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Born From Pain

Storie von: arne, am 29.10.2008 ]

Ihren „War” haben BORN FROM PAIN durch gestanden, und nun können sie ihr „Survival“ feiern. Die Titel des letzten und des neuen Longplayers der Metal-Hardcore-Kapelle aus den Niederlanden hätten treffender nicht gewählt sein können, und sie sind auf mehreren Ebenen anwendbar. Es ist eine Leistung, dass die Band überhaupt noch besteht, denn das Line-Up ist gehörig durcheinander gewirbelt worden.

 
Gleich drei von fünf Positionen wurden (aus-) getauscht, wie der vom Bass zum Mikro gewechselte Rob erzählt: „Allright, die neue Besetzung sieht folgendermaßen aus: Dominik und Karl sind nach wie vor an den Gitarren, Andries am Bass, Roy am Schlagzeug und ich, Rob, bin jetzt als Shouter dabei. Vorher habe ich bei Feeding The Fire, Bloodsport und Backdraft immer gesungen, und da ich die meiste Erfahrung innerhalb der Band habe und das beste Feeling, hat der Rest zugestimmt, dass ich mich jetzt auch vor die Band stelle. Meine Stimme ist zwar ein wenig anders, aber sie passt sehr gut zu BORN FROM PAIN. Andries kommt von den belgischen The Setup, Roy von 37Stabwoundz. Der Vibe in der Band ist besser als er es jahrelang war.“ Trotz der massiven Eingriffe ins Bandgefüge kommt es weder zu einem merklichen Bruch noch zu einer schwachen Platte. BORN FROM PAIN nehmen sofort wieder Fahrt auf und prügeln sich zwischen toughem Hardcore und nicht zu viel Metal durch ihre Stücke. Rob überrascht das nicht:

„Ich verstehe, weshalb man denken könnte, dass es einen Knick gibt. Che hat den Sound der Band von Anfang an mit geprägt. Er hatte aber schon lange nicht mehr den Antrieb. Die interne Chemie war in dieser Zeit nicht die Beste. Als dann jeder seinen eigenen Weg ging, wussten wir, dass es wieder besser werden würde. Wir haben uns nie Sorgen gemacht, dass es musikalisch, oder was BORN FROM PAIN im Allgemeinen angeht, einen Knick geben würde, weil wir anderen 120% motiviert waren, und wir wussten, dass wir eine Lösung für den Platz am Mikro finden würden. Wir haben immer an uns und die Band geglaubt.“ Das hört man „Survival“ an. Der Wechsel straighter Prügel-Passagen und gemäßigterer Mosh-/MidTempo-Parts ist gut ausbalanciert und effektiv. Die Niederländer konnten es vermeiden, dass die widrigen Randumstände auf das Songwriting durchschlagen haben:

„Der Motivation kommt eine besondere Bedeutung zu. Gerade wenn die Leute denken, wir würden am Boden liegen, kommen wir noch stärker raus. Das gilt auch für die Inspiration für das Songwriting. Außerdem habe ich mich in den letzten zwei Jahren viel intensiver mit dem beschäftigt, was auf dieser Welt falsch läuft und was wirklich schlimm ist. Die Lügen und das Unrecht, was der Menschheit durch eine kleine Gruppe angetan wird. Leute, die meinen, auf dieser Welt alles zu bestimmen usw. Das zu thematisieren war für mich eine riesige Motivation. Diese Platte ist eine Kampfansage. Das hat auch den Rest der Band unheimlich motiviert. In den neuen Liedern steckt viel Frust und Aggression.“ Die sozialkritischen und stärker in der HC-Tradition stehenden Lyrics von Rob passen ob ihrer direkten und angepissten Vortragsweise besser zum wütend-brachialen Antlitz von BORN FROM PAIN:

„Survival“ steht in erster Linie für den Kampf gegen das, was auf der Welt aktuell passiert und was noch auf uns zukommen wird. Die Machthaber ziehen den Sack immer mehr zu und


wir stecken drin. Das Album ist ein Aufruf zum Überleben und fordert dazu auf, sich schlau zu machen und seine Stimme zu benutzen. Man muss weiter gucken als nur zu RTL oder Viva. Wer sagt was und warum tut er das? Wer profitiert? Wer steht für Wahrheit und wer nicht?“ Trotz des ambitionierten Konzeptes werden wohl mindestens 50 Prozent der Reviewer schreiben, dass ein für die Band typisches Release entstanden ist und die Musiker einen „unmodernen“ MetalCore spielen:

„Ich würde sagen: Genau richtig!“, kontert Rob. „Das, was wir da machen, ist typisch BORN FROM PAIN. Gerade deshalb, weil wir die typischen Elemente mit neueren Einflüssen vermischen. Das ist, was wir sind. Lege aber mal „Reclaiming The Crown“ neben „Survival“. Dann wirst du sehen, dass da eine riesige Entwicklung zwischen liegt. Beide Alben sind genau so hart, doch sie sind nicht gleich. Es ist in der Tat auch kein Metalcore im modernen Sinn. Ich sehe beide Sachen aber positiv und als Vorteil. Wir wollen nicht nach etwa Unearth klingen. Das sollen sie selbst tun, denn sie machen es besser als jeder andere. Wir gehen lieber unseren Weg, den die Leute mögen; unser eigenen. Und dass wir da nicht alleine dran glauben, hat sich in den vergangenen zehn Jahren gezeigt.“ Eine Weiterentwicklung hat es aber auch bei den Niederländern gegeben, und gerade auf der neuen Scheibe wird das offenbar: „Mit den neuen Leuten konnten wir einige Sachen umsetzen, die früher zu schwer waren. Hier und da haben wir mehr Melodie rein gebracht, ohne an Härte zu verlieren. Darüber hinaus haben wir uns intensiv mit dem Songwriting und der Abwechslung der Platte auseinander gesetzt. Ob man meinen Gesangsstil nun mag oder nicht, er hat es uns trotzdem ermöglicht, dem Album einen eigenen Touch zu geben. Der Gesang ist hart, aber verständlich, wodurch bestimmte Songs, die wir früher schon probiert haben und die nicht funktionierten, auf einmal gezündet haben. Wir sind davon überzeugt, dass der Sound von BORN FROM PAIN durch neue Elemente einen eingängigeren Stil bekommen hat. Mit dem Resultat sind wir jedenfalls sehr zufrieden.“

Dabei versteht sich Rob als Shouter einer HC-Kombo: „Wenn du mich fragst, sind wir noch immer die Hardcore-Band der ersten MCD. Wir spielen mittlerweile größere Shows und haben uns musikalisch, menschlich und auch von der Message her weiter entwickelt, doch wir sind immer noch dieselbe Band. Wir sind offene Leute, die mit einem metallastigen Sound auch Metaller für sich interessieren. Natürlich kann nicht jeder Metaller etwas mit uns anfangen, aber das kann auch nicht jedes Hardcore-Kid. Letztlich ist alles Geschmackssache und da kann man nicht drüber diskutieren. Wenn wir live spielen oder eine neue CD schreiben, sind wir allein wir selbst und versuchen nicht, etwas zu sein, was nicht zu uns passt. Wir sind Hardcore-Typen, die Heavy-Mucke spielen. Metaller sind für uns genau so cool wie Punker oder HC-Leute.“

 
 Links:
  myspace.com/bornfrompain
 
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