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A Day To Remember

Interview von: Dominil mit Jeremy & Alex, am: 06.03.2009 ]

Es hat drei reguläre Alben und geschlagene sechs Jahre gedauert, bis die aus Ocala in Florida stammenden A DAY TO REMEMBER ihre Füße auf eine deutsche Bühne stellen. Schon im Vorfeld kündigte sich an, dass das Quintett hier mehr als sehnsüchtig erwartet wird. Der vorangegangene UK-Lauf der Tour erfolgte ausnahmslos vor ausverkauftem Haus, wie Sänger Jeremy McKinnon und Drummer Alex Shelnutt mehr als gut gelaunt berichten. Das mittlerweile erschienene dritte Album der Band, “Homesick”, schlägt ein wie eine Bombe und sorgte auch unmittelbar nach dem Start des Vorverkaufs dafür, dass die heutige Show in Köln vom Underground in die deutlich größere Essigfabrik verlegt werden musste.

 

A Day To Remember: Das übertrifft unsere Erwartung bei weitem. Wir sind einfach nur ein paar Kids aus einer wirklich kleinen Stadt in Florida, so dass es schon unglaublich ist, dass wir hier sein können und Leute unsere Musik hören. Die Reaktionen auf das neue Album sind fantastisch und die neuen Songs werden genauso angenommen wie unsere alten Sachen.

Musicscan: In einem Interview das schon im Februar vergangenen Jahres stattfand hast Du bereits den Titel des Albums nennen können und wusstest genau, dass es knapp 13 Monate später erscheinen wird. Wie kam es zu dieser wirklich langfristigen Planung?

A Day To Remember: Victory Records hatte uns gesagt, bis wann sie ein neues Album von uns brauchten. Wir hatten schon eine Weile an neuem Material geschrieben und wir hielten die Planung für gut, als es hiess, sie bräuchten eine neue CD bis zu einem gewissen Zeitpunkt. Der Titel “Homesick” beschreibt einfach gut, was wir zu diesem Zeitpunkt durchlebten. Alex hat sogar ein Tattoo, das so lautet und es gibt einen Song der Band Kings Of Convenience mit dem gleichen Namen, den ich sehr oft hörte. Wir fanden einfach, dass es ein großartiger Name und ein gutes Thema für die neue Platte sei. Dass die Platte auf Tour entstanden ist, gibt dem ganzen ein authentisches Gefühl, denn es fängt unmittelbar ein, wie wir uns zu diesem Zeitpunkt fühlten.

Musicscan: Entstanden die Lyrics zu “Homesick” also eher im Studio, als die Musik fertig war, oder bist Du einer derer, die immerzu mit einem Notizbuch rumlaufen und jede Idee direkt aufschreiben?

A Day To Remember: Für gewöhnlich schreibe ich die Texte auf meinem Laptop. Ich notiere fast täglich irgendwelche Sprichwörter und Sprüche und spiele dann damit herum und verändere sie. Ich schreibe mir auf, worüber ich gerne singen würde und denke mir schon Songtitel aus. Ich habe nie schon alles fertig, bevor wir ins Studio gehen und besonders für “Homesick” ist vieles dann erst fertig geworden, während wir aufgenommen haben. Wir haben so intensiv und mit so viel Spass an der Musik gearbeitet, dass wir diese gerade noch fertig hatten, als wir ins Studio zogen.

Musicscan: Es dürfte nicht nur Musiker, sondern auch Eure Fans interessieren, wie A DAY TO REMEMBER ihre Songs schreiben. Angesichts des Spagats zwischen den Genres erscheint das doch recht schwierig.

A Day To Remember: Jeder in der Band hört so ziemlich alles an Musik. Wenn wir uns nur in einem Genre, also entweder Pop-Punk oder Harcore aufhielten, wären wir nicht wirklich zufrieden. Das ist nicht gezwungen, oder irgendwas in der Richtung. Das ist einfach die Art und Weise, wie unsere Songs entstehen; ganz natürlich. Wir alle hören gerne Bands wie Green Day und Blink 182, aber eben auch härtere Bands wie Bury Your Dead.

A Day To Remember: Wir sind aus einer Region, aus der gleichzeitig Bands wie Underoath aber eben auch Blink 182 stammen, so dass wir als Kids sowohl auf Hardcore-Shows und gleichzeitig auf Punkkonzerten waren. Wir lieben beide Welten und das kommt zusammen, wenn wir Songs schreiben. Dass Chad [Gilbert, Gitarrist von New Found Glory; Anm. d. Verfassers] unser Album produziert hat, half uns dabei, es genau so klingen zu lassen, wie es sollte.

Musicscan: Was sagt Ihr also zur kürzlich bekannt gewordenen Reunion von Blink 182?”

A Day To Remember: Das ist wirklich spannend und sie werden ja sicherlich auch touren. Das macht uns Hoffnung, dass wir vielleicht eines Tages mit ihnen zusammen unterwegs sein könnten. Das wäre großartig!

Musicscan: Wie kam es zu den unterschiedlichen Gastauftritten bei ‘I’m Made Of Wax, Larry, What Are You Made Of?’ mit Mike Hranica von The Devil Wears Prada, bei ‘Welcome To The Family’ mit Vincent Bennett von The Acacia Strain und Sierra Kusterbeck von VersaEmerge bei ‘If It Means A Lot To You’?

A Day To Remember: Das sind alles Freunde von uns. Mike war schon während der Pre-Production immer dabei. Wir haben das Album mit Chris [Rubey, Gitarrist von The Devil Wears Prada; Anm. d. Verfassers] vorproduziert und Mike war immer mit dabei. Die Jungs sind Fans von unserer Band und wir sind Fans ihrer Band, so hat es einfach Sinn gemacht. The Acacia Strain sind gute Freunde von uns und es war einfach cool, Vincent einen eigenen Teil machen zu lassen. Ich liebe seine Stimme. Und da wir unbedingt eine weibliche Stimme auf dem Album brauchten, kam Sierra ins Spiel. Ihre Stimme sticht wirklich hervor und so konnten wir einer Band vielleicht auch ein wenig weiter helfen, die wir sehr mögen. Sie hat eine großartige Stimme.

Musicscan: Wer wäre denn ein Kandidat für ein Album in der Zukunft?”

A Day To Remember: Snoop!!!

A Day To Remember: Snopp? Yeah! Ein Rapper wäre schon cool. Es war tatsächlich noch ein weiterer Gastsänger für das Album geplant. Guy [Kozowyk, Sänger von The Red Chord; Anm. d. Verfassers] von the Red Chord sollte noch mitmachen, aber wir hatten am Ende leider keine Zeit mehr, weil wir eine Deadline für das Album hatten. Deswegen konnten wir ihm leider keinen Teil mehr schreiben. Hoffentlich ist er dann bei der nächsten CD mit dabei.

A Day To Remember: Ich will unbedingt einen Rapper!

Musicscan: Wer von Euch hatte die verrückte Idee, dass Album mit dem von Euch allen gesungenen Gitarrenriff zu beginnen?

A Day To Remember: Das war eigentlich alles nur ein Witz. Ich weiss noch, dass wir zusammen irgendwo etwas essen waren und es war wirklich nur ein Witz. Ich sagte nur einmal, dass man sich vorstellen solle, ein Album würde so starten, mit dem Gesang und dem Klatschen. Dann dieser Breakdown und “Let’s Go”. Und alle anderen sagten nur: “Na ich weiss ja nicht…”. Ich konnte mir aber vor dem inneren Auge vorstellen, wie es jemanden zum ersten Mal trifft, wenn dieser Breakdown einsetzt. So nach dem Motto: “Was zur Hölle… oh scheisse!”. Es war einfach nur so schwierig zu beschreiben, also haben wir es im Studio einfach ausprobiert.

Musicscan: Da Euer Album ja “Homesick” heißt, muss ich Euch einfach fragen, wo Ihr Euch am liebsten aufhaltet, wenn Ihr denn einmal zu Hause seid und was das erste ist, was Ihr zu Hause macht, wenn Ihr von einer Tour heimkehrt.

A Day To Remember: Ich bin am liebsten in meinem Wohnzimmer. Ich sitze dann einfach auf der Couch und surfe im Internet, spiele mit meiner Katze und gucke Fernsehen. Auf Tour haben wir nicht wirklich oft die Gelegenheit, einfach einmal fern zu sehen. Dann schau ich mir schon gerne den History Channel und den Discovery Channel an.

A Day To Remember: Das erste was wir machen sind die drei “S”. Shit, shower, shave - Kacken, duschen und rasieren. Wenn wir von der Tour kommen, muss man sich erst einmal ausgiebig hinsetzen und sich rasieren.

A Day To Remember: Ja mann und du fährst sogar immer dafür zu deiner Mom!

A Day To Remember: Ja, ich fahre direkt zu meiner Mutter und sitze dann eine gute Stunde auf dem Klo.

Musicscan: Was sagen Eure Mütter eigentlich zu der Band und dass Ihr nichts “anständiges” geworden seid?

A Day To Remember: Meine Mutter beneidet mich darum.

A Day To Remember: Meine Mom findet das sehr aufregend und sie alle unterstützen uns bei allem, was wir tun. Aber neidisch sind sie schon alle ein wenig, dass wir so viel rumkommen. Seit dem ersten Tag unterstützen sie die Band. Naja, zumindest die Moms, die Dads waren eher nicht so begeistert. Aber mittlerweile haben wir ein gutes Auskommen und alles ist okay.

A Day To Remember: Wenn es die Band nicht gäbe, würde ich definitiv irgend etwas mit Musik machen. In meiner Freizeit bau ich gerne bei Freunden und Bekannten Heimkinos auf, ziehe die Kabel und installieren alles. Das macht mir auch Spass und damit kann man wirklich gutes Geld verdienen.

Musicscan: Was muss weiter passieren, damit Ihr diesen Weg weitergehen und weiterhin auch finanziell sicher sein könnt?

A Day To Remember: Touren.

A Day To Remember: Ja wir müssen weiter touren. Jeden Fan haben wir uns hart erarbeitet und mit jeder Tour lief es ein wenig besser. Heutzutage verstehen viele Bands nicht, dass es nicht darum geht, wieviele MySpace-Plays Du hast und wieviele Besucher auf deine Internetseite gehen, sondern dass es darum geht, live zu spielen. Wir haben bestimmt ein ganzes Jahr lang vor durchschnittlich 15 Leuten gespielt und gerade das hat uns als Band geprägt.

A Day To Remember: Es ist cool zu sehen, dass die Kids aus den Anfangstagen immer noch zu den Shows kommen. Nur haben sie das nächste Mal noch Freunde mit dabei, weil sie wissen, dass wir mit ganzem Herzen dabei sind und alles geben.

A Day To Remember: Du musst einfach eine Schippe drauflegen, wenn Du vor einem kleinen Publikum spielst. Im Vergleich sind die 20.000 Zuschauer beim Download-Festival weniger beängstigend als 15 Leute direkt vor der Bühne. Hier lernst Du wirklich alles zu geben und als Band wirklich unterhaltsam zu sein.

Musicscan: Der alte Traum vom Plattenvertrag hat sich also Eurer Meinung nach verändert? War es nicht einmal so, dass man es als Band geschafft hatte, wenn man ein Album veröffentlicht hat?”

A Day To Remember: Ja, das hat sich schon geändert. Die Leute stellen Songs bei MySpace rein und haben da viele, wirklich viele Hörer. Dann gehen sie auf Tour, die ist vielleicht sogar noch ausverkauft und dann steht die Band dort und kann keinen ihrer Songs wirklich rüberbringen. Du musst als Band einfach immerzu unterwegs sein, um wirklich an dir und deinem Talent arbeiten zu können.

Musicscan: An ihrem Talent müssen A DAY TO REMEMBER sicherlich nicht mehr feilen, denn auch an diesem Abend konnten sie ihre verdient exponierte Stellung untermauern. Ihre ganz spezielle Mischung aus Punk-Pop und moshigem Hardcore wurde von der ersten bis zur allerletzten Sekunde von einer frenetischen und bunt gemischten Menge abgefeiert. Für die Band geht es nach den noch anstehenden Deutschland-Terminen zurück in die Staaten, wo schon die nächste Tour zusammen mit A Devil Wears Prada, Sky Eats Airplane und Emarosa ansteht, bevor es auf die 43 Dates umfassende Vans Warped Tour geht. Auch für die deutschen Fans soll es dieses Mal nicht wieder weitere sechs Jahre dauern und die Band wird im Oktober wiederkommen, das versprach Jeremy den sichtlich ausgepowerten, begeiserten und fasziniertem Publikum noch am Ende der Show.

 
 Links:
  myspace.com/adaytoremember
 
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