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The Blackout Argument

Storie von: Dominik, am 07.02.2009 ]

Musik als Heilmittel: Mit ihrem neuen Release “Remedies” beweisen die Münchener eindrucksvoll ihre Qualitäten als Band, ihr sowohl musikalischen wie auch lyrisches Talent und damit wohl auch endgültig ihren Stand in der deutschen Hardcore-Szene. THE BLACKOUT ARGUMENT haben die beste Therapie für alle geplagten Bands gefunden; sei bereit alles zu geben. Die Fusion der Stile haben sie dieses mal bis auf die Spitze getrieben und verschmelzen Hardcore, Metal und Rock an allen Stellen des Albums nahtlos; bedienen sich scheinbar mit spielerischer Leichtigkeit aller Elemente genau dort, wo sie benötigt werden.

 
Ist die Stimmung zu Hause in Bayern auch positiv angespannt und wartet man verständlicher Weise auf die ersten Reaktionen aus dem Munde der Fans und Kritiker, so kann die Band auch zurecht stolz auf das Geleistete sein. Die kontinuierliche und harte Arbeit tragen letztlich nicht erst mit dem nun veröffentlichten “Remedies” erste Früchte. Chris gibt Einblicke in die Bandtätigkeiten: “Zum Glück "müssen" wir gar nichts tun sondern wir "wollen", was letzendlich auch ein viel effektiverer und langanhaltender Antrieb ist als Zwang in irgendeiner Form. Seit Tag 1 haben wir mit der Band das Ziel verfolgt immer weiter voran zu kommen. Keiner von uns hatte/hat Lust auf eine reine Hobby-Band mit 2x im Monat proben und 5 Shows im Jahr in der Region. Egal worum es geht, sei es Songwriting, Veröffentlichungen, Artwork, Merch, Shows, Touren, Equipment, Proben, und und und, wir versuchen immer das Beste rauszuholen und bringen maximalen Einsatz. Das ist manchmal schwierig mit dem "Rest des Lebens" (Jobs, Uni, Freundinnen, etc.) unter einen Hut zu bringen aber wir tun es wie gesagt gerne.”

Gleichzeitig ist man sich aber auch des großen Glücks und des Zufalls als großem Mäzen der Band bewusst, der gepaart mit dem unermüdlichen Einsatz des Quintetts nach nur drei Jahren Bandgeschichte zu einer beachtlichen Fanbase und Europa-weiter Anerkennung führte. “Wir haben einige sehr coole Touren gespielt, haben viele Releases veröffentlicht, mit super Labels zusammengearbeitet, sind bei Lifeforce unter einem der renomiertesten europäischen Underground Labels unter Vertrag und eigentlich vergehen keine zwei Monate ohne dass wir nicht zumindest einen kleinen Schritt weiter kommen mit der Band. Wir sind jedenfalls sehr glücklich mit dem, was wir bisher erreicht haben und freuen uns über jede weitere positive Entwicklung. Wir erwarten jedoch nicht dass das von alleine passiert sondern sind weiterhin bereit alle Kraft und Zeit die uns zur Verfügung steht in die Band zu investieren.”

Der Sound des neuen Albums ist erneut vielschichtiger ausgefallen. Die Grenzen zwischen melodischem Hardcore, Metal und Rock sind wie weggewischt und selten trafen dynamische Chöre passender auf metallisch-energische Riffs wie auf “Remedies”. Rücksichtslos wird kombiniert was gefällt und das Ergebnis weiss auf Anhieb zu überzeugen. THE BLACKOUT ARGUMENT verzichten gänzlich auf die sichere Nummer und setzen alles auf eine Karte: Eigenständigkeit. Auch das scheint ein Resultat der harten Arbeit zu sein, vor allem aber auch des Blicks über den Tellerrand. “Ich habe oftmals das Gefühl, dass sich deutsche und europäische Bands mehr trauen als beispielsweise Amerikanische. Dort gibt es immer einen "Vorreiter" der einen neuen Weg bereitet (Beispielsweise "Job For A Cowboy" oder seinerzeit "Killswitch Engage") und dann gibt es hunderte Bands die nichts weiter machen als in die selben Fußstapfen zu treten, oftmals sogar mit deutlich größerem Erfolg als ihre einstigen "Idole". In Europa schielt man natürlich auch gerne über den großen Teich und guckt was aus Amiland so rüberkommt, aber es gibt auch extrem viele Euro-Bands, die einfach ihr Ding durchziehen und drauf scheissen, was der "Große Bruder" macht, was natürlich extrem cool ist. Unabhängig davon erkennt man Euro-Core auch an den nicht immer ganz Akzentfrei dargebotenen Lyrics.” (lacht)

“Remedies” – Gegenmittel also – ist das neue Album betitelt, unterlegt mit einem Konzept, das zum Nachdenken einläd und erneut eine Band zeigt, die sich einmal mehr einfach ein wenig mehr Gedanken macht, als viele andere das tun. “Dem Album Titel liegt ein übergreifendes Konzept zugrunde was die Texte, das Artwork, die Linernotes und die Musik von „Remedies


“ miteinander in Einklang bringt. Bei diesem Konzept von geht es (kurz zusammengefasst) um Bachblüten, ein bekanntes homöopathisches Heilmittel, welches mich meine ganze Kindheit und Jugend über begleitet hat. Für jeden Gemütszustand gibt es eine passende Blüte. In Analogie hierzu haben wir den einzelnen Song auf „Remedies“ welche ebenfalls alle von verschiedenen Gefühlswelten handeln, jeweils eine passende Bachblüte zugewiesen, was sich in den Doppeltiteln der Songs (z.B. ‘Daisied Tree / HORNBEAM’ oder ‘Seven Tones Of Grey / PINE’) widerspiegelt. Die Idee dahinter ist es, die Songs, die Texte, das Album als ganzes oder Musik im allgemeinen als „Heilmittel“ anzuerkennen, welches die Fähigkeit hat, den Rezipienten, aber auch uns als Musiker/Menschen zu helfen, mit negativen Gefühlen wie Wut, Angst, Trauer, Stagnation, oder Verzweiflung besser umgehen zu können. Hoffnung gibt es immer, es hängt nur von einem selbst ab ob man daran anknüpft oder diese ignoriert. Ein Allheilmittel für jeden Konflikt, für jeden Rückschlag oder jede Enttäuschung gibt es selbstverständlich nicht, das wäre auch zu einfach und würde Leben ansich den Sinn nehmen. Viel spannender als die Frage WAS man gegen solche Situationen tun kann ist meiner Ansicht nach WIE man es tut bzw. damit umgeht. Erst im Umgang mit Problemen, Bedrohnungen und Schmerz zeigen Menschen ihre wahre Größe. Wir haben alle unterschiedliche Vorraussetzungen mit auf den Weg bekommen und in vielen Fällen sind diese alles andere als optimal, aber das Werkzeug um wieder auf die Beine zu kommen und einen mutigen Neuanfang zu starten haben wir alle das gleiche.”

Schon das vielbeachtete und diskutierte kostenlose Online-Release “Smile Like A Wolf”, wie auch die anderen Vorgänger entstanden mehr oder weniger in Eigenregie. Frei nach dem Motto “Never change a winning team” haben sich THE BLACKOUT ARGUMENT auch für die Aufnahmen zu “Remedies” nicht ins Zeug reden lassen. “Wir haben das meiste alleine gemacht, was wir aber auch so wollten. Nachdem die Songs bereits ziemlich "im Fluß" entstanden, wollten wir den Rest der Album-Produktion auch selbst in die Hand nehmen. Mit dem Ergebnis sind wir ganz arg krass zufrieden, eigentlich ist alles genauso geworden, wie wir es haben wollten und das ist jetzt KEINE Floskel die wir beim nächsten Album dann wieder revidieren! (lacht) Uns ging es darum dass die Produktion am Ende zwar wuchtig und durchschlagend ist, aber nicht nach Metal klingt, was sich als ziemlich schwierig entpuppt hat. Wir haben viel mit Amps, Mikrofonen, Pre-Amps, etc. rumprobiert bis wir dieses Ziel letztendlich erreicht haben. Das Mastering hat dann den Rest beigetragen. Die Aufnahme klingt "groß" und "klar", auch "druckvoll" jedoch ohne krampfhaft ans Limit zu gehen. Während wir eine Platte schreiben und Aufnehmen verlassen wir uns einzig und alleine auf unseren eigenen Geschmack bzw. unser Musikverständnis. Ich schließe nicht aus, dass wir in Zukunft vielleicht auch mal einen Produzenten mit in den Prozess einbinden aber bisher sind wir mit der "band only"-Methode sehr gut gefahren. Jeder in der Band hat ein ausgeprägtes musikalisches Gehör und schon viel Erfahrung mit anderen Bands / Albumproduktionen gesammelt. Wir können also aus einem großen Erfahrungspool schöpfen.”

Wie das ganze live umgesetzt wird, wie gesund die fünf Münchener sein werden und wie eine der fleissigsten aufstrebenden Bands klingt, kann auf der im März startenden Tour begutachtet werden. Zusammen mit This Is Hell und Dead Swans werden THE BLACKOUT ARGUMENT gut vier Wochen durch Europa reisen und mehr als ein dutzend mal davon auch auf deutschen Bühnen zu sehen sein. Und auch Chris verspricht: “Das wird der Hit!”

 
 Links:
  myspace.com/theblackoutargument
 
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