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Zonaria

Storie von: arne, am 06.11.2008 ]

So schnell kann es gehen: Im letzten Jahr legten ZONARIA ihren Debüt-Longplayer „Infamy And The Breed” noch via Pivotal Recordings vor und nur ein Jahr später sind die Schweden bereits Teil des Roasters von Century Media und veröffentlichen ihr Zweitwerk „The Cancer Empire“. Die ersten fünf Bandjahre förderten nicht so viel Zählbares zu Tage.

 
In Support der ersten Scheibe erregte das Quartett aus Umeå im Vorprogramm von Impaled Nazarene, Marduk und Pain Aufmerksamkeit, die im Ergebnis zur Kooperation mit dem Dortmunder Label führte. Mit ihrem zweiten Album liefert die Gruppe ein modernes Death Metal-Brett der Extra-Klasse ab, mit dem es den Schweden sogar gelingt, innovative Ansätze zu skizzieren, die man zukünftig weiter verfolgen kann: „Was das Erkunden von Neuland anbelangt, kann ich noch kein Ende der Möglichkeiten erkennen, wenn es um das Erstellen komplexer Metal-Arrangements geht.“, entgegnet Sänger und Lead-Gitarrist Simon. „Wenn wir an neuen Stücken arbeiten, drehen wir häufig richtig ab, denn nichts geht darüber, immer wieder an die eigenen Leistungsgrenzen zu gehen und sich so beständig zu pushen und zu verbessern. Es ist mein erklärtes Ziel, sowohl als Musiker als auch als Songwriter weiter zu wachsen. In der kurzen Spanne, die mir zum Schreiben der neuen Platte blieb, war es schon schwer, diesem Anspruch gerecht zu werden, doch mit harter Arbeit ist es mir gelungen.“

Der Bandkopf der Schweden zeigt sich motiviert und erwartungsfroh: „ZONARIA bestehen seit 2005 und wir haben seither auch schon einige aufregende Erlebnisse gehabt, doch wir stehen noch immer am Anfang. Wir sind so heiß wie am ersten Tag, proben jeden Tag und arbeiten an allem, was die Band betrifft. Ich bin gespannt, was sich aus der Kooperation mit Century Media entwickelt. Wenn es nach mir ginge, würde ich uns auch in zwanzig Jahren noch als Metal-Band unterwegs sehen. Mal schauen, was passiert und ob es tatsächlich so kommt.“ Nimmt man den Label-Einstand als Maßstab, ist das gut möglich. Neben schwedischen Landsleuten wie Dark Tranquillity, Hypocrisy, Cipher System, Nightrage und Arch Enemy sind ZONARIA denkbar gut aufgehoben. Die jungen Musiker setzen sowohl auf technische Finesse als auch auf angezogenes Tempo, catchy Riffs und auf eingängige Keyboard-Parts:

„Mit „The Cancer Empire” haben wir das Album geschaffen, das schon unser Debüt hätte sein sollen. Damals waren wir aber noch nicht ganz in der Lage, unsere Ideen und Ansprüche adäquat umzusetzen. Wir sind musikalisch und handwerklich gewachsen. Hörern, die uns bereits von „Infamy And The Breed” her kennen, wird der insgesamt dunklere und aggressivere Touch der neuen Platte auffallen, mit dem wir uns weitaus besser ausleben können und der dem Wesen der Band näher kommt. Da wir nur dann ein Album veröffentlichen, wenn es seinen Vorgänger toppt, dürfen sich unsere Fans auch weiterhin auf tolle Platten freuen. Wir haben jedenfalls noch lange nicht genug.“ Simon gibt ein Versprechen ab, an dem ZONARIA zukünftig zu messen sein werden. Doch schon der Opener


‚Slaughter Is Passion’ wird mit solch ungeheurer Wucht aus den Boxen getrieben, dass sich alle weiteren Fragen von selbst erledigen und man den Worten des Musikers glaubt. Stücke wie ‚Termination Process’ oder ‚At War With Inferior’ verdeutlichen, dass die Schweden begriffen haben, wie man eine gelungene Synthese aus ungezügelter Brachialität und melodischen Zwischentönen zu spielen hat. Füllende Keyboards steigern die Atmosphäre, ohne das Album zu überfrachten, und garantieren für nötige Verschnaufpausen:

„Mit „Infamy…“ sind wir als Band nicht zufrieden gewesen. Aus diesem Grund haben wir an allen Stellschrauben angesetzt, die wir identifiziert haben. Der Sound von „The Cancer Empire” ist insgesamt direkter und härter. Wir haben etliche Gitarren-Soli gesetzt und die Gitarren tiefer gestimmt. Auf der Seite der Drums arbeiten wir heute verstärkt mit Blastbeats, während wir uns bei den Keyboards dahin gehend zurück nehmen, dass wir heute ganz bewusst auch mit symphonischen Passagen arbeiten. Ich kann noch immer nicht glauben, dass im Ergebnis ein derart starkes Album steht.“ Für das dynamische Songwriting zeichnet bei ZONARIA nicht das Bandgefüge, sondern ausschließlich Simon verantwortlich: „Alle Songs werden von mir geschrieben. Die anderen haben damit kein Problem, denn wir alle liegen auf einer Wellenlänge und haben dieselben musikalischen Vorliegen. Ich weiß, was die Anderen leisten können und stelle das Songwriting darauf ab. Wenn ich schreibe, versuche ich, jedem Stück ein eigenes Gefühl mit auf den Weg zu geben. Mit diesem Ansatz ist es praktisch ausgeschlossen, sich selbst zu wiederholen. ZONARIA sind ohnehin weder auf einen bestimmten Sound festgelegt, noch haben wir eine ideale Vorstellung, die wir umzusetzen versuchen. Wir wollen uns beständig weiter entwickeln, doch der Weg ist nicht näher definiert. Das lässt uns alle Freiheiten, neue Dinge auszuprobieren und unser Erscheinungsbild zu verändern, wenn uns danach ist. Ich kann nur sagen, dass wir immer Metal bleiben werden.“

Unterschiede zwischen „Infamy And The Breed” und „The Cancer Empire” sind auch hinsichtlich des sich heute flüssig entwickelnden Sound-Bilds offenbar: „Das ist ein gutes Beispiel und hat sich ganz von selbst ergeben. Ich habe gelernt, besser zuzuhören und den Weg zu erkennen, auf dem sich ein Song natürlich fortsetzen lässt. Komplexität muss immer auch in einen hörbaren Kontext eingebettet sein. Als Musiker lernt man aber erst mit der Zeit, darauf zu achten, denn das setzt Erfahrung voraus.“ Wer auf rasanten und variabel inszenierten Metal mit moderner Note steht, ist bei ZONARIA genau richtig. Auf die anstehende Tour mit Vader und Grave darf man sich freuen.

 
 Links:
  myspace.com/zonaria
 
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