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Cog

Interview von: Daniel mit Lucius Borich, am: 13.09.2008 ]

COG, ein Name, der zunächst kryptisch erscheint, aber schon bald in aller Munde sein dürfte. In seiner Heimat Australien hat das Powertrio bereits mit den Vorgängeralben zu „Sharing Space“ weit mehr als nur Achtungserfolge erzielen können und der verträumte, atmosphärische Prog der drei Aussies widerlegt auf schöne Weise, daß aus Down Under nur AC/DC und Rose Tattoo kommen.

 

Musicscan: Zunächst muß ich euch natürlich zu eurem wirklich exzellenten neuen Album beglückwünschen, es war ein Vergnügen es zu hören und auch darüber zu schreiben!

Cog: Nun, vielen lieben Dank für die netten Worte und auch für die Unterstützung! Wir haben an diesem Album wirklich sehr hart gearbeitet, daher bin ich froh, daß du etwas daraus für dich ziehen konntest.

Musicscan: Bitte erzähl mir mehr über den ein bisschen kryptisch anmutenden Namen der Band. Auch nach ein wenig Recherche war das einzige Ergebnis, daß das Kürzel für „Center Of Gravity“ stehen könnte.

Cog: Ja, das könnte sogar stimmen, aber ich habe den Namen aus einem Wörterbuch, aus der Zeit, als ich in L.A. wohnte, zwischen 1997 und 1998. Ich dachte, wenn ich schon ein Projekt zusammenstellen möchte, dann sollte es auch eine solide Sache sein, ein Schritt nach dem anderen. Ich hatte noch nicht nach anderen Bandmitgliedern gesucht als ich schon Songs schrieb, nur die Idee, also wollte ich einen Namen, der sich gut anfühlte. Im Wörterbuch stand unter COG soviel wie „dafür Sorge tragen, daß etwas konstant durchblutet ist“. Es klang cool und hatte einen tieferen Sinn. Allerdings könnte es auch für „Cock Of God“ stehen, der sicher riesig ist, ha!

Musicscan: Wenn du einem Synästhetiker (eine Form von Empfindung, bei der das Individuum mit einer Farbe z.B. einen Geruch verbindet) eure Musik beschreiben müßtest, welche Farbe, welche sinnliche Erfahrung würdest zur Beschreibung heranziehen?

Cog: COGs Musik lässt mich an helle Farben denken, Farben, die dich high machen und die schnell pulsieren und vibrieren. Ich denke an ein tiefes Rot, an Pink, Purpur, Gelb und Blau. Das Meer kommt mir in den Sinn und wie es eine natürliche Kraft ausstrahlt, die in eine bestimmte Richtung drängt, nur um dann sanft zu werden und dich beruhigt und frei werden zu lassen. Kann ich jetzt kotzen? (lacht…)

Musicscan: Welche Quelle der Inspiration hat einen direkten Einfluss auf eure Musik? Andere Bands? Kunst? Das Leben, oder gar Fernsehen?

Cog: Also das Fernsehen beeinflusst mich absolut nicht. Ich mache die Kiste eigentlich nur noch an, um die Spätnachrichten zu schauen und mich über die Filmpropaganda zu amüsieren. Ich würde sagen, Musik inspiriert mich selbst zu schreiben und hat vor allem einen direkten Einfluss darauf, wie ich mein Leben lebe. Sich beim Songwriting zu verbessern, ist eine echte Herausforderung und eine Welt unendlicher Möglichkeiten. Allein die Tatsache, daß ich lebendig und in der Lage bin Musik zu spielen und Musik zu erfahren ist verführerisch und gibt mir dazu noch einen Sinn.

Musicscan: Möglicherweise gibt es zwei Wege sich eurer Musik zu nähern, ein eher analytisch-rationaler Ansatz und eine rein emotionale Herangehensweise. Wurdet ihr jemals mit Schwierigkeiten konfrontiert diese beiden gegensätzlichen Elemente auszubalancieren?

Cog: Also für mich ging es nie um eine intellektuelle Herangehensweise, wenn es um das Songwriting geht. Es ist eher so, daß es von meiner emotionalen Seite ausgeht, die mit dem Leben korrespondiert. Dinge, die mir passieren helfen mir die Art zu formen, wie ich Musik komponiere und das gilt für die beiden anderen Jungs auch. Ich meine, wir sitzen schon zusammen und diskutieren, was auch hilft die Musik zu formen, aber letztlich sind es wohl 90% Emotionen, die uns von Sektion zu Sektion leiten.

Musicscan: Hat es einen Vorteil nur als Trio unterwegs zu sein?

Cog: Denke ich doch. Ich war schon in Bands mit vier und fünf Mitgliedern und die Dreierbesetzung funktioniert wirklich prima. Es ist eine enge Verbindung und du hast es mit weniger Egos zu tun. Flynn und Luke sind Brüder und ich kenne beide, seitdem ich 14 bin, also sind wir eine geschlossene Einheit.

Musicscan: Hat es einen Einfluss auf euch, daß ihr aus Australien stammt?

Cog: Aber sicher doch. Wir stammen von der Küste und leben nah am Meer. Wir surfen alle und dieses Umfeld fliesst sicher in die Musik ein. Außerdem macht Australien immer noch sein eigenes Ding und dem entkommst du einfach nicht, auch nicht in der Musik. Als wir aufwuchsen, hörten wir viel Midnight Oil, AC/DC, The Angles, INXS, Rose Tattoo, Cold Chisel und ich denke, Australien hatte zu jenem Zeitpunkt starke musikalische Wurzeln, einen australischen Sound.

Musicscan: Manchmal könnte man meinen, der Australier an sich tendierte eher in Richtung von Bar-Rock wie eben AC/DC und Rose Tattoo.

Cog: Wir haben tatsächlich ein paar Bands wie etwa Airborne, die mehr oder weniger wie AC/DC klingen und sich auch nicht darum scheren, daß der Sound letztlich so wird. Für diese Bands ist es eben die Art wie sie denken, daß Rock gespielt werden müßte. Andererseits gibt es eine Menge Bands, die nicht einmal annähernd so klingen wie AC/DC. Allerdings würde ich auch feststellen, daß es nicht einen Australier gibt, der AC/DC nicht mag oder nicht doch ein wenig von ihnen beeinflusst wurde. Ich weiß, daß es bei uns so war.

Musicscan: Auf welche Weise geht ihr an die Songs heran? Bei den teilweise epischen Songs, bastelt jeder von euch dreien zunächst für sich an Ideen?

Cog: Manchmal bringen wir tatsächlich schon bereits fertige Songs in den Proberaum und feilen noch ein wenig an den Ideen, falls es nötig ist. Manchmal jammen wir auch ganz klassisch endlose Stunden und arbeiten so an einzelnen Songteilen. Wir mögen es durchaus untereinander zu agieren, zu sehen wie jemand anderes die eigene Idee auffasst, so daß diese Herangehensweise auch einen Einfluß darauf hat, wie wir klingen.

Musicscan: Wie wichtig sind euch die Texte? Verfolgt ihr eher einen abstrakten, oder konkreten Ansatz?

Cog: Es kommt darauf an, ob wir fühlen, daß etwas Bestimmtes ausgedrückt werden soll und wenn wir dann Texte schreiben, ist es schon eher eine konkrete Annäherung an das jeweilige Thema. Ich hingegen mag eher die poetische und metaphorische Herangehensweise. So fällt es den Hörern leichter, die Texte für sich selbst zu interpretieren, sie für sich zu adaptieren. Ich weiß, daß ich es bei Texten anderer Künstler genauso gemacht habe.

Musicscan: Ich danke Dir für die Antworten!

Cog: Dank an euch für die Gelegenheit!

 
 Links:
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