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Bones Brigade Records

Storie von: arne, am 15.03.2009 ]

Eine Spanien-Tour mit Magrudergrind hätte eine zeitnahe Story über BONES BRIGADE RECORDS fast scheitern lassen. Zumindest hätte die Aufarbeitung des bisherigen Schaffens des französischen Underground-Labels ohne ein Interview mit Nicolas auskommen müssen, der als Kopf der wesentliche Treiber im Hintergrund ist.

 
Die Release-Historie umfasst CD- und Vinyl-Veröffentlichungen solch illustrer Kapellen wie Aborted, Agathocles, Agoraphobic Nosebleed, Blockheads, Brutal Truth, Cock And Ball Torture, Enemy Soil, Fubar, General Surgery, Inhume, Inside Conflict, Leng Tch'e, Misery Index, Mumakil und Total Fucking Destruction. Angesichts der Ballung bekannter und beliebter Extrem-Kombos lässt sich mit Fug und Recht behaupten, das sich BONES BRIGADE einen ansehnlichen Katalog angelegt hat und als etabliertes Label einzustufen ist. Seit 1997 ist es als Plattform für Gruppen zwischen Noise, Grindcore und Gore aktiv. Der Schritt zur Gründung des Labels resultierte dabei vor allem aus einer verständlichen Frustration heraus: „Als ich hörte, dass Last Days Of Humanity niemanden finden konnten, der gewillt war, ihre neue Platte zu veröffentlichen, ging ich den Schritt, BONES BRIGADE ins Leben zu rufen und mit dieser extremen Gore-Kombo zu starten. Zuvor hatte ich zwar schon eine kleine Distro am Laufen, hätte mir jedoch niemals geträumt, selbst Sachen herauszubringen.“ Quasi von jetzt auf gleich war ein Name gewählt und die erste CD herausgebracht:

„Die Idee hinter dem Namen war es, etwas Extremes auszudrücken, das im selben Moment anders und unerwartet ist. Diesem Ansatz sind wir bis heute verbunden geblieben, wobei wir uns nicht allein auf das Veröffentlichen von Musik beschränken. Wir organisieren beispielsweise auch viele Shows in Belgien und Festivals in Frankreich.“ Es dreht sich allein um Dedication, wenn Nicolas seine Motivation erklärt: „In der Zeit des Bestehens des Labels habe ich weder begonnen, die Dinge anders als zu Beginn zu handhaben, noch eine besondere Entwicklung durchschritten. Ich bin mir selbst und meinen Idealen treu geblieben, was in meinen Augen das Wichtigste ist. Von Business-Fragen darf man sich nicht beeinflussen lassen, denn solange man die nötige Energie und Begeisterung für sein Label aufbringt, ist alles in Ordnung. Ändert sich das eines Tages, schmeiße ich einfach hin. Doch diesen Punkt sehe ich noch längst nicht. Die vielen guten Gruppen lassen mein Feuer brennen und die Leute, die kennen lerne, bestätigen mir, das ich


etwas Gutes und Sinnvolles tue. Gerade aus diesem Grund betreibe ich BONES BRIGADE.“ Angesichts dieser Äußerungen überrascht es nicht, dass der Franzose seine Freiheiten genießt:

„Eine besondere Positionierung strebe ich gar nicht an. Wenn man ein unabhängiges Label betreibt, ist der größte Vorteil, das man allein sich selbst verpflichtet ist und tun und lassen kann, was man mag. BONES BRIGADE geht es darum, extremen Talenten zu helfen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, ihre Songs zu veröffentlichen. Nach mehr als zehn Jahren noch immer aktiv zu sein, ist mehr, als ich jemals für möglich gehalten habe und eine überaus positive Überraschung. Zwischenzeitlich ist so viel Scheiß passiert, der mich gelegentlich an den Rand der Aufgabe gebracht hat, doch es ging noch immer weiter. Rückblickend bereue ich nichts.“ Am Fakt der Kommerzialisierung einiger Teile des früheren DIY-Undergrounds kommt indes auch BONES BRIGADE nicht vorbei: „Ich hasse es! Es gilt zu Teilen leider auch für den Grindcore, doch glücklicherweise gibt es nach wie vor Gruppen, die dem DIY-Gedanken verpflichtet sind und ihn am Leben halten. Dazu trage auch ich meinen Anteil bei, indem ich mehr denn je Konzerte in Großbritannieen, Deutschland, Belgien und Osteuropa anstoße. Wir versuchen das uns Mögliche, den DIY-Spirit lebendig zu halten und Gruppen wie Fubar, Magrudergrind, Unholy Grave etc. zu unterstützen. Es geht nicht an, dass man heutzutage 15 Euro und mehr für Shows zahlen soll. Das hat mit Grindcore nichts zu tun.”

Getreu dieser Aussage geht es für Nicolas neben neuen Releases schon bald zurück auf die Straße: „Für mich stehen Touren mit unseren neuen Bands an: Jesus Crost, Spoonful Of Vicodin und Joe Pesci. Ich liebe es, unterwegs zu sein. In naher Zukunft wird es zudem die Wiederveröffentlichung beider Demos von Gronibard auf einer CD und Split-Singles von Total Fucking Destruction / Unholy Grave und Gronibard / Anal Penetration geben. Darüber hinaus ist eine Split-CD von Fubar und Sylvester Staline geplant.“ Die abschließende Aufforderung des sympathischen Franzosen überrascht nicht: „Hört Grindcore, lebt unabhängig, geht zu Shows und habt Spaß!“

 
 Links:
  bonesbrigaderecords.com
 
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Platte der Woche:

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Interviews/Stories:

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Shows:

  14.12. Stahlmann - Wuppertal
  14.12. Peter And The Test Tube Babies - Hannover
  14.12. Deadsmoke - Dresden
  14.12. B.o.s.c.h. - Wuppertal
  15.12. Doro - Ravensburg