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Coalesce

Storie von: arne, am 21.06.2009 ]

Die Reunion von COALESCE war keine Überraschung, sondern vielmehr die Bestätigung der berechtigten Einschätzung, dass die Band um Shouter Sean Ingrim noch längst nicht fertig gewesen ist, als sie vermeintlich das Zeitliche segnete.

 
Selbstverständlich ist die Rückkehr der „Bulldozer-Core-Legende“ jedoch nicht, wie Gitarrist Jes Steineger im Rückblick auf die erste Bandphase berichtet: „Als intensivster und prägendster Moment ist mir die Aufnahme des Outros zur „002“ EP in Erinnerung geblieben. Wir haben es live eingespielt und einen Zustand spiritueller Verbundenheit erreicht, der die Grundlage für all das gewesen ist, was wir später durchlebt haben. In diesem Moment wussten wir, dass wir zusammen gehören und Großes erreichen werden. Was unsere Zukunft anbelangt, haben wir keine konkreten Pläne oder Vorsätze. Als wir COALESCE wieder starteten, haben sich die Dinge überschlagen, so dass wir keine Zeit hatten, darüber zu diskutieren. Für den Moment haben wir uns nur vorgenommen, „Ox“ zu veröffentlichen, in Europa und Japan zu touren und weitere Shows in den Staaten zu spielen. Solange unsere Konzerte dieses besondere Gefühl in mir hervorrufen, ist alles gut. Was inzwischen mit hineinspielt sind Fragen, wie lange die Leute Interesse an uns haben werden und wie lange wir das Touren noch auf uns nehmen wollen. Die Jüngsten sind wir heute schließlich nicht mehr.“

In den Jahren der Vorbereitung von „Ox“ konnten sich die Mitglieder wieder mit dem Musiker-Alltag anfreunden: „Als Teilzeit-Band sind wir seit 2005 unterwegs, so dass wir die Intensität langsam steigern und uns alle wieder an COALESCE gewöhnen konnten. Nellis (Bass) und ich sind zwischen 1999 und 2005 die Einzigen gewesen, die wirklich eine Auszeit genommen und nicht weiter musiziert haben. Doch für uns alle hat sich viel verändert. Alle sind heute verheiratet, haben Kinder und Leben neben der Band. Die veränderten Umstände wirken sich auf unser Dasein als COALESCE aus, auch wenn noch nicht klar ist, was uns zukünftig noch bevorsteht und welche Kompromisse wir dafür eingehen müssen. Rein vom Gefühl her scheint es aber so zu sein, als würden wir dort weitermachen, wo wir aufgehört haben. Die sechs Jahre Pause haben keine Auswirkungen auf unser Auskommen und unsere Art und Weise, Musik zu machen, gehabt.“

Das Songwriting erledigte sich


praktisch von selbst: „Die Musik für COALESCE ist schon immer nach einem simplen Prinzip entstanden. Ist ein Song fertig, fragen wir uns schlicht und ergreifend, ob wir ihn mögen. Kann man sich nicht vorstellen, das Stück immer und immer wieder live zu spielen, taugt es nicht. So einfach ist es. Dass sich dabei ein Sound herausgebildet hat, den viele als revolutionär und einflussreich charakterisieren, freut uns natürlich, doch ich könnte nicht erklären, wie es dazu gekommen ist. Wir spielen das, was sich richtig anfühlt. Umso besser, dass die Leute es mögen. Es ist schon unglaublich, welche Wertschätzung COALESCE erfahren, wenn man sich vor Augen hält, welch planloser, ungeduldiger und spontaner Haufen wir sind. Was uns verbindet, lässt sich als Magie beschreiben, die es uns ermöglicht, eine besondere Art von Songs zu schreiben. Wichtig ist mir dabei, dass wir nicht nur Musiker sind, die sich im Proberaum treffen und gemeinsam auf Tour gehen. Wir sind enge Freunde, die häufig und gerne Zeit miteinander verbringen.“…

Wenn wir Songs schreiben, geht es stets darum, ein besonderes Feeling zu konservieren. Um ehrlich zu sein, ist es uns bislang mit noch keinem Stück so richtig geglückt, auch wenn wir immer wieder nah dran gewesen sind. Es kommt vor allem auf die Mischung an. Eine gewisse Eingängigkeit muss gegeben sein, aber auch direkte, unverfälschte Kraft und ein hoher spontaner Anteil. Was wir brauchen, ist Raum zur Improvisation, damit wir uns live ausleben können. Unseren Stücken liegt ein ganzes Universum an Prämissen und Ansprüchen zugrunde, die ich nicht in Worte fassen kann. Wahrscheinlich klänge es verrückt, wenn ich es versuchen würde. Ich möchte auch gar nicht so genau analysieren, wie unsere Songs letztlich entstehen und warum sie so klingen, wie sie es tun. Es ist eine sehr subjektive Arbeitsweise, bei der am Ende, warum auch immer, etwas Eigenständiges entsteht, das sich scheinbar nicht kopieren lässt. Verglichen mit den früheren Veröffentlichungen scheint mir „Ox“ ungemein eingängig und doch so schwer und brachial wie eh und je zu sein.“ Word.

 
 Links:
  myspace.com/coalesce
 
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