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Millencolin

Interview von: Alexandra und Gabi mit Erik Ohlsson, am: 18.11.2008 ]

Millencolin feiern dieses Jahr ihr 15jähriges Bestehen. Am 13.11.08 spielten sie zum dritten mal im Stuttgarter LKA Longhorn. Zeit einmal über die letzten Jahre, Zukunftsaussichten und das Leben als Musiker im allgemeinen zu sprechen. Gitarrist Erik Ohlsson stand uns Rede und Antwort und fand daran soviel gefallen, dass er in seinem Redeschwall nur noch von seinem Tourmanager unterbrochen werden konnte, von dem er pünktlich nach 20 Minuten wieder abholt wurde.

 

Musicscan: Hallo Erik, schön, Dich zu treffen! Wo habt ihr gestern gespielt?

Millencolin: Gestern hatten wir einen Tag frei. Wir sind von Barcelona hierher gereist.

Musicscan: Ah, dann habt ihr also vorgestern in Barcelona gespielt?

Millencolin: Ja genau.

Musicscan: Und wo habt ihr gestern euren freien Tag verbracht?

Millencolin: In Lyon.

Musicscan: Also in Frankreich?

Millencolin: Ja, weißt du, wir reisen ja in einem großen Bus und der Fahrer musste 11 Stunden am Stück fahren und wollte schlafen, also sind wir eine Weile in Lyon rumgehangen und sind dann irgendwann weitergefahren.

Musicscan: Und wann seid ihr dann in Stuttgart angekommen?

Millencolin: Heute so gegen Mittag, glaube ich.

Musicscan: Siehst Du Unterschiede zwischen den spanischen Fans und den deutschen? Zum Beispiel in der Art und Weise, wie sie auf eure Musik reagieren?

Millencolin: Ja, da gibt?s immer Unterschiede, weißt du. Wir haben ja schon sehr oft in Spanien und in Deutschland gespielt. In Spanien sind die Leute ein bisschen, hm, vielleicht ein bisschen verrückter. Die schreien und kreischen wie verrückt und so. Die haben, glaube ich, ein Riesenherz in Spanien in Bezug auf Musik, eben dass sie so schreien. Damit will ich nicht sagen, dass die Spanier uns mehr mögen, als die Deutschen, aber je südlicher Du kommst, desto hm...

Musicscan: Emotionaler?

Millencolin: Ja, emotionaler und, na ja, mediterraner und offener werden die Menschen. Die wissen und sagen genau, was sie wollen. Und je nördlicher du kommst, wie zum Beispiel in Schweden sind die Leute so: (verschränkt die Arme). Also es gibt quasi so etwas wie eine Skala vom Norden, wo die Leute nicht allzu gesprächig sind und nur sprechen, wenn sie es müssen bis in den Süden, wo sie die ganze Zeit am quatschen sind.

Musicscan: Ja, da ist was dran. Sag mal, habt ihr eigentlich Zeit für Sightseeing, wenn ihr auf Tour seid?

Millencolin: Ja, das haben wir auch schon gemacht.

Musicscan: Aber nicht auf dieser Tour?

Millencolin: Naja, wir haben halt irgendwie schon alles gesehen. Jede Stadt dieser Tour habe ich schon gesehen. Das ist das dritte Mal, dass wir hier (im LKA) spielen.

Musicscan: Okay, verstehe. Wird wahrscheinlich auch etwas langweilig mit der Zeit...?!

Millencolin: Nein, nicht langweilig, aber als wir beispielsweise das erste Mal in den USA waren, haben wir uns den Grand Canyon angesehen, das Weiße Haus und eben alles, was man so gesehen haben sollte. Wenn du dann zum zweiten Mal in dieses Land kommst, ist es eben so, dass du die ganzen Dinge schon gesehen hast und du machst dann halt andere Sachen wie zum Beispiel shoppen gehen oder was auch immer. Und wenn du dann zum fünfzehnten Mal in die USA kommst, du weißt schon...

Musicscan: Dann denkst du wahrscheinlich: ?Hm, okay, da ist jetzt die Sehenswürdigkeit.? (gähn)

Millencolin: Ja genau! Was dann nämlich irgendwann passiert, ist, dass du dich mehr auf die Shows fokussierst, das heißt, die Shows werden wichtiger. Deswegen sind wir ja schließlich da. Und das ist auch mit Abstand der lustigste Teil des Tages: wenn du auf die Bühne gehst.

Musicscan: Ja, das glaube ich! Du warst ja jetzt schon ganz schön oft in Deutschland; mal ehrlich: welche Stadt hat Dir am besten gefallen?

Millencolin: PUH! Ich denke, äh...

Musicscan: Du musst jetzt nicht ?Stuttgart? sagen.

Millencolin: Nein, nein, ähm, hm, tja, ich weiß es nicht! Genau genommen finde ich ganz Deutschland gut und habe daher keine deutsche Lieblingsstadt in dem Sinne. Aber generell kann ich sagen, dass Deutschland großartig ist, um hier Shows zu spielen. Hier ist alles immer so toll organisiert, das Catering klappt, du kriegst gutes Essen und so weiter... Wir waren zum Beispiel direkt vor dieser Tour in Südamerika und alles war so... also zum Beispiel sollten wir um 21.00 Uhr auf der Bühne stehen. Aber fast jeden Abend standen wir erst gegen Mitternacht auf der Bühne. Da gibt es nichts. Sie haben einfach Zeit.

Musicscan: Zeit für Verspätung?

Millencolin: Zeit ist für sie einfach nur ein Wort und sie wissen, dass es so etwas gibt. Keiner wusste irgendetwas und man konnte aus ihnen einfach keine konkrete Antwort herausbekommen. Es war eben alles total unorganisiert. Wir haben auch an Orten mit 5000 Fans gespielt und wir haben echt irgendwann gesagt: ?Oh Mann, wir können es kaum erwarten, endlich wieder in Deutschland zu spielen, wo einfach alles klappt!? Auf der Bühne, die Monitorboxen funktionieren, backstage passt alles... in Schweden ist es auch so. Und wenn du dann aus diesen ? ich sag? mal ? ?organisierten Ländern? zum Beispiel eben nach Südamerika kommst, ist das wirklich total abgefahren!

Musicscan: Dort heißt es dann wahrscheinlich: ?Vielleicht spielt ihr jetzt, vielleicht aber auch erst in drei Stunden??!

Millencolin: Ja, so ungefähr...

Musicscan: Okay. Sag mal, ist die aktuelle Bandkonstellation dieselbe wie am Anfang oder gab es da Veränderungen?

Millencolin: Wir sind die gleichen Typen! Mathias, der ja jetzt Gitarre spielt, hat in den ersten drei Monaten Schlagzeug gespielt, aber dann kam ziemlich bald Lars dazu und so ist es dann geblieben.

Musicscan: Das ist ja toll! Kennt ihr Euch seit Eurer Kindheit?

Millencolin: Nicht seit der Kindheit, aber seit unserer Schulzeit. Ich habe angefangen, mit Mathias und Nikola zu skaten, da war ich ungefähr dreizehn. Sie kamen aus einem anderen Teil der Stadt, aber wir haben und dann in einem großen Skatepark in unserer Heimatstadt getroffen und kennen gelernt und dann haben wir irgendwann die Band gegründet. Da waren wir etwa sechzehn.

Musicscan: Oha! Darf ich fragen, wie alt Du jetzt bist?

Millencolin: 33.

Musicscan: 33??? Okay, da sind einige Jahre ins Land gezogen...

Millencolin: Ja... ich bin quasi schon mein halbes Leben in dieser Band. Millencolin stellt also die Hälfte, nein stimmt nicht, eigentlich mein komplettes Erwachsenenleben dar.

Musicscan: Sie ist Dein Herzblut, oder?

Millencolin: Ja, absolut!

Musicscan: Wow, beeindruckend. Gab es bisher irgendwelche wirklich schrägen Erlebnisse mit Fans. Verrückte Stalker oder so?

Millencolin: Oooooh! Ja, es gab tonnenweise strange Erlebnisse über die Jahre.

Musicscan: Schlecht strange oder cool strange?

Millencolin: Nicht wirklich schlecht strange. Also nichts richtig Schlechtes. Irgendwelche schrägen Leute haben uns angerufen. Das war, bevor wir alle dann Geheimnummern hatten. Aber das waren halt einfach blöde Gags, bisher ist also nichts wirklich Schlimmes passiert. Ich habe Menschen kennen gelernt, das war, als ich in Portland gelebt habe, ist schon ein paar Jahre her, die standen dann halt plötzlich vor meiner Tür und haben ?auf mich gewartet?. Naja, eigentlich waren sie alle ganz nett, also keine Psychos.

Musicscan: Die wollten Dich wahrscheinlich nur mal sehen und ?Hallo? zu Dir sagen...

Millencolin: Ja, genau, sie wollten Autogramme haben oder Fotos mit mir machen und so... eigentlich war ich superhappy, dass sie uns so mögen.

Musicscan: Also kannst Du nach wie vor angstfrei auf die Strasse gehen?

Millencolin: Jaja, das auf jeden Fall! Das ist kein Problem. Wobei... manchmal... also zum Beispiel gerade in Südamerika, wir waren jetzt schon drei Mal dort, und manchmal werden die Leute SEHR emotional. Bei zu vielen Menschen hatten wir dort auch schon Securityleute. Ich glaube, dass die Leute es dort sicherlich gut meinen, aber es sind so viele und jeder will sich mal mit dir fotografieren lassen und sie kommen die eben sehr nahe und es bricht zeitweise fast schon ein Aufstand los. Das kann also schon auch mal echt beängstigend sein.

Musicscan: Kann ich mir vorstellen... Wie sieht eigentlich Euer Alltag aus, wenn Ihr zu Hause und nicht gerade auf Tour seid? Was treibst Du so den ganzen Tag?

Millencolin: Also ich bin gerade Vater geworden!

Musicscan: Echt? Na dann herzlichen Glückwunsch!

Millencolin: Ja, sie ist fast ein Jahr alt. Als wir die Aufnahmen gemacht haben und ich mit meinen Gitarrenparts fertig war, kam sie auf die Welt. Ich bin jetzt ein Papa, das veränderte alles ein bisschen...

Musicscan: Ja, Du hast jetzt einen Fulltimejob!

Millencolin: Ja, das kann man so sagen! Mehr, als ich dachte! Aber abgesehen davon habe ich auch einen Haufen Arbeit! Ich habe mein eigenes Grafikdesignstudio. Ansonsten habe ich in meinem Garten eine Skateanlage, hänge mit Freunden rum und so. Und: Millencolin nimmt einen Großteil meiner Zeit in Anspruch. Eigentlich fast meine ganze Zeit...

Musicscan: Wie oft probt ihr denn so?

Millencolin: Nicht unbedingt wegen den Proben. Vor den Aufnahmen und vor der Tour haben wir viel geprobt, aber ich bekomme ungefähr 20 E-Mails pro Tag, die ich beantworten muss. So geschäftliche Sachen eben. Und ich mache unsere Homepage und den ganzen Kram.

Musicscan: Ah, das ist also Deine Aufgabe?!

Millencolin: Ja, die Designs und das ganze Artwork. Und das nimmt sooo viel meiner Zeit in Anspruch! Ich hab in Bezug auf Millencolin jeden Tag eine Menge zu tun. Ich hab also einen Ganztagsjob, wenn ich zu Hause bin.

Musicscan: Lebt ihr eigentlich alle noch in Schweden?

Millencolin: Jep!

Musicscan: In der gleichen Stadt? Örebro?

Millencolin: Ja, Örebro. Nikola lebt seit 10 Jahren in Göteborg.

Musicscan: Ist das weit von Örebro entfernt?

Millencolin: Ja, etwa 350 Kilometer. Mit dem Auto braucht man ca. drei bis vier Stunden. Wenn er sich mal erholen will, dann kommt er nach Örebro. Seine Eltern leben dort.

Musicscan: Und der Rest der Band wohnt noch dort?

Millencolin: Ja, ansonsten alle.

Musicscan: Was die Deutschen im Großen und Ganzen von Schweden kennen, ist IKEA, H&M, Midsommar und Köttbullar. Sind diese Dinge für die Schweden auch so wichtig oder gibt es Bräuche oder andere Dinge, von denen es wichtiger wäre, dass die Deutschen sie kennen?

Millencolin: Huh, weiß ich nicht! Wir sind halt auch so nah, Deutschland und Schweden sind wirklich nah beieinander. Normalerweise werden wir an unserem Studio vom Bus abgeholt, wenn wir hierher kommen. Dann läuft es in der Regel folgendermaßen: du trinkst ein paar Bier, legst dich schlafen und wenn du aufwachst, bist du in Hamburg! Es ist so... ja, so nah! Und wir haben während der Sommerzeit auch tonnenweise deutsche Touristen in Schweden, was ich absolut verstehe, weil wir eine tolle Landschaft haben!

Musicscan: Ja, das habt Ihr allerdings! Mit den ganzen schönen Seen und Wäldern.

Millencolin: Und die Elche nicht zu vergessen!

Musicscan: Ja, stimmt! Gibt es eigentlich traditionelle schwedische Bräuche?

Millencolin: Äääääh, nein...?! Nicht wirklich. Wir haben Weihnachten, wie jeder, Midsommar, wie Du schon sagtest... ah, wir haben das Crayfish-Fest. (Crayfish = Flusskrebs). In der Regel ist es ungefähr so, wie Euer Oktoberfest. Also, um die Zeit herum, meine ich. Eher so im September oder späten August. Im Spätsommer. Das ist die beste Zeit, um Flusskrebse zu fangen.

Musicscan: Okay, heisst das, ihr veranstaltet dann so eine Art Grillfest oder so?

Millencolin: Nein, die Flusskrebse werden nicht gegrillt. Hmm, das schmeckt echt sehr gut. Sie werden mit viel Dill und Zwiebeln und Sonstigem gekocht; ich weiß nicht genau, wie die das machen. Und anschließend werden sie kalt gegessen. Sie werden dann rot, wie Hummer. Und dazu gibt es dann einen guten Käse und Brot und ? außerordentlich wichtig: Schnaps! In Schweden ist das ein bisschen anders. Das ist nicht so, wie der Schnaps, den man hier bekommt. Es ist ein Art aromatisierter Absolut (Vodka). Das ist das, was WIR als Schnaps bezeichnen.

Musicscan: Ist es dann so etwas wie Obstler, also wird es aus Früchten hergestellt?

Millencolin: Nein, es wird wie bspw. Vodka oder ähnliche Spirituosen hergestellt. Und es werden noch Kräuter und Gewürze hinzugefügt und dann lässt man es setzen. Und es nimmt dann den Geschmack der Kräuter und Gewürze an. Lecker! Macht echt Spass: du trinkst einen Kurzen davon, dann wird ein Lied gesungen, und man wird SO schnell SO besoffen! Tatsächlich habe ich letzten Sommer mein Haus gekauft, in dem ich jetzt lebe. Und da habe ich mich mit dem Zeug mal dermaßen zerstört! Meine Freundin war damals schwanger, sie durfte also nicht trinken und war stocknüchtern. Und sie war echt sauer auf mich! Und ich habe einen Haufen Leute eingeladen. Leute von The Peepshows, Randy, Voice of a Generation, die ganze Bande! Und ich war gerade damit fertig geworden, die Küche einzubauen und habe die Küche und das Wohnzimmer eröffnet und ich hatte einen neuen Grill gekauft und wir haben gegrillt... jedenfalls kann ich mich nur noch ungefähr an die Hälfte des Abends erinnern. Und ich habe einen Rottweiler. Der hat dann ein Mädchen gebissen und er hat MICH gebissen! Er hatte vorher noch nie jemanden gebissen! Ich hatte ihn eingesperrt, weil sonst die Leute zu viel mit ihm gespielt hätten und dann wäre er vermutlich völlig durchgedreht. Jedenfalls war mein Grill zerstört, meine neue Couch war auch zerstört, es war eine komplett verrückte Party, die bis in die frühen Morgenstunden ging und erinnere mich wirklich nicht mehr an sehr vieles, außer daran, dass meine Freundin hinterher wirklich stinksauer auf mich war... Und so in etwa spielt sich eine typische Midsommar ? Party ab. Oder war es doch ein Crayfish ? Fest? Midsommar oder Crayfish, ich weiß es nicht mehr! Bei einer Midsommar ? Party gibt es ebenfalls Schnaps, aber man isst Heringe.

Musicscan: Alles klar. Viele Bands werden von der Landschaft Schwedens beeinflusst. Eure Musik klingt nun wirklich nicht sehr düster oder melancholisch. Wovon lasst ihr Euch beeinflussen oder inspirieren?

Millencolin: Anfangs, als wir Millencolin gründeten, haben wir alle geskatet. Wir waren Skateboardkids. Wir wollten also eine Band gründen, die nach kalifornischem Punkrock klingt. Ja, und so entstand unser Sound und die Wurzeln unserer Musik liegen da bis heute. Beim kalifornischen Punkrock.

Musicscan: Welche Musik hörst Du persönlich am liebsten? Hast Du vielleicht eine Lieblingsband oder so? Und welches wird die erste CD sein, die Du in den Player legst, wenn Du nach Hause kommst?

Millencolin: Hmmmm, momentan höre ich alles Mögliche an Musik, was ich so auf meinem iPhone habe. Ich höre oft Podcasts. Wenn ich zu Hause bin durchstöbere ich oft meine iTunes-Library. In letzter Zeit höre ich viel Hellacopters. Die haben gerade ihre letzte Show in Stockholm gespielt. Und wenn ich nach Hause komme werde ich wohl meiner Steve Earl ? Collection lauschen, da ich es vor Tourbeginn versäumt habe, es auf mein iPhone zu laden.

Musicscan: Welche CD läuft in Eurem Tourbus auf heavy rotation?

Millencolin: Keine. Meistens hört jeder seine eigene Musik auf seinem iPhone oder wir sehen uns Filme an. Versteh das nicht falsch, aber es wird irgendwann lästig, wenn die ganze Zeit ein Song laut läuft. Okay, wenn wir feiern, hören wir alle zusammen Musik. Dann stöpselt einer sein iPhone oder seinen iPod an die Boxen an. Ja, das ist echt schräg. Das hat ja erst vor wenigen Jahren begonnen, dass du ohne CDs auf Reisen gingst. Vorher hatte ich einen Stapel CDs dabei. Aber seit ich meinen ersten iPod gekauft habe, hat sich das erledigt. Und jetzt ist es eben so, dass jeder seinen iPod oder sein iPhone hat und seine Sachen hört.

Musicscan: Welchen Song spielst Du persönlich live am liebsten?

Millencolin: Bei dieser Tour haben wir einige ältere Songs wieder mit in die Setlist gepackt, die wir schon lange nicht mehr live performt haben. Einer davon ist ?Devil Me? von der ?Pennybridge Pioneers?. Der hat sich wirklich als lustiger Livesong herauskristallisiert. Und ich habe echt keinen blassen Schimmer, warum wir diesen Song vorher nie live gespielt haben! Aber ich bin echt froh, dass wir das jetzt nachholen. Und dann noch ?Black Eye? von der ?Home From Home?. Das ist seit Langem mein Lieblings- Live- Song. Aus irgendwelchen Gründen geht der live richtig gut!

Musicscan: Brauchst Du manchmal einen Kontrast zu der Musik, die Du machst? Etwa Klassik oder eben sanftere Musik?

Millencolin: Also Klassik eigentlich nie. Und auch keinen Jazz. Aber Hip Hop und Reggae höre ich oft. Ja, und Steve Earl ist eben einer meiner Helden!

Musicscan: Okay. Verrate uns doch bitte, ob es Pläne für zukünftige Alben gibt. Wir haben gehört, das bei den Aufnahmen zu ?Machine 15? einige Songs ?übrig geblieben? sind.

Millencolin: Ja, es waren Songs übrig von der ?Kingwood? UND von ?Machine 15?. Aber ich glaube nicht, dass wir die verwenden werden. Vielleicht werden wir einige Ideen davon für den Refrain für einen neuen Song übernehmen, aber ansonsten haben sie es leider nicht geschafft.

Musicscan: Aber dürfen wir uns auf ein neues Album von Euch freuen?

Millencolin: Ja, absolut! Wir wissen noch nicht genau, wann genau wir mit den Aufnahmen beginnen werden, aber wir sind schon am Planen. Ich denke, so bis in zwei oder zweieinhalb Jahren wird die Sache konkret. Man kann keine Alben im Sommer aufnehmen. Von Mai bis September kannst du kein Album veröffentlichen, weil in dieser Zeit bei unserem Label so gut wie niemand arbeitet. Und da wir die letzte Platte im März veröffentlicht haben, wird es entweder eine April- Veröffentlichung oder man wird dann noch bis September warten müssen. Also wird es, wie gesagt, etwa zwei bis zweieinhalb Jahre dauern.

Musicscan: Aber es wird definitiv eines geben?

Millencolin: Jaja, in jedem Fall! Das sind die bisherigen Überlegungen und Pläne, aber man weiß nie, was passiert und Pläne können sich ändern...

Musicscan: Okay, ich glaube, wir sind durch. Noch irgendwelche letzten Worte an das geneigte Publikum?

Millencolin: Nein, es ist einfach nur spaßig, wieder in Deutschland zu sein, wie jedes Mal, und Deutschland beweist jedes Mal aufs Neue, dass es eines unserer Lieblingsländer ist, um zu touren. Aus den Gründen, die ich vorhin bereits genannt habe und weil es einfach Spaß macht, hier Konzerte zu geben!

Musicscan: Oh, vielen Dank! Also, dann viel Spaß bei der Show und lasst es krachen!

Millencolin: Das werden wir mit Sicherheit tun!

Musicscan: Okay, dann vielen Dank für Deine Zeit und das Interview!

Millencolin: Alles klar, viel Spass bei der Show!

 
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