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Architects

Storie von: arne, am 16.02.2009 ]

Getreu dem Sprichwort, dass „nur der frühe Vogel den Wurm fängt,“ haben sich die ARCHITECTS den ersten richtigen Release-Termin 2009 zur Veröffentlichung ihres dritten Longplayers auserkoren. Nachdem Century Media im letzten Jahr zunächst noch „Ruin“ europaweit neu auflegte, erscheint mit „Hollow Crown“ nun die erste offizielle Scheibe der Briten über das Dortmunder Label.

 
Die Jungs aus Brighton haben sich in ihrer knapp fünfjährigen Karriere erstaunlich entwickelt, wobei das intensive Touren der „Schlüssel zum Erfolg“ zu sein scheint: „Wir sind zurzeit auf Tour in Großbritannien zusammen mit unseren Kumpels von Misery Signals und A Textbook Tragedy.“, sagt es Tim gleich zu Beginn des Interviews. Für den Gitarristen ist es keine große Überraschung, dass ARCHITECTS für größeres Aufsehen sorgen: „Mit der Einführung von mehr Melodie in unsere Musik scheint es eine natürlich Sache zu sein, dass wir ein breiteres Publikum ansprechen. Wir sind darüber definitiv sehr glücklich, da wir uns selbst eine Menge verschiedener Stile anhören. Es ist cool, dass mit unseren Hörern zu teilen.“ Die überregionale Aufmerksamkeit kam von ganz alleine: „Wir realisierten es erst, als Century Media uns ansprachen. Dass uns eine Plattenfirma von dieser Größe zu dem Zeitpunkt kontaktierte, war wirklich aufregend und gab uns einen Motivationsschub, nochmehr zu geben.“

Das überhastete und stellenweise zu wüste Moment des Vorgängers ist gewichen. „Hollow Crown“ wirkt in sich stimmig und jederzeit auf den viel beschworenen Punkt gebracht. Die ARCHITECTS überzeugen, indem sie die offensiven und temporeichen Passagen gestrafft haben und in ihnen mit rigoroser Härte zuschlagen, während sie sich in den melodischen Momenten teils richtig cheesy bis poppig und in den komplexeren Zwischenparts bisweilen leicht verkopft und progressiv positionieren: „Wir wollen einfach weiter machen und als Band wachsen. Erfolgreiche Touren zu spielen und gute Platten rausbringen reicht uns. Shows auf der ganzen Welt zu spielen, ist etwas, was wir als wirklichen Erfolg betrachten.“ Mit der richtigen Einstellung und zur Differenzierung taugenden Trademarks, wie sie die Briten unter Beweis stellen, ist das nicht schwer: „Ich denke, dass es daran liegt, dass wir andere Bands nicht kopieren und auf das Beste hoffen. Es gibt eine Menge Bands dort draussen, die sich einfach sagen: “Oh, die Band läuft gerade sehr gut. Lass es uns kopieren und sehen, was wir damit erreichen können!” Wir geben uns Mühe, originell zu klingen, und ich glaube, die meisten mögen das!“ Die Reviews zu „Hollow Crown“ scheinen es zu belegen: „Wir sind überglücklich mit den Reviews, die wir bis dato gesehen haben. Wir haben ziemlich gutes Feedback von einigen wirklich großen Magazinen bekommen, was cool ist. Offensichtlich gibt es auch ein paar Leute, denen das neue Album nicht zusagt, aber man kann eben nicht jeden zufrieden stellen!“ Wo wahr, doch wenn man sich selbst nicht vorzuwerfen hat, prallt die „unvermeidliche“ Kritik ohnehin ab:

„Wir albern gerne herum und nehmen uns selbst nicht zu ernst. Wenn


es am Ende mehr ein Job ist, in einer Band zu sein, statt etwas, was du wirklich machen willst, dann ist etwas nicht richtig. Aber wir arbeiten auch hart, wenn wir komponieren und aufnehmen, weil wir die beste Musik machen wollen, die wir können!“ Live schätzen ARCHITECTS die Herausforderung bunt durchmischter Crowds: „Es scheint, als passen wir mittlerweile auf alle Arten von Konzerten. In der Vergangenheit schienen die Hardcore-Shows für uns immer etwas unpassend, aber unser neues Material scheint sowohl die meisten Hardcore- als auch die Metal-Kids anzusprechen. Wir haben einige fantastische Shows in Europa zusammen mit Hardcore-Bands gespielt und kommen gerade von einer eher Metal-lastigen Tour in den Vereinigten Staaten. Es scheint, als würden beide Typen Publikum unsere Musik schätzen!“

Hinsichtlich des Songwritings von „Hollow Crown“ gab es ja auch bewusste Veränderungen, die sich auswirken: „Als wir das Album geschrieben haben, legten wir den Fokus weniger darauf, technische Musik zu machen und mehr Melodien in unsere Songs zu mischen. Technik ist nicht so wichtig, wie es uns bei unseren vorangegangenen Aufnahmen war. Wir hören zurzeit mehr Melodic Hardcore, was unseren Sound definitiv beeinflusst hat.“

Dabei vermeiden es die Briten, zu viel zu versuchen und besinnen sich immer in den „richtigen Momenten“ auf ihre Stärken oder die Notwendigkeit, einfach wieder an Tempo zuzulegen: „Was die harte Seite unseres Sounds angeht, sind wir an einem Punkt, wo unsere eigene Diskografie ein Einfluss ist. Wir lassen uns nicht wirklich von anderen Bands beeinflussen, auch wenn ein paar Ideen für „Hollow Crown” durch A Textbook Tragedy’s Album „Intimidator” inspiriert waren. Für unsere melodische Seite lassen wir und von Bands wie This Will Destroy You, Brand New und Thrice beeinflussen, von denen wir alle riesige Fans sind. Unser Zeil war, ein brutal hartes, aber gleichzeitig melodiöses Album zu machen. Eine energiegeladene Sammlung von Aggression, aber gut zusammen gestellt. Ich glaube, das ist uns gelungen.“ „Hollow Crown“ entwickelt sich als buntes und effektives Pottpüree, das Elemente von Death Metal, Deathcore, Screamo/Schrei-Emo bis MetalCore beinhaltet, die mittels einer modernen Einstellung zum eigenen Banddasein miteinander kombiniert werden. Das technische Level der ARCHITECTS ist durchaus hoch, steht jedoch nicht im Mittelpunkt der Platte: „Wir legen den Fokus nicht mehr wirklich darauf. Wir waren einmal glücklich, dass die Leute uns als technische Metalband bezeichnet haben, denn das war es, was wir machten. Aber wir fühlen uns jetzt so, dass wir das hinter uns gelassen haben. Melodie und gutes Songwriting sind uns jetzt viel wichtiger.”

 
 Links:
  myspace.com/architectsuk
 
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