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William Control

Storie von: arne, am 24.12.2008 ]

Der 80er Jahre Dark-Wave mit seinen Synthie-Sounds und die sterilen, experimentellen Industrial-Studien haben es auffällig vielen Emo- und Screamo-Kapellen angetan. So werden Gruppen wie Depeche Mode, New Order, Joy Division, The Cure, Godflesh oder Nine Inch Nails gerne als maßgebliche Inspirationsquellen genannt, obwohl die dominant melodischen und eingängigen Sounds der modernen „Szene-Bands“ kaum etwas mit diesen „Referenzen“ zu tun zu haben scheinen. Anders verhält es sich bei den Solo-Ausflügen „prominenter“ Musiker, die unerwartet häufig in Gothic- und Dark-Electro-Pop-Gefilde „abdriften“.

 
WILLIAM CONTROL von Aiden-Frontmann Will Francis ist dafür nur ein weiteres Beispiel: „Fragen nach der musikalischen Richtung oder nach dem Stil bewegen mich nicht. Die Songs schreibe ich einzig und allein aus dem Grund, um mein Innerstes nach außen zu kehren. Andernfalls würde ich vielleicht jemanden umbringen. In mir existiert etwas Böses, ein Dämon, der sich als WILLIAM CONTROL manifestiert. Er steht für die dunkle Seite meiner Seele.“ Das Alter Ego von Francis setzt musikalisch andere Akzente als die Hauptband Aiden, doch im Ergebnis fällt das Solo-Debüt „Hate Culture“ kaum weniger trendy aus:

„Die Musik ist auf meinem Synthesizer und meinem Computer entstanden, auf dem ich ein Programm habe, mit dem man Schlagzeug-Parts erstellen kann. Die Kombination aus Beidem und meinen Vocals formt das Album. In der Summe steht dabei mehr als nur die Mischung elektronischer Drums und Synthie-Sequenzen. Gitarren, Bass und Melodien finden sich ja ebenso. WILLIAM CONTROL steht für experimentelle Musik, den Soundtrack für eine dunkle, erotische Sex-Club-Party, auf der die Leute tanzen und eine gute Zeit haben. Mir ist es wichtig gewesen, „verträgliche“ Sounds zu machen, zu der sich die Leute nicht rumschupsen, wie wir es auf den Aiden-Shows erleben.“

Der Musiker aus Seattle veröffentlicht wiederum auf Victory und zimmert eine gefällige Düster-Mixtur, die einen ausgeprägten Hang zu Wiederholungen aufweist. Die einzelnen Stücke der Platte weisen unterschiedliche Schwerpunkte auf,


doch insgesamt ähneln sich die Strukturen sehr. Es gleicht einer Einladung WILLIAM CONTROL als ‚Beautiful Loser’ einzuordnen, denn die erste Single von „Hate Culture“ hört auf diesen Titel. Es wäre ein Leichtes, den Solo-Ausflug Francis’ als abgedroschen und vorhersehbar abzutun, doch der Sänger tut das ihm Mögliche, sich gegen mögliche Erwartungen zu wehren. Der thematische Schwerpunkt des Debüts ist das Ende der Verlobung des Washingtoners, die er theatralisch und unter Verwendung vieler Schimpfwörter verarbeitet:

„Die Arbeit an der Platte hatte für mich etwas Erlösendes und Therapeutisches. Ich habe kein Laster wie Alkohol oder Drogen, mit dem ich meine Probleme betäuben kann. Um mit meinem Leben wieder klar zu kommen, hatte ich nur zwei Alternativen; entweder mir einen Strick um den Hals zu legen oder ein „fucking“ Album zu machen. Wie schon so mehrmals zuvor hat die Musik mein Leben gerettet. „Hate Culture“ befasst sich allerdings nicht ausschließlich mit Beziehungen. Daneben existieren auch andere Themen. So verarbeite ich beispielsweise auch die Gefühle, die sich nach fünf Jahren beständigem Touren ohne Pause eingestellt haben. Die Zuspitzung bis zum Rauswurf unseres Gitarristen findet sich ebenfalls wieder, obwohl die Trennung von meiner Verlobten sicherlich zentral ist. Über die Jahre hat sich vieles aufgestaut, das einfach raus musste. Mein Lebensplan, wie ich ihn mir ausgemalte, hat eine unerwartete Wendung genommen. „Hate Culture“ reflektiert das.“

 
 Links:
  myspace.com/williamcontrol
 
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