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Protest The Hero - Live

Storie von: Dominik, am 06.03.2009 ]

Angesichts der Menschenmenge vor dem Underground wird schnell klar, dass heute Abend ein heisser werden wird. Schon im Rahmen der Never Say Die! -Tour im November vergangenen Jahres konnten PROTEST THE HERO punkten und hinterließen scheinbar ein hungriges Publikum. Mit THE CHARIOT, der Band um ex- Norma Jean -Fronter Josh Scogin und den Kaliforniern von THE HUMAN ABSTRACT fand sich ein durchaus vielversprechendes Line-Up im Kölner Underground ein.

 
Den Anfang machen THE HUMAN ABSTRACT, die ein kurzes und knackiges Set abliefern. Das aus Los Angeles stammende Metal-Sextett tourt sich derzeit den Allerwertesten wund und spielt ohne große Umschweife und Ansagen vorrangig Material des aktuellen Albums “Midheaven”. Vor allem Gitarrist Dean Harrera zieht alle Register seines spielerischen Könnens und meistert selbst während seine rechte Hand die Augen verdeckt noch sprichwörtlich “mit links” die technisch-progressiven Sounds der Band.

Dann ist es Zeit für ein echtes Spektakel. THE CHARIOT betreten die Bühne, wobei “betreten” in keinster Weise den Bewegungsdrang dieser Band beschreibt. Ein chaotischer Wust aus fliegenden Gliedmaßen, Instrumenten und Mikrofonen erschüttert die Bühne des Undergrounds. Der Solid State Records -Act kommt mit deutlich weniger technischer Frickelei daher, verfügt dafür über ein Vielfaches an Energie, die ungebündelt auf das Publikum prallt. Dankbar schließt sich dieses dem Zustand vollständiger Unordnung an und gemeinsam brennt der Mob ein wahres Stagediving-Mitsing-Feuerwerk ab. Die ersten Höreindrücke zum im Mai erscheinenden “Wars And Rumors Of Wars” werden ebenso frenetisch absorbiert wie Nummern vom 2007’er “The Fiancee”. Eigentlich scheint jetzt schon alles gelaufen, noch bevor der Headliner des Abend


die Bühne betritt.

PROTEST THE HERO unternehmen auch erst garnicht den Versuch, an eine vergleichbare Bühnenshow anzuknüpfen. Statt dessen beginnt das Set mit dem Sample eines Fußballstadien-Gröhlalongs, das gerade in einer Stadt wie Köln dankbar aufgegriffen und intoniert wird. Die Kanadier haben am heutigen Abend, anders als noch im vergangenen November, ausreichend Gelegenheit, ihre Vielseitigkeit und ihr Können unter Beweis zu stellen. Das zu gleichen Teilen ausgeflippte wie geniale Quintett nimmt sich Zeit für die beim Publikum bestens bekannten Stücke des 2006 veröffentlichten “Kezia” wie auch für die nicht weniger mitgesungenen und aktuellen Songs von “Fortress”. Die Symbiose aus vertrackt metallischen Brettern gepaart mit dieser PROTEST THE HERO eigenen Eingängigkeit kommt an und Sänger Rody Walker schaut mehr als einmal in verzückte Gesichter, während er seine Touranekdoten zur Unterhaltung aller zum Besten gibt.

Ein mehr als gelungener Abend also, der ähnlich einem Ü-Ei jede Menge Spass und Überraschung bereit hielt. Durch die solide Leistung von THE HUMAN ABSTRACT, der wirklich erstaunlichen Performance THE CHARIOTs und der souverän erfüllten Headlinerfunktion von PROTEST THE HERO verlässt an diesem Abend wohl niemand im Publikum die Spielstätte unbefriedigt.

 
 Links:
  myspace.com/protestthehero
 
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