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Burst

Storie von: arne, am 09.10.2008 ]

Aus Fan-Sicht haben sich BURST viel zu viel Zeit damit gelassen, den Nachfolger ihres phänomenalen Albums „Origo“ von 2005 vorzulegen. Die Göteborger konnten sich mit ihrem zweiten Longplayer für Relapse aus der „spartigen Enge“ befreien, die ihr sphärischer und progressiver Post-Rock/Metal bedingt. Mit „Lazarus Bird” wagt man sich nun offensiv an das Vorhaben, den eigenen Sound weiter zu entwickeln und zu akzentuieren.

 
„Bei BURST stand die Musik von Beginn an im Mittelpunkt.“, sagt Gitarrist Jonas Rydberg. „Unsere Egos schalten wir aus, so weit es geht. Als Individuen sind wir sehr unterschiedlich, und es gibt sicherlich viele Bands, die menschlich besser zusammen passen, doch ich denke, dass es gerade die Unterschiede sind, die sich positiv auswirken und uns als Gruppe voran bringen. Man muss ja nicht die ganze Freizeit miteinander verbringen, nur weil man gemeinsam musiziert. Wenn wir zu fünft im Proberaum werkeln, sind das stets sehr kreative und ergiebige Treffen. BURST ist gewissermaßen die musikalische Diskussion von fünf Personen, die sich auf einen Konsens einigen. Wir wetteifern mit Ideen und neuen Elementen, befruchten uns gegenseitig und fordern uns heraus.“

Die musikalische Basis der letzten Platten behalten die Schweden auf ihrem neuen Longplayer bei, wobei die Metal-Edge stärker betont wird. Der Dualismus aus fragil gesetzten, häufig instrumental belassenen Post-Rock-Passagen und brachialen Heavy-Eruptionen schafft dabei interessante Gegensätze: „Ich kann es kaum erwarten, zu sehen, wie „Lazarus Bird” von unseren Fans aufgenommen wird. Rückblickend scheint es mir, als haben wir bewusst ein Album geschrieben, das es dem Hörer etwas schwerer macht und das für uns als Band einen neuen Standard definiert. Es würde mich nicht überraschen, wenn ein gewisser Teil der Hörer nicht nachvollziehen kann, was unser Anliegen ist und denkt, wir hätten unsere Ernsthaftigkeit und Linie verloren. Das genaue Gegenteil ist der Fall, und jeder sollte davon ausgehen, dass wir sehr bewusst und mit klaren Absichten gearbeitet haben. Bei „Origo“ standen der Sound-Fluss und positive Stimmungen im Vordergrund, während „Lazarus Bird” ein kalkuliertes und kantiges Werk ist. Dennoch denke ich, dass wir als BURST erkennbar geblieben sind. Zu unseren vorab definierten Zielen gehörte es, ein dunkles, schweres und teilweise „abschreckendes” Album einzuspielen. Es sollte nicht einfach


nur der logische Nachfolger von „Origo“ werden. Schon sehr früh haben wir damit angefangen, die grundlegenden Arrangements zu entwickeln und unseren Ideen einen möglichst breiten Raum zu gewähren.“

Die Göteborger fokussieren mehr denn je auf ihr wildes und „unbeherrschtes“ Moment und zeigen sich in vielen Momenten von ihrem „Bauchgefühl“ getrieben. Dem Songwriting liegen Liebe und Hingabe zum Facettenreichtum moderner Heavy-Sounds zugrunde: „Viele der nun umgesetzten Ideen geisterten schon geraume Zeit durch unsere Proben, ohne dass wir sie verfolgt hätten. Dieses Mal haben wir es zugelassen, um heraus zu finden, in welche Richtung uns das führt. Es muss für uns spannend bleiben oder aber unterhaltsam. Es passiert häufig, dass wir bei den Proben den Stil einer bestimmten Band nachahmen und uns darüber bepissen. Es gibt schließlich nichts Lustigeres, als wenn eine Gruppe krampfhaft versucht, etwas „Heißes“ zu erschaffen. Das geht selten gut. Leider scheint es heutzutage so zu sein, dass Hörer und die Industrie größeren Wert auf den Coolness-Faktor und das Image von Künstlern legen als auf die Qualität der Musik.“

Bei BURST ist es genau anders herum. Die Schweden streben danach, sowohl fesselnde als auch unterhaltsame Stücke zu kreieren, und haben kein greifbares Image: „Wir schreiben unsere Songs aus einer romantischen bis melancholischen Perspektive heraus, die unsere Persönlichkeiten wider spiegelt. Ähnlich angelegte Musik hat uns schon immer angezogen. Acts wie Van Der Graaf Generator, Ennio Morricone oder Fields Of The Nephilim. Darüber hinaus gibt es eine „verschmitzte“ Schlagseite. Es ist eine unserer Stärken, das wir auch Abstand zu unserem Schaffen aufbauen können. Hört man genauer hin, sind da immer wieder musikalische Querverweise, die mit einem Augenzwinkern versehen sind. Am Ende steht ein facettenreicher Heavy Metal-Sound. Würde man sich selbst zu ernst nehmen, liefe man Gefahr, wie Manowar zu klingen. Das würde nicht zu uns passen.“

 
 Links:
  myspace.com/burstrelapse
 
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