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Parkway Drive

Interview von: Dominik mit Winston, am: 26.01.2009 ]

Die australischen PARKWAY DRIVE zählen zu den wohl erfolgreichsten Hardcore / Metalcore Acts des letzten Jahres und konnten wegen des durchschlagenden Erfolges des im Oktober 2007 erschienenen “Horizons“ für ein gehöriges Maß an Aufsehen sorgen. Erst kürzlich wurden die Termine der China-Tour des Fünfers von der anderen Seite der Welt bekannt gegeben. Die politische Situation dort vor Augen wird deutlich, welchen Stellenwert eine Band wie PARKWAY DRIVE erreicht hat, um nach mehreren Europa-, USA- und natürlich Australien-Touren nun auch die Volksrepublik China befahren zu können.

 

In der Sitzecke des rollenden Zuhauses setzen wir uns also neben Drummer Ben Gordon, der gerade wie hypnotisiert auf seinen Laptop starrt – der Grund hierfür wird sich auch im Laufe des Gesprächs klären – zum Sunnyboy und keifenden Sympathieträger Winston McCall, um den Erfolg der Band näher zu beleuchten.

Musicscan: Als ihr im Mai letzten Jahres in Deutschland wart, war die Nachfrage derart groß, dass ihr gleich zwei Shows an einem Tag in Köln gespielt habt. Im Vorfeld dazu hast Du gesagt, dass Du sehr gespannt darauf bist, wie das laufen wird. Wie war das ganze für dich?

Parkway Drive: Die Show am Nachmittag war großartig, aber die Show am Abend war tatsächlich verrückt. Das war wahrscheinlich die verrückteste Show, die wir jemals gespielt haben. Die Kids sind durchgedreht. Ich hatte sowas wirklich nicht erwartet und dachte mir die ganze Zeit über nur: ‘What the Fuck?’. Ich war ganz weggehauen. Und dann 2007 die Never Say Die –Tour bei der in Köln gut 800 Leute waren, 2008 war die dann sogar mit 1.500 Besuchern ausverkauft.

Musicscan: Bei einem solchen Erfolg und dem scheinbar immer größer werdenden Interesse an PARKWAY DRIVE musst Du unbedingt sagen, was als nächstes passieren wird. Wie sieht es mit einem neuen Album aus?

Parkway Drive: Wir haben angefangen daran zu schreiben. Aber zuerst wird es eine DVD mit Dokumentation geben. Wir haben so ziemlich alles gefilmt, was wir als Band gemacht haben und sogar schon in einer Zeit, bevor die Band wirklich existierte. All unsere Reisen und einfach alles. Das macht Ben hier gerade auch. Er digitalisiert ungefähr 100 verschiedene Aufnahmen und schaut sie sich an. Obwohl es ein riesiger Aufwand ist, jeden Schnipsel unserer Geschichte zusammen zu tragen, macht es sehr viel Spass. Es ist was kreatives und neues, was wir vorher noch nicht gemacht haben. Auch wenn die DVD also wohl als erstes rauskommen wird, haben wir schon mit dem Songwriting begonnen.

Musicscan: Passiert das ganze dann bei Euch im Tourbus, oder wie seid ihr in der Lage, neben all den Touren auch noch neue Musik zu schreiben?

Parkway Drive: Wir hatten ungefähr zwei Monate Zeit, in denen wir schreiben konnten. Die waren zwar unterbrochen von einer kleinen Neuseeland-Tour, aber in den zwei Monaten haben wir angefangen zu jammen und neue Ideen zu spielen. Das ist immer cool, wenn wir was neues machen. Welche Richtung es einschlagen wird kann ich noch nicht genau sagen, aber es sind definitiv ein paar sehr interessante Sachen dabei. Ich glaube nicht, dass es mehr Metal-orientiert sein wird, aber vielleicht technisch ausgereifter. Etwas mehr auf den Punkt und natürlich etwas heavier. Es wird anders klingen, aber es wird immer PARKWAY DRIVE bleiben. Ich mag Riffs und ich höre gerne gute Riffs und liebe es, darüber so böse zu singen wie es nur geht. Natürlich würde ich dann auch gerne wieder mit Adam [Dutkiewicz, Produzent von “Killing With A Smile” und “Horizons”, Anm. d. Verfassers] arbeiten. Wir hatten großes Glück, schon zwei mal mit ihm zu arbeiten und ich denke, dass er für uns der beste Produzent ist. Wir haben Spass und der Sound, der dabei rauskommt, ist fantastisch. Natürlich haben wir noch keinen genauen Plan, wann das Album kommen wird und wir haben noch nicht einmal Zeit im Sutdio gebucht, aber ich denke, dass es erst 2010 fertig sein wird.

Musicscan: Winston spricht ohne lange zu kalkulieren, welche Vorgänge und Details er verraten soll und darf über alles, was er gefragt wird und hat dabei immer einen flotten Spruch auf den Lippen und ein breites Grinsen im Gesicht. Er geniesst es sichtlich, dass die Band derart gut zu laufen scheint und ein ungebrochenes Interesse an PARKWAY DRIVE besteht. Er spricht ganz unbefangen darüber, dass es auch Arschlöcher im Business gibt, darüber, wie gut die Unterstützung von Seiten der Plattenfirma Epitaph ist, wie fantastisch es weltweit für die Gruppe läuft, aber auch über die vielleicht nicht ganz so offensichtlichen Sorgen einer Band.

Parkway Drive: Die Band und das Touren ist alles was wir haben. Wenn es PARKWAY DRIVE nicht gäbe… Die Stadt aus der wir kommen [Byron Bay an der Nordostküste Australiens, Anm. d. Verfassers] bietet nicht viele Möglichkeiten. Der einzige Wirtschaftszweig dort ist der Tourismus. Das einzige, was Du da machen kannst ist als Küchenhilfe zu arbeiten, oder etwas zu verkaufen. Und auf diese Jobs gibt es unzählige Bewerber, so dass wir eine der höchsten Arbeitslosenquoten haben. Bevor die Band losging, waren wir also entweder arbeitslos oder haben uns mit Jobs über Wasser gehalten. Jeff [Ling, Gitarre] arbeitete zum Beispiel in einer Videothek, sowas eben. Ich weiss wirklich nicht, was wir tun würden, wenn es die Band nicht mehr gäbe. Das ist hart und deswegen geniessen wir jeden einzelnen Tag.

Musicscan:Auch wenn Winston weiss, dass es nie besser für die Band lief als gerade, so scheint er doch auch besorgt darüber, was danach kommen wird. Dennoch lacht er es einfach weg und schafft es, positiv eingestellt zu bleiben. Vielleicht auch, um seinen Fans alles geben zu können. Denn wenn man ihn nach dem Interview am Metalzaun zur Backstage-Einfahrt stehen sieht und beobachtet, wie er mit den Fans über andere Bands, vergangene Shows und Konsolenspiele tratscht, sieht man, dass das der Moment ist, für den er lebt. Lachend sagt er einfach:

Parkway Drive: Lass uns sehen, wie es weiter läuft.

 
 Links:
  myspace.com/parkwaydrive
 
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