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The Interbeing

Interview von: Daniel mit Dara Toibin, am: 08.01.2009 ]

Das Genre "schwedischer Death Metal", so wie es sich heute darstellt, ist im Grunde tot. Kaum eine Band glänzt hier noch mit Innovationen und beinahe könnte man der Nostalgie anheim fallen, wenn, ja wenn es da nicht einen Lichtblick gäbe. Spät im letzten Jahr sprengten die jungen Dänen von THE INTERBEING mit einem selbstproduzierten Demo (mit tatkräftiger Unterstützung von Jacob Hansen) die Erwartungen und mit viel Energie und scheinbar müheloser Brillianz geht hier eine Formation an den Start, von der man noch viel hören wird. Grund genug, sich mit Sänger Dara Toibin kurz zu schließen, um des Enthusiasten Auge in die richtige Richtung zu lenken.

 

Musicscan: Was kannst Du mir über den Namen "The Interbeing" sagen und in aller Kürze, über die Geschichte der wohl den meisten noch unbekannten Band?

The Interbeing: Der Name entstammt dem ursprünglichen Konzept, ein eher abstraktes Projekt zu gründen. Entlehnt ist er dem Gemälde "Interbeing" von Alex Grey, der auch schon für Tool gearbeitet hat, die uns somit natürlich auch beeinflußt haben. Dem folgend haben wir unsere eigene Interpretation dieses Terminus entwickelt und zerlegten das Wort in seine beiden Bestandteile, "inter" für "innerlich" und "being" als die Umschreibung einer lebenden Kreatur. Die eigentliche Band formierte sich dann im Herbst 2006 und bestand damals aus mir und zwei restlichen Bestandteilen der Band "Tr3ple P". Da wir noch zwei weitere Mitglieder benötigten, begaben wir drei uns auf die Suche und fanden schließlich im Web Boas Segel (Git.) und Drummer Kristoffer und waren somit komplett.

Musicscan: Euer Sound speist sich deutlich aus mehreren Quellen, angefangen beim melodischen Death Metal schwedischer Prägung, einem Schuß Metalcore und verschiedensten Samples und vor allem Synthies. Welche Bands hatten den entscheidenden Einfluß auf euch und wie ging eure musikalische Sozialisation vonstatten?

The Interbeing: Wir haben alle durchaus sehr unterschiedliche musikalische Hintegründe, aber meine Einführung in die Welt des Metals fand zu Beginn der Neunziger statt. Seinerzeit entdeckte ich Faith No More und Metallica für mich, später dann auch Marylin Manson, Korn und die Deftones. Daneben habe ich aber immer schon größeres Interesse am elektronischen Musiksektor gehabt, mochte TripHop-Acts wie Portishead und Massive Attack. Mein so gespaltenes Interesse sowohl, was Metal als auch Electro angeht entwickelte sich weiter und vor allem in den letzten fünf Jahren habe ich meinen Geschmack weiterentwickelt, hin zu herausfordernden und komplexen Sounds. Momentan inspirierend sind für uns Projekte, die ganze Klanglandschaften erschaffen und Atmosphäre erzeugen. Was den Metal angeht, so sind große Einflüsse vor allem Meshuggah, Tool, Mnemic, Tesseract, Soilwork und Strapping Young Lad. Auf der elektronischen Seite sind es dann eher Aphex Twin, Massive Attack und Amon Tobin.

Musicscan: Ungewöhnlich scheint mir der Umstand zu sein, daß ihr zwar die drei Tracks in Eigenregie finanziert habt, euch aber dennoch mit Jacob Hansen einen nicht gerade unbekannten und somit eher teuren Produzenten an Bord geholt habt, anstatt auf einen Deal zu warten.

The Interbeing: Wir haben die Songs tatsächlich allein aufgenommen und der ursprüngliche Plan war auch, diese drei Tracks selbst zu produzieren. Nach einigen Diskussionen aber dachten wir uns, daß eine zusätliche Sicht auf unsere Musik von außen nur nützlich wäre. Wir kontaktieren dann Jacob Hansen, eben weil wir von seinen wirklich fantastischen Arbeiten wußten und fragten ihn, ob er uns die Track mastert. Er war überrascht von unserem Sound und bot uns zusätzlich an, unsere Songs zu mixen. Wir stimmten zu und sind nun mehr als zufrieden mit dem Ergebnis. Was die Frage nach dem Deal angeht, wissen wir wohl alle, daß Geduld und träumerische Vorstellungen in diesen digitalen Zeiten eher rar sind und wir wollten eben von Beginn an einen professionellen Sound.

Musicscan: Erzähl mir ein bisschen über das lyrische Konzept von "Perceptual Confuison".

The Interbeing: Anfangs war meine Idee lediglich Texte zu schreiben, die die eher düstere Atmosphäre unserer Songs unterstützen und fand es in diesem Zusammenhang am effektivsten eine dystopische (sozusagen ein Anti-Utopia) Welt zu beschreiben. In dieser Welt sieht der Hörer alles durch die Augen des Protagonisten. Jeder Song hat seine ureigene, geschlossene Welt und der Titel "Perceptual Confusion" beschreibt die Gedanken des Handelnden beim Durchleben dieser unterschiedlichen Welten.

Musicscan: Eure Musik erinnerte mich sofort, jedenfalls was die Atmosphäre angeht, an die Postmoderne. Ist das etwas, was ihr mit eurer Musik erreichen wolltet?

The Interbeing: Ja, definitiv. Die Musik und das lyrische Konzept sind eng verknüpft und wir wollten auch, daß sich beide Elemente entsprechen. Die erdachten Welten in den Texten sind Projektionen in die Zukunft und deswegen wollten wir eben auch eine irgendwie futuristische und finstere Atmosphäre erschaffen. Das scheint bei Dir funktioniert zu haben.

Musicscan: In Zeiten von Myspace und anderen, vielfältigen Möglichkeiten selbst die eigene Musik zu bewerben, denkt ihr, daß das Internet euch geholfen hat?

The Interbeing: Darüber besteht kein Zweifel. Das meiste unserer Promotion läuft über das Web. Unsere Kommunikation mit Bands, Labels, Veranstaltungsorten und Musikjournalisten, wie eben auch Music-Scan hängt stark vom Internet ab. Außerdem ist es mittlerweile sehr einfach deinen Sound nach außen zu bringen, Dank solcher Seiten wie eben Myspace. Allerdings, das hat auch alles seine Schattenseiten. Viele User und auch Bands achten mehr auf die Anzahl der Hörer und ihre Freundesliste, als auf die Qualität der Musik.

Musicscan: Gibt es denn mehr als diese drei Songs auf dem Demo und was können wir in naher Zukunft von THE INTERBEING erwarten?

The Interbeing: Wir arbeiten momentan an den letzten Tracks für unser Debüt und es fehlen nur noch ein paar. Wenn alles funktoniert wie geplant, werden wir die Scheibe hoffentlich irgendwann 2009 veröffentlichen können. In nächster Zeit konzentrieren wir uns auf Gigs in Dänemark und die benachbarten Länder wie Schweden und Deutschland. Außerdem suchen wir natürlich nach dem richtigen Label. Also könnt ihr wirklich einiges von uns erwarten.

Musicscan: Wer jetzt noch keinen Appetit auf diese Band bekommen hat, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen, denn man übertreibt nicht, wenn man THE INTERBEING eine große Zukunft voraussagt, eventuell auch die Lösung aus der Sackgasse eines ganzen Genres.

 
 Links:
  myspace.com/theinterbeing
 
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