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Buried Inside

Storie von: arne, am 28.02.2009 ]

Vier Jahre mussten Fans auf den Nachfolger des Relapse-Einstands von BURIED INSIDE warten. Mit „Chronoclast“ erschütterte die Gruppe aus Ottawa die Standards Stil-übergreifender Post-Sounds zwischen Metal, Screamo und Hardcore in ihren Grundfesten und sorgte auf der ganzen Welt für Furore. Nun liegt mit „Spoils Of Failure“ endlich ein neues Album vor, auf dem sich die Kanadier komplexer und anspruchsvoller denn je präsentieren.

 
„Wir haben uns lediglich ein wenig rar gemacht, um konzentriert an neuen Songs zu arbeiten.“, klärt Gitarrist Andrew Tweedy über die lange Spanne bis zur Veröffentlichung und die zwischenzeitliche Gerüchteküche auf. „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, während des Songwritings nicht zu touren. Nach einer gewissen Zeit haben einige Leute dann gedacht, wir hätten uns aufgelöst, doch das war nicht der Fall. Als wir von diesen Gerüchten hörten, mussten wir schmunzeln. So etwas verbreitet sich in Windeseile und man kann nichts dagegen tun. Motivationsprobleme oder andere Geheimnisse rund um die Band hat es nicht gegeben. Als wir nach der Tour zum letzten Album nach Hause kamen, haben wir begonnen, an neuem Material zu werkeln und uns mindestens zweimal wöchentlich im Proberaum getroffen. Am Ende hat sich der Arbeitsprozess über zwei Jahre hingezogen, doch schneller ging es nicht. Es gab keinen Grund, irgendetwas zu überstürzen, also ließen wir uns die nötige Zeit.“ Und doch sind selbst BURIED INSIDE froh, die Arbeit erfolgreich beendet zu haben:

„Natürlich ist es ein gutes Gefühl, endlich wieder ein neue Platte am Start zu haben und bald wieder auf Tour zu gehen. Wir haben lange genug darauf verzichtet. Gerade das Spielen neuer Stücke ist mit nichts anderem zu vergleichen. Von den Fans wird unser neues Album seit Jahren sehnsüchtig erwartet und wir sind gespannt, wie sie auf die neuen Stücke reagieren werden. Darüber hinaus hoffen wir, dass uns auch andere Leute in guter Erinnerung behalten haben und sich an „Spoils Of Failure“ versuchen werden.“ Der vierte Longplayer der Kanadier ist bitterböse und von seiner Wirkung her zutiefst pessimistisch. Wo BURIED INSIDE auf ihrem Relapse-Debüt noch den Schein einer intakten Oberfläche aufrecht erhielten, regieren heute allein bedrohliche Heavy-Sounds: „Spoils Of Failure“ hat einige sehr dunkle Passagen, aber es beinhaltet zugleich viele Momente, die ins komplette Gegenteil und durch die Decke gehen. Die Balance stimmt, denn die schwere Dunkelheit wird mit poppigen und rockigen Elementen kombiniert. Die Aufnahmen zu „Chronoclast” liegen inzwischen mehr als fünf Jahr zurück. Insofern musste sich die neue Platte anders anhören. Wir sind heute andere Persönlichkeiten und haben viele neue Erfahrungen mit eingebracht.“ Hinsichtlich der Entstehungsgeschichte des Albums bestehen indes auch benennbare Unterschiede, wie Andrew preisgibt:

„Unsere letzte Platte ist quasi in einem Rutsch entstanden. Das ist auch der Grund, weshalb sich einige Elemente mehrfach wiederholt haben und sich die Lyrics um ein zentrales Thema drehten. Sie war eine definierte Einheit, was wir damals genau so wollten. Rückblickend hat uns diese Vorgehensweise


jedoch limitiert. Das haben wir nun mit „Spoils Of Failure“ korrigiert, das eher die Sammlung mehrerer Einzelteile und weniger ein konsistentes Album ist. Doch genauso sollte es werden. Wir schätzen den Ansatz, dass unterschiedliche Ideen aufeinander treffen und die einzelnen Parts nicht immer schlüssig zueinander passen. Das hält das Interesse der Hörer wach, weil es irritiert und eine intensive Beschäftigung mit den Stücken fordert. Das einzig gleich Bebliebene ist, dass BURIED INSIDE laut, heavy und begeisternd klingen.“ Das „emotionale Chaos“ der Kanadier fällt tatsächlich intensiv und verzweifelt aus. Der musikalische Schwerpunkt der Scheibe liegt dabei irgendwo zwischen Screamo und Post-Hardcore: „Es ist sicherlich von Vorteil, dass wir weder aus einem metallischen noch einem technischen Background kommen und uns mit beidem nicht zu sehr beschäftigen. Ich für meinen Teil kann gar nicht einmal richtig technisch spielen. Für uns steht es im Vordergrund, mit unseren Stücken starke Gefühle zu transportieren und natürliche Unterhaltung zu erschaffen. Vielen der Tech-Bands ist das nicht möglich, weil sie zu kalkuliert agieren. Ich verstehe uns in dieser Hinsicht als Gegenentwurf.“ Die Musiker arbeiten spätestens auf ihrer zweiten Relapse-Scheibe einen eigenständigen Sound heraus. Dabei ist es interessant, dass „Spoils Of Failure“ von seiner Wirkung her ungemein drückend und brutal ausfällt, ohne dass die Musiker wirklich extrem in Erscheinung treten:

„Die Leute können sich zunächst mit den Emotionen identifizieren, die sie in unseren Songs finden. Ich denke nicht, dass wir in der Zeit unseres Bestehens eine fassbare oder klare Entwicklung durchlaufen haben, die man nachvollziehen kann. Als verbindende Elemente fungieren ein durchdachtes Songwriting und die persönliche Note, die unsere Musik aufweist. Wenn ich das neue Album nun mit etwas Abstand höre, muss ich festzustellen, dass es unser düsterstes Album geworden ist und sich deutlich von den früheren Platten unterscheidet. Darüber hinaus ist es mit 60 Minuten auch unser längstes Werk entstanden. Jedes der acht Stücke ist stark, steht für sich allein, interagiert aber auch mit den anderen Tracks.“ Am Ende überzeugt die Klasse der Musik, ohne das offenbar wird, weshalb: „Wenn du etwas hörst, gefällt es dir, oder eben nicht. Dabei ist es egal, ob die Musik nun laut oder leise, schnell oder langsam ist. Auch Stile helfen nicht dabei, Aussagen über die Qualität zu treffen. Solange man als Künstler dem folgt, was sich richtig anfühlt und was aus dem Inneren kommt, macht man alles richtig. Für BURIED INSIDE nehme ich in Anspruch, dass wir unter gute Musik fallen, was auch immer das sein mag.“

 
 Links:
  buriedinside.com
 
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