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Enemy Soil

Storie von: arne, am 17.01.2009 ]

Das Interesse an ENEMY SOIL ist auch mehr als zehn Jahre nach dem Split der Grindcore-Kombo ungebrochen stark. Relapse veröffentlichte kürzlich die 91er „Casualties Of Progress” Single der Band erstmals auf CD, während Bones Brigade dieser Tage bereits die dritte Pressung der Discographie „ENEMY SOIL Smashes The State!“ vorlegt. Vom polnischen Selfmadegod Records folgt nun die optimale Ergänzung in Form der ersten DVD der Gruppe aus Virgina, die passender Weise „Smashes The State Live” heißt.

 
„Es scheint mir eher so zu sein, dass die Leute, die uns kannten, uns nicht vergessen haben“, nimmt Richard Johnson (auch Agoraphobic Nosebleed und Drugs Of Faith) den Faden im Gespräch auf. „Nimm Dave Witte (Human Remains, Discordance Axis, Burnt By The Sun): Seit Jahren fragt er mich in regelmäßigen Abständen, ob ich die Band nicht wiederbeleben möchte. Damit ist er nicht der Einzige, doch die verschiedenen Mitglieder sind heute allesamt in Gruppen aktiv, mit denen sie zufrieden und glücklich sind. Es ist schade, dass wir damals mit der Band nicht weiter gekommen sind, doch rückblickend ist das völlig okay. Wir waren von den Umständen abhängig und mehr ging eben nicht.“

Der straighte und kompromisslose Grindcore den Band aus Virginia stand dem Schaffen von Terrorizer, Napalm Death, Disrupt oder Brutal Truth in nichts nach. Kein Wunder, dass der Vierer Spuren hinterlassen hat: „Es gibt durchaus Künstler, die ENEMY SOIL als Einfluss benennen, doch das ist aus meiner Sicht überschaubar. Für einige Leute jedoch haben wir eine große Bedeutung. Da erinnere ich mich insbesondere an eine Show, die wir 1995 in Kalifornien gespielt haben. Dort trafen wir Kids, die extra wegen uns aus dem Mittleren Westen angereist waren, nur um uns zu sehen. Gelegentlich treffe ich auch heute noch Leute, die mich auf ENEMY SOIL ansprechen. Das überrascht mich, erfüllt mich aber auch mit Stolz.“ Angesichts der angriffslustigen Stücke zwischen Fast- und Grindcore ist klar, weshalb das Schaffen der Band bis heute nachwirkt:

„Wenn du mich fragst, waren wir weder außergewöhnlich, noch haben wir irgendetwas anders gemacht als die Gruppen, die damals aktiv gewesen sind,“ relatviert Richard. „Allenfalls lässt sich sagen, dass wir die bekannten Stil-Elemente etwas anders arrangiert haben und vielleicht deshalb stärker auffielen. Das war uns damals jedoch nicht bewusst. Aus anderen Projekten brachten wir viele überschüssige Riffs und Ideen mit, die wir mit ENEMY SOIL umsetzten. Da die Stile der anderen Gruppen durchaus verschieden waren, schlug sich das nieder und ist vielleicht die Begründung, weshalb sich einige Leute an uns erinnern. Unser Sound hatte schon eine eigene Note bzw. klang nicht so wie der von allen Anderen. Vielleicht hat es aber auch ausgereicht, dass wir in dem, was


wir taten, einfach gut waren. So etwas soll vorkommen, wenn Einstellung und Überzeugung stimmen. Die beständigen Line-Up-Wechsel haben die Sache für uns nicht leicht gemacht, denn die Mitglieder kamen und gingen recht schnell. Die unterschiedlichen Ansprüche haben jedoch dazu beigetragen, unseren Sound frisch zu halten.“ Die Mitglieder der Gruppe gründeten in der Folge u. a. City Of Caterpillar, Drugs Of Faith und Pig Destroyer oder heuerten bei Agoraphobic Nosebleed, Wadge und Frodus an. Selbst bei der 2001er Reunion-Show im New Yorker CBGB’s gab es personelle Probleme, insofern ist die DVD „Smashes The State Live” überaus repräsentativ:

„Die DVD spiegelt das Wesen von ENEMY SOIL wider. Sie ist ein wenig verrückt und sehr real. Einige der Aufnahmen stammen von Kopien von Kopien, weil die Originale im Laufe der Jahre verloren gegangen sind. Und doch wird deutlich, was uns ausgezeichnet hat. Wenn ich die DVD schaue, kann ich mich an jedes einzelne Konzert erinnern. Zwischen den Zeilen kommt heraus, dass wir der Band zwar ernsthaft, jedoch nicht zu ernst, nachgegangen sind. Der Spaß stand für uns klar im Vordergrund. Das Line-Up der Reunion-Show ist ein ganz besonderes, denn in dieser Besetzung hat es ENEMY SOIL nie gegeben, zumindest nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt. So kamen wir alle in den Genuss, Stücke zu spielen, an denen wir zur aktiven Zeit nicht beteiligt waren. Eigentlich sollte JR singen, doch da er an diesem Wochenende Gigs mit Pig Destroyer hatte, kam es nicht dazu, was rückblickend schade ist. Um ehrlich zu sein ist auch nicht das komplette Set auf der DVD. Einige Tracks haben wir derart vergeigt, dass es peinlich gewesen wäre, diese auch noch zu veröffentlichen. ‚Small Man, Big Mouth’ hatte ich beispielsweise nie gesungen, so dass mir auf der Bühne der Text nicht einfallen wollte.“

Nicht nur deshalb wird es keine weiteren Gigs geben: „Die Reuion-Show war singulär und einmalig. Jeder, der einen DVD-Player hat, kann sie sich nun nachträglich zu Gemüte führen. Die ganzen Aktivitäten rund um ENEMY SOIL mit der Wiederveröffentlichung der 7 Inch, der Nachpressung unserer Discographie und der DVD sind schon verrückt genug für eine Band, die es seit zehn Jahren nicht mehr gibt. Dennoch möchte ich allen Leuten für ihr Interesse danken.“

 
 Links:
  enemysoil.drugsoffaith.com
 
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