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Beneath The Massacre

Storie von: arne, am 18.12.2008 ]

Im Segment technisch und modern orientierter Extrem-Kombos steht Kanada dem Nachbarland USA längst in nichts mehr nach. Gruppen wie Cryptopsy, Ion Dissonance, Despised Icon oder Fuck The Facts sind längst etabliert und ob ihrer rigorosen Arbeiten bekannt. Die aus Montreal stammenden BENEATH THE MASSACRE legten 2007 via Prosthetic ihr Debüt „Mechanics Of Dysfunction“ vor, mit dem das Quartett seinen Anspruch anmeldete, in eine Reihe mit den genannten Acts aufgenommen zu werden. Mit „Dystopia“ ist kürzlich ein Zweitwerk erschienen, das die Stärken der ersten Scheibe ausbaut und um neue Feinheiten ergänzt.

 
„Auf jedem Release haben wir etwas Neues ausprobiert“, resümiert Shouter Elliot Desgagnes. „Für „Dystopia“ haben wir uns sehr intensiv sowohl mit der reinen Technik als auch den melodischen Passagen auseinander gesetzt und lange nach der richtigen Balance zwischen Beidem gesucht. Im Ergebnis steht ein Album, das wir schon früher machen wollten, für das uns jedoch die finanziellen Ressourcen fehlten. Von der Arbeit an „Mechanics of Dysfunction“ haben wir gelernt, dass es nichts bringt, die Dinge zu überstürzen. Also haben wir die fürs Songwriting nötige Zeit investiert. Im Studio war es ebenso, denn wenn du selbst mit dem Ergebnis nicht zufrieden bist, können es die Hörer auch nicht sein.“

Wie wahr! Die klare Produktion von Yannick St-Amand in Kombination mit dem Mix von Jason Suecof stellt das präzise Spiel von BENEATH THE MASSACRE in den Mittelpunkt und lässt alle Feinheiten nachvollziehen. Neben aller Technik und den Extrem-Attacken setzen die Kanadier auch wuchtige Grooves im Stile von Dying Fetus, um die Kompromisslosigkeit und Konzentration fordernde Dichte der Tempo-Passagen zwischenzeitlich etwas zu relativieren: „Wenn man ehrlich ist, spielen wir einen Sound, der selbst für viele gestandene Metaller sehr extrem ist. Man kann uns nicht in jeder Gemütsverfassung verdauen, doch es ist nun einmal die Art von Metal, die uns liegt, und die wir spielen wollen. Als wir vor Jahren starteten, haben wir uns darüber keine Gedanken gemacht, doch natürlich reflektiert man die eigene Entwicklung, wenn man beständig auf Tour ist und Abend für Abend die Reaktionen des Publikums sieht. Im Songwriting sind wir in jedem Fall eigensinnig, doch jeder Musiker muss den für sich passenden Stil finden. Insofern haben wir alles richtig gemacht.“

…und auch die notwendigen Veränderungen im Detail vorgenommen: „Einige der Stücke stehen noch in der


Tradition von „Mechanics of Dysfunction“, aber es hat sch im Songwriting als guter Weg erwiesen, die abgedrehten Blastbeats mit Passagen verrückter Gitarren-Arbeit zu kombinieren, um so die Vielseitigkeit auszubauen. Irgendwann stößt man an die natürliche Grenze, dass man nicht mehr nachlegen kann, ohne Kompromisse hinsichtlich der Gitarren und Vocals in Kauf zu nehmen. Wenn man diesen Punkt erreicht, muss man neue Wege suchen. Das haben wir mit „Dystopia” getan.“ Prägnanz und Durchschlagskraft der Scheibe stehen dabei außer Frage: „Für uns steht es stets im Fokus, aggressive und schnelle Extrem-Sounds zu schreiben. Sollte irgendwann der Tag kommen, an dem uns das nicht mehr gelingt oder wir uns damit nicht mehr wohl fühlen, werden wir unsere Ausrichtung anpassen. Aktuell besteht dazu allerdings kein Anlass, denn wir sind genau da, wo wir sein wollen. Beschränkungen legen wir uns nicht auf, denn es ist wichtig, aufgeschlossen und experimentierfreudig zu bleiben. Man weiß ja im Voraus nie, was herauskommt, wenn man neue Dinge ausprobiert.“

Die Einordnung der Scheibe fällt dem Shouter nicht schwer: „„Dystopia” markiert für uns einen Wendepunkt, denn alle vorherigen Releases haben wir als „Teilzeit-Band“ geschrieben. Wir haben uns entschieden, der Band fortan hauptberuflich nachzugehen und so sind die Songs auf Tour und innerhalb eines kurzen Zeitraums entstanden. Das zahlt sich aus wie auch die Tatsache, dass wir dank des beständigen Tourens als Musiker gereift sind und auf unseren Instrumenten dadurch neue Möglichkeiten haben. Verglichen mit „Mechanics of Dysfunction“ konnten wir weitaus mehr von dem umsetzen, was wir uns vorgenommen haben. Man kann fast sagen, dass BENEATH THE MASSACRE eine völlig neue Band sind.“ Der zweite Track benennt dabei treffend, was die Kanadier auf ihrem Zweitwerk vom Zaun brechen: ‚Reign Of Terror’.

 
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