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Ana

Storie von: arne, am 06.10.2008 ]

Die bereits vor neun Jahren gegründeten ANA sind zur Veröffentlichung ihres Debüts „Slowly Sinking Deeper“ einen langen Weg gegangen und haben zwischenzeitlich sicherlich selbst nicht mehr daran geglaubt, dass es einmal dazu kommen würde. Die Vehemenz und ein unerschütterlicher Glaube zahlen sich jedoch aus, denn die Scheibe rockt gnadenlos!

 
Dank der mit den Jahren gesammelten Erfahrungen und eines inzwischen ausgefeilten Stils ist ein klasse Album entstanden, mit dem die Hamburger für Furore sorgen könnten: „Die Platte würde ich als Etappenziel bezeichnen; die Band dorthin gebracht zu haben, als größten Erfolg.“, erwidert Sänger André Hoffmann auf die Frage nach den bisherigen „Leistungen“ von ANA. „Im Laufe der Jahre gab es immer wieder kleinere Highlights in Form von Support-Gigs für mehr oder weniger große Bands. Aber es war doch immer enttäuschend, hinterher sagen zu müssen: „Ähm, ja die Platte kommt vielleicht nächstes Jahr oder so“ gefolgt von der Notlüge:

„Wir sind gerade kurz davor, ins Studio zu gehen“. Diese Zeiten sind ja nun endlich vorbei.“ Der gleichsam erdige wie emotionale Punk-Rock von ANA ist eingängig wie rough und stellt sich als treffsichere Mischung aus Social Distortion, As Friends Rust und Smoke Blow dar. Die „Kühle des Nordens“ paart sich mit der für Florida-typischen Intensität und der relaxt-bierseligen Attitüde aus Orange County: „Wir haben als Band immer versucht, ein sehr eigenes Ding zu kreieren. Das Problem dabei ist nur, dass man irgendwann nicht mehr objektiv dabei ist. Man ist einfach zu nah dran.“, so Hoffmann. „Früher war ich immer leicht eingeschnappt, wenn wir mit anderen Bands verglichen wurden, weil es mir persönlich immer extrem wichtig war, etwas Eigenständiges zu sein. Mittlerweile sehe ich das viel entspannter. Vergleiche sind nun mal die einzige Möglichkeit, jemandem, der die Musik einer Band nicht kennt, ein Bild zu verschaffen. Man kann den Leuten ja schlecht ein paar Noten vorlegen und dann sagen: so klingt es. Bis auf Falko kann von uns auch gar keiner Noten lesen.“

Die fünf Hanseaten profitieren entscheidend davon, dass ihre Stücke „Eier und Verstand“ zugleich haben. „Slowly Sinking Deeper“ liefert 15 Tracks, die sich als beste Punk-Rock-Hymnen offenbaren: „Ich würde sagen, dass die Vielseitigkeit die Stärke unserer Stücke ist. Wir sind nicht darauf festgelegt, eine straighte Punk-, Punkrock-, Emo-, Indie- oder Rock-Kombo zu sein, obwohl sich die Musik meiner Meinung nach zwischen diesen fünf Eckpunkten bewegt. Unsere Songs entwickeln sich im Laufe der Zeit und haben manchmal am Ende nicht mehr viel mit dem Ursprung zu tun. ‚Crash’ zum Beispiel war früher mal ein 2-Min-Uptempo-Stück. Ich glaube (eher


hoffe), dass wir einen Weg gefunden haben, eingängige, aber nicht aufdringliche Songs zu schreiben.“

Und ob! Da jedes Lied einen erinnerbaren Refrain aufweist und Sänger André über eine markante Stimme verfügt, ist dem Debüt von ANA ein fester Platz im CD-Spieler garantiert. Offenbar ist auch die Live-Orientierung von „Slowly Sinking Deeper“, die ein Garant für intensive Shows der Band ist: „Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass man seine Platte schon spielen können sollte und nicht Track-by-Track aufnimmt und sie danach erstmal lernen muss. Oder noch schlimmer, dass man sich Studiomusiker dazuholt und danach erstmal sein Instrument richtig spielen lernen muss. Gewisse Momente entstehen aber nur live. Wir haben versucht, ein Album mit Gefühl und Feeling abzuliefern. Es ist zwar ein wenig ungewöhnlich heutzutage, so aufzunehmen, aber wir wollten unser Baby einfach live einspielen.“ In seinen Lyrics zeigt sich Sänger André Hoffmann ebenfalls intuitiv und spontan, aber auch mit einem ausgeprägten Spaßfaktor:

„Um ehrlich zu sein schreibe ich aus den verschiedensten Launen heraus Texte: Bier, Schnaps, Koks, Heroin, Gras oder neuerdings auch Crack, aber damit hör ich gleich morgen wieder auf. Versprochen. Ist ganz einfach, hab ich schon 100 Mal gemacht. Aber mal im Ernst, ich schreibe meine Texte immer aus dem Bauch heraus und achte ehrlich gesagt nicht so sehr darauf, wie genau was dabei abläuft.“ Das Debüt von ANA weist – auch in den Lyrics – eine latente Schwere auf, die „Slowly Sinking Deeper“ zu bestimmen scheint. Dennoch steht im Ergebnis ein Album, das Motivation stärkend und positiv wirkt:

„Ich finde, gerade dieser Gegensatz macht es erst interessant.“, stimmt der Sänger zu. „Ich würde ihn vielleicht noch zu den Stärken der Songs mit dazu zählen. Was die Gefühle angeht, kann ich nur sagen, dass es nach wie vor immer wieder Spaß macht, die Songs live und vor Publikum zu spielen. Sicher mag der eine den Song mehr und der andere einen anderen, aber das ist ja nicht nur innerhalb der Band so. Grundsätzlich hat man zu jedem Song eine andere Beziehung. Das geht den Leuten beim Hören ja auch nicht anders.“ Da bleibt abschließend nur zu hoffen, dass ANA auch den notwendigen Live-Support fahren werden. Ein so gelungenes Rock-Album wie „Slowly Sinking Deeper“ muss (!) einfach gehört und verbreitet werden.

 
 Links:
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