweis stellen. Das Quintett um Sänger Karl Schubach lieferte mit drückendem Sound tonnenschwere Riffgewitter, die immer wieder von den einzigartigen Melodien der Band zerrissen wurden. Wie nur wenige andere Bands verstehen es die Kanadier, brachial und gleichzeitig dynamisch zu Werke zu gehen und überzeugen auch dieses Mal auf ganzer Linie. Wenig begeistert allerdings das an- beziehungsweise abwesende Publikum, das scheinbar etwas überfordert mit dem zuvor im Interview noch hochgelobten Line-Up war. Statt den Abwechslungsreichtum und die ausnahmslos grandiosen Bands gleichermaßen abzufeiern, wechselten sich zwei unterschiedliche Lager vor der Bühne ab, die scheinbar selbst beim Headliner Comeback Kid nicht zusammen finden konnten. Alles in allem war es jedoch ein spannender Abend mit aufregenden Performances, die für jeden Fan etwas bereit hielt. MISERY SIGNALS kommen nach dem Sommer sicherlich wieder nach Europa und 2010 können wir dann mit dem vierten Album der Band rechnen und vielen weiteren Auftritten - vielleicht auch wieder in einem solchen Line-Up - rechnen.

 
 Links:
  myspace.com/miserysignals
 
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