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Crisis Never Ends

Storie von: arne, am 05.01.2009 ]

CRISIS NEVER ENDS haben mit „Kill Or Cure“ unlängst ihren dritten Longplayer veröffentlicht. Über die Jahre und Releases sind die Schwaben immer metallischer und auch melodischer geworden. Entstanden ist ein variabel arrangiertes Album, das sowohl seine Momente als auch seine Berechtigung hat. Es erweist sich als „kluger Schachzug“, dass der Fünfer seine Stücke mit markanten Hooklines und ausgeprägtem Eingängigkeitspotenzial versehen hat.

 
Für diejenigen, die CRISIS NEVER ENDS immer noch nicht kennen, stellt Shouter Heiko seine Band eingangs in einem kurzen Abriss vor: „CRISIS NEVER ENDS sind sieben ziemlich hässliche Dudes, die einfach zusammen verdammt viel Spaß haben und irre gerne neue verrückte Typen kennenlernen. Jürgen und Stephan an den Gitarren, Micha am Bass, Stumpfi an den Trommel, ich am Geschrei, Nobby am Merchtisch und Rene hinterm Lenkrad. Wir kommen aus dem wunderschönen Baden-Württemberg, und ja, wir mögen Spätzle!“ Die Gruppe ist inzwischen schon einige Jahre lang aktiv, ohne dass Motivation und Kreativität gelitten hätten. Und auch im kreativen Bereich sind bislang keine Abnutzungserscheinungen auszumachen: „Es ist Motivation genug einfach weiterhin ne verdammt gute Zeit miteinander zu haben. Natürlich machen wir gerne zusammen Musik, trinken dabei das ein oder andere Bier und machen eben genau die Mucke, auf die wir Bock haben. Das ist auch der Grund, warum wir immer noch hungrig sind. Wir sind bisher immer unseren eigenen Weg gegangen und werden das auch weiter tun. Und keiner von uns hat Lust das für irgendeinen Trend aufzugeben.“

Diese Aussage lässt erahnen, wie wichtig die Band im Leben der Beteiligten ist, auch wenn es neben den Verpflichtungen des „normalen Lebens“ mit zunehmendem Alter nicht einfach ist, aktiv und produktiv zu bleiben: „CNE ist neben unseren Freunden und Familien mit Sicherheit das wichtigste! CNE ist unser Baby, hat mit uns die Jahre hindurch alle Höhen und Tiefen erlebt. Aber natürlich haben wir auch unsere Verpflichtungen. Zwei von uns studieren noch, der Rest arbeitet in mindestens einem, eher zwei Jobs. Jeder hat die üblichen Verpflichtungen und 25 Tage Urlaub im Jahr. Wir investieren soviel Freizeit wie möglich in CNE, aber wenn du Deine Kohle eben nicht mit Musik, sondern auf Arbeit verdienst, kannst du leider nicht acht Mal im Jahr auf Tour gehen. Das nervt uns manchmal, aber kann man nicht ändern. Wir sind in der glücklichen Lage, dass alle unsere Ladies auf Rockstars stehen und daher haben wir zu hause nen leichten Stand was das Spielen vieler Shows betrifft.“ Neben den Entbehrungen gibt es immer wieder wichtige Etappen-Erfolge, die motivieren, weiterhin ein Maximum zu geben: „Also definitv ein Wendepunkt war die Split MCD mit unseren Freunden Final Prayer. Ich war damals frisch in der Band und die Leute waren gespannt wie sich CNE entwickelt. Ab da ging es mit Release der CD ständig bergauf. Heartbeat bei Beniihana war sehr schnell ausverkauft und mit Prevision Music haben wir nun endlich ein Label gefunden, das unsere Musik genauso liebt wie wir! And now it is time for Kill or Cure. Wir sind immer eine ehrliche Band gewesen und wir sind eben keine Gangster sondern die netten Metaljungs von nebenan. Ich hoffe wir konnten in all den Jahren der Szene etwas Ehrlichkeit zurück geben.“

Die Labelproblematik hat dabei auch von CRISIS NEVER ENDS nicht Halt gemacht. Nach dem Ende von Beniihana mussten die Schwaben schon wieder das Label wechseln: „Da muss ich Dir recht geben. Die Sache mit Beniihana und Björn war ziemlich beschissen. Wir sind Gottseidank stark aus der Sache heraus gekommen und ham gesagt „jetzt erst recht“. Andere Bands haben sich damals als Konsequenz aufgelöst. Robby von Prevision macht nen super Job. Wir hatten noch nie so gute Promo wie jetzt. Ohne Promo ist es einfach schwer von den Leuten überhaupt beachtet zu werden, obwohl man eigentlich ne ganz gute Band ist. Wir hoffen nun bei Prevision Music ein stetiges Zu hause gefunden zu haben und es sieht schwer danach aus.“ Hoffentlich erweist sich der Optimismus als berechtigt und Prevision Music kann das Outfit weiter pushen: „Also Robby (Sänger der Band Karkadan) ist Labelchef von Supreme Chaos Records. Dort wurde unsere letzte LP released. Er hatte Bock auf die neue Scheibe und hat ein Sublabel für uns und Cheeno (Saarbrücken) gegründet. So entsand Prevision Music. Das Label ist also noch recht jung und wenn die gute Arbeit die jetzt schon läuft stetig weiterentwickelt wird, mach ich mir um die Zukunft von Prevision keine Sorge. Da müssen sich wohl eher ein paar andere warm anziehen.“

Hinsichtlich „Kill Or Cure“ dürfte es zwei wesentliche Rezeptionsrichtungen geben: Während die eine Fraktion den dritten Longplayer von CRISIS NEVER ENDS als x-tes überflüssiges MetalCore-Release ablehnen und verreißen wird, dürfte das andere Lager die neue Scheibe der Stuttgarter aus eben diesem Grund abfeiern. Das Quintett selbst ist bereits seit zehn Jahren unterwegs und über die Diskussion erhaben. Die Schwaben haben sich ihre Sporen in der Dekade ihres Bestehens redlich


verdient und spielen schlichtweg den Stil, der ihnen liegt und in dem sie ihre Akzente zu setzen wissen. Über die Jahre sind CRISIS NEVER ENDS dabei immer metallischer und auch melodischer geworden. Ohne den MidTempo-Mosh, dichte New School-Parts und Gang-Shout-Outs ginge „Kill Or Cure“ wohl auch als Schweden-Death-Platte durch, doch gerade das wollen die Musiker nicht. Mit Stolz und aus voller Absicht heraus setzen sie „typische“ Core-Parts, die heute nur noch von wenigen Gruppen gespielt werden: „Super. Danke! „Man hört, dass wir es sind“. Das heisst soviel wie „wir sind uns treu geblieben“ und wenn wir als „unmodern“ empfunden werden, dann fass ich das auch als Kompliment auf weil wir dadurch bestätigt kriegen, dass wir keine 0815 Band sind. Sowas nennt man dann Eigenständigkeit und das ist definitiv Geschmackssache. Aber mit beidem können mir mehr als gut leben.“ „Kill Or Cure“ hört zieht seine Stärke gerade aus dem Umstand, dass CRISIS NEVER ENDS zurück schauen und „bescheiden“ und sehr bewusst mit den verarbeiteten Stilelementen agiern und selbstbewusst MetalCore sind: „Wir sind definitiv selbstbewusst und wir sind definitiv Metalcore wenn das Bands wie HSB, Cataract oder Maroon sind. Aber wir sind definitiv nicht Metalcore wenn damit die ganzen metallischen Hardcorebands gemeint sind, die vor 3 Jahren aus dem Boden gestampft wurden. Wir sind allesamt Hardcorekids, die Metal lieben. Ich nehm dafür immer gern die Bezeichnung Punkmetalkid. Das interessante an der Sache ist, dass wir mittlerweile wesentlich mehr Aufmerksamkeit im Metalbereich bekommen und dort oftmals als melodiösen Deathmetal beschrieben werden.“

Auch wenn die Leute heute an Stilübergreifende Sound zwischen Metal, Hardcore etc. gewöhnt sind, haben viele mit „Crossover-Mucke“ immer noch Probleme. Auf ausgewiesene Metal-Shows haben CRISIS NEVER ENDS bisweilen Schwierigkeiten, akzeptiert zu werden, was für die Schwaben kein großes Problem ist: „Nicht jeder Metaller kann was mit uns anfangen, auch nicht jedes Hardcorekid. Das Gute daran ist, dass wir es mittlerweile geschafft haben, auf all unseren Shows bunt gemischtes Publikum zu ziehen. Die meisten Leute haben dann auch irre Spaß mit uns. Leider fehlt Hardcore und Metal aber immer noch zu stark die gegenseitige Akzeptanz. Für Altmetaller können wir schonmal keine gute Musik machen weil wir kurze Haare haben und für einige Edgekids können wir gar nicht Hardcore sein, weil wir uns gerne mal n paar Kolben hinter die Birne giessen. Aber ich denke damit hat jede Band „zu kämpfen“. Abgesehen davon kann man es nicht jedem recht machen und das ist auch nicht unser Ziel.“ Allen Widrigkeiten zum Trotz entwickeln sich CRISIS NEVER ENDS beständig und ziehen „ihr Ding“ durch: „Keine Ahnung, ob es ein Erfolgsrezept gibt oder nicht. Aber ich bin der Meinung ehrliche Musik zahlt sich irgendwann aus. Die Leute merken einfach ob du das lebst was du machst, oder es nur ne aufgesetzte Zombimaske ist. Natürlich ist es schön, wenn deine Musik von vielen abgefeiert wird. Aber mit der Band gibt es immer wie im richtigen Leben Ups and Downs und man muss eben immer weiter machen.“

Musikalisch verbuchen die Stuttgarter mit „Kill Or Cure“ ein Album, die ihren Platz in der deutschen und europäischen MetalCore-Szene festigen und ausbauen wird. Ausgehend von den kleineren Schwächen des Vorgängers haben die Jungs nachgelegt: „Das ist eigentlich ganz einfach: Wir haben das verändert, das wir im nachhinein auf dem letzten Album nicht ganz zufriedenstellend fanden und das beibehalten, das uns sehr gut gefiel. So entwickelt man sich von Album zu Album immer weiter. Wir haben den Anspruch an uns, eine Platte zu machen, die man sich durchören und mehrmals anhören kann. Eine Scheibe ist eine gute Scheibe, wenn sie auch nach nem Jahr ab und an aus dem Regal geholt wird. Das ist unser Ziel.“ Dabei ist es Konstanz, die CRISIS NEVER ENDS besser werden lässt: „Wir sind nicht gerade extrem experimentierfreudig. Wir haben im selben Studio mit denselben Instrumenten aufgenommen wie beim Album zuvor. Lediglich Proberaum und Schlagzeuger haben wir ausgetauscht. Mit Heiko an den Trommeln kam nochmals richtig neuer Wind in die Band. Das wird sich dann richtig auf den nächsten Aufnahmen zeigen.“ Für 2009 stellt der Shouter vor allem den obligatorischen Live-Support zur Platte in Aussicht: „Wir werden hoffentlich massig Shows spielen und sehr viel unterwegs sein. Im März steht ne Tour an. Hoffe, wir sehen uns auf der einen oder anderen Show. Wenn alles klappt, werden wir dann im Herbst schon wieder aufnehmen. Wie schon erwähnt: Wir sind immer noch hungrig.“

 
 Links:
  myspace.com/crisisneverends
 
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