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All That Remains

Storie von: arne, am 16.10.2008 ]

Nachdem ALL THAT REMAINS von ihrem „The Fall Of Ideals” beachtenswerte 200.000 Einheiten absetzen konnten, gehen die Bostoner mit ihrem zwei Jahre später erscheinenden Viertwerk in die kommerzielle Offensive. „Overcome“ dürfte eine Brückenfunktion zukommen. Einerseits beinhaltet das Album die besten Elemente der früheren Scheiben der Prosthetic-Kombo und andererseits stellt es für die weitere Zukunft viele Weichen.

 
Die Band um den früheren Shadows Fall- Shouter Philip Labonte ist in der ersten Liga des modernen Ostküsten-Metals angekommen. Nachdem endlich ein festes Line-Up beisammen ist, kann das Quintett auch den nötigen Tour-Support in Angriff nehmen. Daran hatte es in den ersten Jahren immer gehapert. Aktuell spielen die Musiker in den Staaten eine Co-Headlining-Tour an der Seite von Trivum, um anschließend in den Support von In Flames zu gehen. Das gleichsam harte wie melodisch-eingängige „Overcome“ wird ALL THAT REMAINS weitere Türen und Fan-Herzen öffnen: „Unser Sound setzt sich aus den unterschiedlichsten Einflüssen zusammen. Die Breite der Elemente, die sich nicht allein auf den Metal-Sektor beschränken, hat sich in der bisherigen Entwicklung der Band als Stärke erwiesen. Man kann uns nur schwerlich festlegen und im Prinzip findet jeder etwas, das ihm gefällt.“, fasst es Labonte. Auf errungenen Erfolgen ruhen sich die Musiker dabei nicht aus:

„In letzter Zeit haben wir wieder stärker mit unterschiedlichen Metal-Stilen experimentiert, wobei wir danach streben, immer auch einen eigenen ALL THAT REMAINS-Sound heraus zu arbeiten. Wenn wir an neuen Songs werkeln, sollen sie möglichst gut und immer auch besser als unsere früheren Tracks werden. Wichtig ist, dass es sich am Ende cool anhört. Das ist aber nicht das entscheidende Kriterium. Wir lieben jede Spielart des Metals. Es ist kein Zufall, dass sich so viel Unterschiedliches bei uns wieder findet. Letztlich schreibt man ja immer die Songs, die man selbst gerne hören würde und die auf den eigenen Vorlieben basieren.“ Demnach ist es kein Zufall, dass jedes einzelne der elf Stücke von „Overcome“ auf seinen Chorus hin geschrieben ist. ALL THAT REMAINS überraschen sowohl mit treffsicheren Hooklines als auch überaus prägnanten (Doppel-)Leads. Ein Mehr an melodischer Eingängigkeit im noch immer wuchtigen und technisch anspruchsvollen Modern-Metal geht nicht:

„Was uns von anderen unterscheidet, ist die Qualität unseres Songwritings. Wir streben danach, interessante Tracks zu erschaffen, die man nicht schon millionenfach vorher gehört hat. Anderen Gruppen reicht das, uns jedoch nicht. Es ist unser Anliegen, Metal aus einer anderen Grundhaltung heraus zu schreiben. Natürlich wollen wir auch Heavy-Stuff auf der Platte haben, der von unseren Metal-Roots beeinflusst ist, doch mindestens ebenso wichtig ist es uns, gute und klar strukturierte Stücke zu schreiben, die nicht vorhersehbar klingen. Wir sind immer noch eine junge und motivierte Band, und ebenso sollen unsere Songs klingen.“ Obwohl „Overcome“ tendenziell kalkuliert wirkt, ist das Songwriting doch so reif und stimmig, dass man auf den variabel vorgetragenen Groove-Metal flasht. Selbst eine Ballade wie ‚Believe In Nothing


’ passt ins Bild. Die Bostoner legen ein in sich geschlossenes und ausgereiftes viertes Album vor, das neben seinem modernen Anstrich bisweilen traditionell wirkt:

„Vor allem hinsichtlich der Strukturierung unserer Stücke ist eine traditionelle Anlage nicht zu verneinen, doch schon innerhalb der Ausgestaltung des klassischen Rahmens zeigen wir uns durch den Einsatz vielfältiger Stile modern und mutig.“, kontert Labonte. „Bei „Overcome“ haben wir versucht, die Soli gerade nicht in der gewohnten und berechenbaren Art und Weise zu setzen, um so für kleine Überraschungen zu sorgen. Für die Vocals gilt dasselbe. Zwischen klarem Singem und kehligem Schreien gibt es deutliche Kontraste und immer wieder Übergänge, die alles anderes als normal sind. Für uns standen insbesondere das Timing und die Variabilität des Songwritings im Vordergrund. Wir haben eine Menge unterschiedlicher Arrangements ausprobiert und alle Strukturen immer wieder überprüft und verfeinert. Wenn man eine Bridge setzt, muss diese ja nicht zwangsläufig zu einem Soli führen. Oder wenn es ein Vers ist, heißt es nicht automatisch, dass ich nicht singen darf. Man muss sich einfach trauen, auch einmal andere Wege zu gehen. Handwerklich haben wir ebenfalls nachgelegt. Jason hat viel mit den Drums experimentiert und klingt heute weitaus lebendiger und Song dienlicher als noch auf der letzten Platte.“

Die vom früheren Shadows Fall-Shouter clean besungenen Refrains könnten „weicher“ und poppiger kaum ausfallen und stehen in einem krassen Gegensatz zu den harten Strophen: „Wir sind eine Metal-Band, die einen metallischen Sound spielt. Wir wollen aber auch, dass die Leute an unseren Stücken Gefallen finden. Wenn die Leute singend von den Konzerten gehen, weil Melodien, Refrains oder Griffs sie mitgerissen haben, ist unser Ziel erreicht. Alle Leute, die an der Band beteiligt sind, sind durch und durch Metal. Da bleibt uns gar nichts anderes übrig, als Metal zu spielen. Das heißt ja nicht, dass man nicht auch melodisch und eingängig sein darf.“ Stimmt, und angesichts des überschaubar kurzen Aufenthaltes im Studio ist das nahezu perfekt ausbalancierte „Overcome“ noch eindrucksvoller:

„Die Vorbereitungszeit war auch nicht lang, doch erst der kurze Recording-Slot hat uns vor ein echtes Problem gestellt. Die Songs waren im Grunde fertig, doch es war klar, dass wir alles noch einmal komplett auseinander nehmen und überarbeiten würden. Aus diesem Grund wussten selbst wir nicht, wie die Platte am Ende klingen würde. Das hat uns zusätzlich angespornt, hart und angestrengt zu arbeiten.“ Unter Beteiligung von Produzent Jason Suecof (Trivium, The Black Dahlia Murder, God Forbid) haben ALL THAT REMAINS ein klasse Album eingezimmert, das besten modernen Metal bietet.

 
 Links:
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