Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1750

The Prophecy

Interview von: Daniel mit Matt, am: 25.02.2009 ]

Sicherlich unbestritten ist die Tatsache, daß mit My Dying Bride mindestens eine Doom-Death-Legende von der britischen Insel stammt. Noch weitestgehend unbekannt sind dagegen THE PROPHECY aus Halifax, obgleich die britische Formation mit "Into The Light" bereits ihr drittes Album in den Startlöchern stehen haben. Anders als der oben erwähnte Branchenprimus, setzen THE PROPHECY nicht auf geigenverhangene Trauermärsche, sondern auf den starken Kontrast zwischen Death Metal, verträumten Passagen und progressiven Elementen. Anlässlich des bevorstehenden Europa-Releases nutzte Music-Scan die Möglichkeit und bat Sänger Matt Lawson zum Gespräch.

 

Musicscan: Für alle jene, die THE PROPHECY noch nicht kennen, bitte fass kurz die Geschichte der Band zusammen.

The Prophecy: "Into The Light" ist bereits unser drittes Album bis heute. Angefangen hat alles 2001 und wir sammelten ein paar Demos, bevor wir dann auf Blackdoom Records unser Debüt "Ashes" veröffentlichen konnten. Danach sind wir regelmäßig durch Europa getourt, haben das DOD-Festival in Irland gespielt, das Bloodstock in England, die Dutch Doom Days in Rotterdam/Holland und auch das Doom Over Austria. Immerhin sind wir auch einen Monat durch die USA getourt, zusammen mit Mourning Beloveth. No Face Records ermöglichten uns dann die Veröffentlichung unseres zweiten Albums "Revelations", Anfang 2007. Wir bekamen echt gute Kritiken, die irgendwie unsere typische Anzahl an Gigs nach sich zog, quer durch Europa und diesmal immerhin bis Portugal und nach Tschechien. So wie es aber bei dem Label davor auch war, so hatte auch No Face nur eingeschränkte Möglichkeiten, was die Vebreitung unseres Albums angeht. Deshalb haben wir von den guten Kritiken leider nicht so profitieren können, wie wir es uns gewünscht haben. Zwar haben wir immer mal wieder ein paar LineUp-Veränderungen vorgenommen, sind aber stabil bei vier Personen geblieben und wir vier snd immerhin auch schon dreieinhalb Jahre zusammen. Jetzt haben wir den neuen Deal mit Code666 und sehen optimistisch in die Zukunft.

Musicscan: "Into The Light" scheint sich vor allem zwischen zwei sehr gegensätzlichen Enden zu bewegen. Die düstere, gruselige Atmophäre des Death Metal und der eher leichte, eingeschränkt sonnige und hoffnungsvolle Teil. Dieser Dualismus zeigt sich auch im Wechsel zwischen von tiefen Growls und cleanen Vocals, leichten und sehr schweren Passagen. Steckt dahinter eine Art von Konzept, etwas, das ihr mit Absicht verfolgt?

The Prophecy: Es ist einfach nur die Art, wie wir meinen unsere Tiefe an Gefühlen am besten ausdrücken zu können, Musik zu komponieren, die dich hereinzieht, während es viele Kontraste gibt. Gute Musik braucht verschiedene Schattierungen. Wir mögen Death Metal, aber wenn er sich in endlosen Blastbeats erschöpft, sind wir nicht interessiert. Die heftigen, düsteren Passagen wirken so umso kräftiger, wenn sie im starken Kontrast zu den leiseren, und wie du richtig bemerkt hast, hoffnungsvolleren Passagen stehen. Es ist einfach nicht normal ständig depressiv zu sein, glücklich zu sein, oder aggressiv zu sein. Und genau das reflektiert sich in unserer Musik. Es ist zwar richtig zu sagen, daß wir eher zu den dunkleren menschlichen Gefühlen tendieren, aber, die sind eine schöne Quelle der Inspiration!

Musicscan: Man kann eure Musik nicht leicht definieren. Es ist nicht allein schlichter Death Metal, es ist, sieht man vom eher gemächlichen Tempo ab auch nicht reiner Doom und es ist auch nicht nur progressiv. Wenn du einer tauben Person eure Musik erklären müßtest, welche Erklärung würdest du wählen?

The Prophecy: Eine schwere Frage. Ein einfacher Ausweg wäre, einfach zu sagen: Du bist der Journalist, du entscheidest und am Ende des Tages wird es genau dabei bleiben. Gavin spricht tatsächlich Gebärdensprache und trotzdem, daß er deine Mutter "fette Lesbe, die auf dreckigen Sex steht" nennen könnte, würde es wohl selbst ihn überfordern, das zu erklären. Wir haben uns immer schon eher darauf konzentriert, uns mit Gefühlen zu beschäftigen, die unsere Musik auslöst, als uns um Genres zu kümmern. Wir wollen nicht Doom, Death oder Prog sein, sondern etwas machen, was bewegend ist und letztlich müssen andere beurteilen in welchem Genre wir sein sollten. Manchmal merken wir, daß eine Idee es verlangt heavy und extrem zu sein, während andere melancholischer tönen und einen doomigen Stil verlangen. Am Ende des Tages ist es nicht wirklich wichtig, wie uns die Menschen bezeichnen. Die Musik zählt und wir selbst möchten nicht durch ein Genre begrenzt sein. Die meisten bezeichnen uns als "Progressive Doom" und wenn sie damit glücklich sind, dann ist as okay für uns. Wahrscheinlich gibt es genauso viele, die uns als Death Metal sehen wollen, oder als Dark Rock, oder Progressive Black, Doom Death Spazz Funk etc. etc...

Musicscan: Wie seid ihr musikalische aufgewachsen und was würdet ihr heute als Einfluss sehen?

The Prophecy: Letztlich sind wir alle vier mit unterschiedlchen Bands und Einflüssen aufgewachsen. Keiner unserer Eltern war besonders musikalisch, aber wir sind trotzdem schon recht früh in die Musik eingetaucht, zumindest hörenderweise. Daraus resultierend haben wir uns alles selbst beigebracht und haben so den harten Weg gewählt. Natürlich haben wir gemeinsame Einflüsse, vor allem Bands die wichtig waren als wir damals starteten. Die Musik, die wir immer im Tourbus dabei haben ist eine sehr eklektische Mischung...von Immortal bis Danzig, Primus bis zu Tenacious D, Jazz-Zeugs und natürlich diverses klassisches MetalZeugs und Rock-Zeugs. Ob sich das auch in unserer Musik niederschlägt ist allerdings ein ganz anderes Thema.

Musicscan: In Zeiten, in denen Musik eher auf vordergründige Effekte abzielt, kurzatmig daherkommt und mehr Haltung als Kunst ist, befrüchtet ihr manchmal, daß eurer Musik nicht genug Wertschätzung entgegen gebracht wird?

The Prophecy: Ich würde nicht sagen, daß wir das befürchten, aber du hast sicher recht, daß einfach gestrickte, aggressive Musik das Gericht des Tages in der Metalszene ist und in weiten Teilen war das eigentlich immer der Fall. Wir sind glücklich unsere Musik mit denen teilen zu können, die genießen was wir tun, sind uns aber gleichzeitig bewußt, daß wir damit wahrscheinlich nicht Massen von Leuten anziehen. Wir möchten intelligente Leute anziehen, gut informierte Fans die verstehen, daß Musik oft häufige Wiederholungen und Zeit benötigt, um sie wirklich genießen zu können. Daneben rocken wir aber auch einfach gern und sind uns bewußt, daß wir dich ab und zu an den Eiern packen müssen und Dir eine reinhauen. Unsere Musik wird von einigen geschätzt, nicht von den Massen und wir sind froh darüber. Schlechter Geschmack hingegen ist pandemisch.

Musicscan: Erzähl mir ein bisschen über die texte und welchen Themen darin behandelt werden. Ich hatte manchmal den Eindruck , daß sie die Atmosphäre der Songs ziemlich treffend begleiten.

The Prophecy: Wir versuchen bei THE PROPHECY die Texte so anzulegen, daß sie die sprachliche Entsprechung zur Musik bilden. Manchmal gibt es eine starke, erzählerische Komponente, manchmal sind die Texte aber auch eher obskur, sie beschäftigen sich mit Themen, die man verschieden interpretieren kann. Ich finde, daß die Musik manchmal das Thema des Textes selbst erwählt, mehr als daß es eine bewußte Entscheidung wäre. Es ist wie ein Puzzle, bei dem die Texte nach und nach deutlicher werden, nach einer längeren Suche.

Musicscan: Berühmte letzte Worte zu den baldig zahlreichen deutschen Fans?

The Prophecy: Spitzt Augen und Ohren wegen unserer Tourdaten, denn wir hoffen bald in Deutschland spielen zu können und auch ein paar neue Orte kennen zu lernen. Wir hatten tolle Erfahrungen in Deutschland und haben uns mit ein paar netten Bieren getroffen, mit leckeren Würstchen und tollem Kuchen, die freundlichen Metal Fans nicht zu vergessen. Wir würden uns mehr als freuen diese Erfahrungen zu wiederholen. Dank an euch!

 
 Links:
  the-prophecy.net
 
oben