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Neaera

Storie von: arne, am 30.05.2009 ]

Der vierte Longplayer von NEAERA liefert die Gewissheit: Die Münsteraner sind endgültig im Metal angekommen. Das Quintett geht auf seinem „Omnicide - Creation Unleashed“ in die temporeiche Offensive und punktet mit einer variablen Mischung aus Death und Black Metal, die mit einer modernen Core-Kante garniert wird.

 
Schaut man sich die Entwicklung der Musiker über ihre bisherigen Veröffentlichungen hinweg an, ist festzustellen, dass sich die hohe Release-Frequenz und das intensive Live-Programm, das NEAERA an den Tag legen, auf die Entwicklung des Bandsounds allein positiv ausgewirkt haben. Ausgehend vom Debüt „The Rising Tide Of Oblivion“ über „Let The Tempest Come“ und „Armamentarium” hat sich die Gruppe schnell professionalisiert und obendrein Eigenständigkeit erlangt. Dass die fünf Musiker ihr kreatives Potenzial noch längst nicht aufgebraucht haben, stellt das Viertwerk „Omnicide - Creation Unleashed“ nun deutlich heraus: „Es ist immer eine Überraschung, wenn man am Ende die fertige Scheibe hört,“ gibt Gitarrist Tobias zu. „Wir haben die Songs immer nur im Proberaum gespielt und im Studio die ungemixten Spuren gehört. Wir waren dieses Mal nicht beim Mixen und Mastern dabei, weil das Zeuss in den USA übernommen hat. Deshalb sind wir sehr gespannt gewesen, wie das Album am Ende klingen würde. Bis jetzt sind die Reaktionen, der Leute, die es schon gehört haben, sehr positiv. Ich bin natürlich vor allem gespannt, wie das Material bei den Fans ankommt. Wir in der Band sind mit dem Ergebnis schonmal sehr zufrieden.“

Das Selbstbewusstsein des Gitarristen ist begründet. Die straffe und beinharte Anlage von „Omnicide…“ ist so rabiat und zerstörerisch, wie es der Album-Titel vermuten lässt. Auf der handwerklichen Seite haben NEAERA nochmals nachgelegt, so dass sie die „Konkurrenz“ zu den noch technischer orientierten Metal-Kapellen nicht scheuen müssen: „Ich bin selbst immer wieder überrascht, wie fit manche junge Band auf ihren Instrumenten sind. Gerade im Tech-Death-Bereich. Wenn ich eine dieser Bands dann höre oder live spielen sehe, würde ich mein Instrument manchmal am Liebsten an den Nagel hängen. Nein im Ernst, es ist schon toll, was manche Musiker drauf haben. Davon darf man sich jedoch nicht einschüchtern lassen. Solange man selbst das Beste aus sich rausholt und man mit sich zufrieden ist, ist alles gut.“ …was im Falle des neuen Longplayers der Münsteraner zweifellos zutrifft. Die Favoriten der Musiker schielen immer wieder offensichtlich durch, doch das Quintett ist längst versiert genug, mittels Neukombinationen der verwandten Zitate Eigenständigkeit zu erlangen:

„Unsere Einflüsse waren schon immer Bands wie Bolt Thrower, Carcass, Heaven Shall Burn und Amon Amarth. Der wichtige Unterschied zu den anderen Platten ist, dass wir auf unseren Instrumenten besser geworden sind. Wir haben von Anfang an die Musik gemacht, auf die wir privat Bock haben, und haben uns nie verstellt. Nur weil gerade viele Tech-Death-Platten rauskommen, können wir schließlich kein technisches Death Metal-Album aufnehmen. Dafür reichen unsere F


ähigkeiten als Musiker dann doch nicht aus, haha. Als Band versuchen wir uns von Platte zu Platte weiter zu entwickeln und besser zu werden; jedoch nur in einem stimmigen Rahmen. Die Musik, die wir spielen, wird sich immer in gewissen Grenzen bewegen, denn wir wissen, welche Musik wir machen wollen.“ Trotz aller Schärfe und dem selten gedrosselten Highspeed werfen NEAERA auf ihrem „Omnicide…“ auch wieder viel Melodie und Mosh mit in die Waagschale: „Wir sind dieses Mal ganz locker an die Sache herangegangen,“ bestätigt es Gitarrist Tobias.

„Der ganze Prozess hat mich sehr an unser Debüt erinnert, das inzwischen schon mehr als vier Jahre zurück liegt. Man trifft sich im Proberaum und schreibt Songs, ohne nach einer Formel oder Ähnlichem zu arbeiten. Wenn etwas passt, dann passt es eben. Wenn nicht, dann wird weiter getüffelt, bis alle zufrieden sind. Wir haben uns von jeher nach folgender Regel gerichtet: Ein Song muß bei uns fließen, auch wenn man den Fluß vielleicht nicht gleich beim ersten Hören erkennt.“ Das Münsteraner Quintett bolzt auf der neuen Platte unnachgiebig nach vorne und wütet ordentlich: „Wir haben nie nach Formeln oder Schemen gearbeitet. Wir haben immer versucht, die verschiedenen Stile des Metals in unsere Songs zu integrieren; egal ob Death, Black oder Thrash Metal oder auch Metalcore. Aus diesen Einflüssen ergibt sich unsere Mischung und im Ergebnis stehen abwechslungsreiche Songs, mit denen wir voll zufrieden sind.“ Das der Platte zu Grunde liegende Thema ist dabei ernst und wenig optimistisch: „Omnicide - Creation Uunleashed“ handelt von der totalen Zerstörung unserer Welt, durch uns, die Menschen. Nach einem „Omnicide“ gibt es kein Leben mehr auf dem Planeten. Alles ist vernichtet; Menschen, Tiere, Pflanzen. So, wie wir gegenwärtig mit uns und unserem Planeten umgehen, ist dieses Szenario keine Fiktion mehr, sondern könnte in naher Zukunft schon Realität sein.“

Ihre Message ist der Band ebenso wichtig, wie es die bloße Musik ist, auch wenn sich NEAERA in einem Segment bewegen, in der die Auseinandersetzung mit Lyrics leider keine Selbstverständlichkeit ist. Ebensowenig lässt sich voraussetzen, dass man als deutsche Metal Blade-Kombo im übrigen Europa mit offenen Armen empfangen wird, wie Tobias bestätigt: „Im Vergleich zu US-Bands ist es immer schwieriger, im Ausland Fuß zu fassen. Wir versuchen, so viel es geht, außerhalb Deutschlands zu spielen. Neben den direkten Nachbarländern waren wir bereits in England, Schweden, Estland, Griechenland, Spanien und Russland. Die Erfahrungen waren immer recht positiv, außer auf unserer Südeuropa-Tour mit Maroon. Das Beste war rückblickend, Anfang Dezember nackt im Atlantik zu baden, haha.“ NEAERA sind demnach hart im Nehmen, also zieht euch warm an!

 
 Links:
  myspace.com/neaera
 
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