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Nahemah

Storie von: arne, am 27.06.2009 ]

Mit opulent arrangierter Dunkelheit und Schwermut im Nacken; dennoch rhythmisch gehetzt und innerlich zerrissen: So präsentieren sich NAHEMAH auf ihrem vierten Longplayer „A New Constellation”, ihrem zweiten Album für Lifeforce Records. In der bereits mehr als zehnjährigen Bandgeschichte der Spanier zieht sich das musikalische Bild düster-progressiven Rocks und doomigen Metals wie ein roter Faden durch die Karriere der Musiker, die sich ob ihrer südeuropäischen Herkunft nach wie vor mit Akzeptanzproblemen herumschlagen.

 
„Als spanische Progressive-Band wird man im übrigen Europa kaum ernst genommen,” berichtet Sänger Pablo. „Will man sich in dieser Spielart etablieren, muss man einen langen Atem haben und darauf vertrauen, dass sich Qualität am Ende durchsetzt. Die Vorurteile gegenüber Bands, die nicht aus den „typischen” Metal-Staaten stammen, lassen sich nur langsam abbauen. Kämen wir aus Skandinavien, wäre der Status von NAHEMAH zweifelsohne ein ganz anderer. Langsam wendet sich die Situation für uns zum Besseren. Mit jedem neuen Album gewinnen wir mehr Fans, was sich an all den Emails und dem positiven Feedback auf unsere Veröffentlichungen ablesen lässt.”

Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, haben die Spanier den Kampf angenommen, so dass sie von Fans zwischen Opeth, Katatonia, Mogwai, Tool und Amorphis heute nicht mehr ignoriert werden können: „Wir haben niemals aufgesteckt. Die Tatsache, dass man als südeuropäische Band mehr leisten muss, um Aufmerksamkeit zu erlangen, hat uns erst recht angestachelt. Deshalb haben wir beständig an unserem Sound gearbeitet und immer bessere Alben geschrieben. Mit dem Signing auf Lifeforce und den besseren Vertriebsmöglichkeiten in Mittel- und Westeuropa haben viele Leute gerade erst mit der letzten Platte von uns Notiz genommen. Deshalb waren wir für „A New Constellation” noch motivierter. Denn wir wissen, dass sich die Leute inzwischen die Zeit nehmen, sich mit unseren musikalischen Ideen zu beschäftigen.”

Wie nur wenige andere Gruppen verstehen es NAHEMAH, brachial nach vorne zu dreschen und die stets intensive Atmosphäre von jetzt auf gleich in die genau gegenteilige Wirkungsrichtung zu verkehren. Obendrauf erklingt der emotionale Gesang von Pablo, der für die besonderen Momente und Wiedererkennung sorgt: „Es fällt den meisten Hörern nicht schwer, unsere Musik zu mögen. Schwieriger ist es, zu verstehen, welche Absichten ihr zugrunde liegen. Im Songwriting übertragen wir unsere innersten Gefühle und unsere Begeisterung


für düstere Metal-Musik in Stücke, die bewegen. Unserem Verständnis nach ist Musik eine universelle Sprache, die übergeordnete Emotionen transportiert, mit denen sich jeder Mensch identifizieren können sollte. Deshalb zielen wir stets auf die Herzen der Hörer. Dieser Ansatz bestimmt unser Songwriting.” So undurchsichtig und vielschichtig die menschliche Gefühlswelt ist, so unberechenbar sind auch die Tracks der Spanier:

„Wir haben versucht, partiell neue Wege zu gehen und alle Elemente, die es schon früher bei uns gab, zu erneuern und in einen anderen Kontext zu setzen. Die beständige Auseinandersetzung mit unserem Sound und das Experimentieren fordert uns immer wieder neu heraus. „A New Constellation” wird vor allem durch seinen spirituellen Rahmen bestimmt, der im ersten Moment sicherlich unerwartet klingt, weil es ihn auf unseren früheren Platten so nicht gegeben hat. Der kontinuierliche Wandel und die Weiterentwicklung hat bei uns Methode, denn man muss die Leute immer wieder neu überraschen.” Über die Jahre und Veröffentlichungen hat sich dabei ein Prog-Sound herausgebildet, der seine Kraft und Faszination gerade aus dem Umstand zieht, dass er nicht immer „en vogue” ist und nur von wenigen Ausnahmebands auf einem solchen Level gespielt wird:

„Mit extremeren Metal-Sounds hätten wir es vielleicht einfacher, doch ich bin der festen Überzeugung, das man sich als Band nur dann nachhaltig differenzieren kann, wenn man etwas Eigenes macht und nicht versucht, das zu spielen, was viele andere auch tun. Gegen den Strom zu schwimmen, erfordert Mut und Selbstbewusstsein, was wir als NAHEMAH mitbringen. Das einzige Limit, das wir respektieren, ist die Grenze unserer Vorstellungskraft. Das Erforschen des Unbekannten ist der beste Weg, zu einem eigenständigen Stil zu finden und mit diesem für Aufmerksamkeit zu sorgen. Unsere Musik ist dunkel und melanchloisch, wobei sich in unseren Songs der Dualismus von dunkel und hell, gut und böse wiederfindet.”

 
 Links:
  myspace.com/nahemahband
 
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