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All Shall Perish

Storie von: arne, am 23.08.2008 ]

ALL SHALL PERISH sind ein Phänomen: Als bislang einzige DeathCore-Kapelle konnte sich das Quintett aus Oakland nachhaltig sowohl in der Speerspitze der eigenen Spielart als auch bei Nuclear Blast festsetzen. Im Roaster der Donzdorfer steht man mit den modern-brutalen Sounds zwischen Ami-Death, Grind und toughem Hardcore weitgehend allein, was Aufmerksamkeit garantiert und als Indiz für die Qualität der Band zu werten ist. Mit „Awaken The Dreamers” steht die dritte Platte des Fünfers unmittelbar vor der Veröffentlichung und mit dieser dürften die Jungs abermals kräftig abräumen.

 
Gitarrist Ben Orum äußert sich diesbezüglich selbstbewusst und erwartungsfroh, und seine Zuversicht ist begründet: „Schon vorab hatten wir nicht den geringsten Zweifel daran, dass mit „Awaken The Dreamers” unser prägnantestes und brutalstes Album entstehen würde. Die Wahl für Zach Ohren und seine Castle Ultimate Studios für die Produktion hat sich als richtig erwiesen, denn alles ist so geworden, wie wir es uns vorgestellt haben und sogar noch besser. Im Vergleich zu „The Price Of Existence“ haben wir nochmals nachgelegt und uns sowohl handwerklich als auch im Songwriting gesteigert. Bereits nach der Pre-Produktion wussten wir, dass wir alles richtig gemacht hatten. Bei den eigentlichen Aufnahmen lief dann alles zügig und unerwartet problemlos. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir Schlagzeug, Rhythmus- und Bass-Gitarren im Kasten und konnten uns vollends auf Vocals uns Gitarren-Soli konzentrieren. Es greift nicht zu weit zu sagen, dass ALL SHALL PERISH eine eingefahrene Maschine ist, die durch nichts zu stoppen ist, wenn sie erst einmal Betriebstemperatur erreicht hat.“

Während die Oaklander zu Beginn ihrer Karriere noch mit ungezügeltem Tempo und rigoroser Kompromisslosigkeit auffielen, hat sich der Sound der Kalifornier bis heute immer stärker strukturiert. „Awaken The Dreamers” setzt diesen Weg fort und birgt darüber hinaus auch die eine oder andere Überraschung: „Es heißt ja immer, dass die dritte Platte ein Gradmesser dafür ist, ob es eine Band längerfristig machen wird, oder ob sie bald schon wieder vergessen sein wird. Aus diesem Grund haben wir die Arbeit an „Awaken The Dreamers” sehr ernst genommen. Über zwei bis drei Monate hinweg haben wir uns täglich im Proberaum getroffen und häufig mehr als zwölf Stunden an den Songs gewerkelt. Als Ergebnis standen so viele Tracks, dass wir locker mehrere Longplayer hätten füllen können. Nur die besten haben es auf die Platte geschafft. Unser berüchtigter „Shit Filter“ ist gnadenlos, wenn es darum geht, die guten von den weniger gelungenen Tracks zu trennen. In diesem viertel Jahr haben wir ausschließlich an der neuen Scheibe gearbeitet und alles andere in den Hintergrund gerückt. Nur wenige Bands sind so konsequent und wir können nur hoffen, dass die Fans unser Engagement schätzen werden.“

ALL SHALL PERISH bieten auf ihrem Drittwerk eine stimmige Symbiose aus Groove, Mosh und Brutalität: „Von Beginn an fiel es den Leuten schwer zu beschreiben, wie wir nun eigentlich klingen. Das gefällt uns, denn wir wollen ohnehin nicht in Kategorien, sondern am Gesamtsound, gemessen werden. Was wir schreiben, kommt aus unseren Herzen und ist nicht dem Ziel untergeordnet, CDs zu verkaufen. Wir wollen als Menschen und als Musiker wachsen und sind nur uns selbst verpflichtet. Die Stücke von „Awaken The Dreamers” sind intensiv, verrückt, melodisch, aber auch extrem brutal. So, wie wir es mögen.“ Zwischen deftigem Brutalo-Death mit einem Hang zu Blast-Attacken und toughem MetalCore mit schleppenden Mosh-Passagen entwickelt sich ein gleichsam kompromissloses wie intensives Werk, mit dem die Oaklander ein Stück weit neue Weichen für ihre Zukunft stellen:

„In jedem Fall markiert die neue Scheibe einen deutlichen Schritt nach vorne. Es gibt viele verrückte Gitarren-Soli, hoch anspruchsvolle Rhythmen und die Ausweitung des „catchigen“ Faktors. Das dürften die drei augenfälligsten Veränderungen sein, doch auch in den Details gibt es viele Überraschungen und neue Ideen, die man so von uns noch nicht kannte. Dazu kommt, dass man die Vocals heute besser verstehen kann und sie weitaus variabler gesetzt sind. Woran es auf den letzten Platten immer ein wenig gehapert hat, war ein gleichförmiger Sound-Fluss und ein verbindendes Feeling, das die einzelnen Stücke zusammen hält. Dieses Mal ist es uns gelungen, eine kompakte Einheit zu erschaffen, die erkennbar zusammen hängt. Es gibt weder halbgare Passagen noch Filler. „Awaken The Dreamers” ist ein brutaler Kracher, der konsequent seinen Weg geht.“ Phasen traditionellen Heavy Metals finden sich auf der neuen Platte ebenso wie cleane Vocals und ausladende Soli vor einem teilweise zurück genommenen Kontext. Selbst sphärischer Indie-Rock ist zu hören. Das Quintett offenbart beste Prog- und Melodie-Tendenzen,


die ALL SHALL PERISH gut zu Gesicht stehen:

„Obwohl uns schon im Vorfeld klar gewesen ist, dass wir uns verändern wollten, ist es letztlich nicht aus einer bewussten Entscheidung heraus geschehen. Wir haben bei der einen oder anderen Gelegenheit darüber gesprochen, doch mehr als einen vagen Austausch von Ideen hatte es nicht gegeben. Plötzlich gab es dann aber eine Deadline und wir mussten in kurzer Zeit die Stücke schreiben und uns auf die Aufnahmen vorbereiten. Uns blieb nichts anderes übrig, als schnell und zielgerichtet an die Arbeit zu gehen. Das Ergebnis spricht für sich. Scheinbar müssen wir erst unter Druck geraten, um das Beste aus uns heraus zu holen. Auch zukünftig werden wir unsere Scheiben teilweise selbst produzieren. Das haben wir mit „Awaken The Dreamers” zum ersten Mal so gemacht und es scheint für uns der richtige Weg.“ Die Kontraste zwischen ruhigen Semi-Akustik-Passagen und wüsten Blast-Attacken sind rücksichtslos wie krass und dürften auch live glänzend funktionieren:

„Es ist uns wichtig gewesen, ausschließlich Stücke auf der Platte zu haben, die wir so auch live umsetzen können. Wir wollten anspruchsvoll, jedoch nicht zu komplex, und eingängig, jedoch gleichzeitig hart klingen. „Awaken The Dreamers” steht für einen gesunden Kompromiss. Stolz sind wir insbesondere darauf, dass die neue Scheibe den Vibe, den wir live entwickeln, repräsentiert. Wir haben mit akustischen Passagen experimentiert, aber auch mit dunklen Atmosphären und epischen Momenten. Unser Sound erlangt dadurch eine Tiefe und Vielschichtigkeit, die es auf den ersten beiden Platten nicht gegeben hat. Und doch sind wir noch nah am Stil unserer ersten Alben, so dass unsere Fans die Entwicklungen mitgehen und nachvollziehen werden. Da mache ich mir keine Sorgen, denn die Trademarks, für die wir bekannt und beliebt sind, sind nach wie vor da. Viele werden sich wohl darüber freuen, dass es nunmehr auch überraschende bzw. andere Parts gibt.“ Davon ist auszugehen, zumal die zahlreichen (europäischen) Fans von ALL SHALL PERISH das Drittwerk wohl noch stärker als seine Vorgänger abfeiern werden:

„Es stimmt, in Europa haben wir eine treue und große Fanbase. Das hängt sicherlich damit zusammen, dass wir mit Nuclear Blast ein deutsches Label hinter uns haben, dass eine Menge Aufbauarbeit betrieben hat. Uns bieten sich dadurch viele Chancen, die wir bislang alle genutzt haben.“ Und doch ist die Formation aus Florida im Roaster der Donzdorfer ein Stück weit einzigartig: „Uns wurde von Beginn an das Gefühl vermittelt, dass wir etwas Besonderes sind. Wir selbst haben das ohnehin gespürt, doch natürlich schätzt man sich selbst häufig stärker ein, als man es vielleicht wirklich ist. Nuclear Blast hat uns stets darin bestärkt, unseren Weg weiter zu gehen und uns kreativ auszuleben. Diese Freiheit genießen wir und wir nehmen sie als Ansporn, weiter zu wachsen. Das in uns gesetzte Vertrauen wollen wir schließlich zurück geben. Bislang sind beide Seiten vollends zufrieden. In den Staaten sind wir ebenfalls auf Nuclear Blast und ihre Position auf dem Markt hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Man kennt sie inzwischen auch hier drüben, wofür nicht zuletzt der gute Vertrieb verantwortlich ist. Die großen Releases von Meshuggah, Dimmu Borgir, In Flames etc. findet man heute überall und uns inzwischen auch. Doch schon in der Vergangenheit ist Nuclear Blast ein Name gewesen, den man kannte. Ich selbst bin circa 1994 das erste Mal auf sie aufmerksam geworden, als sie noch mit Relapse kooperierten. Die erste Scheibe, die ich gekauft habe, dürfte etwas von Hypocrisy gewesen sein. Heute sind wir ein Teil von ihnen und das erfüllt uns mit Stolz.“

Inwieweit sich Metal Blade darüber ärgert, ALL SHALL PERISH nicht gesignt zu haben, ist nicht bekannt, doch in der Bewertung des Potenzials der Band lag man vor einigen Jahren arg daneben: „Es ist witzig, dass Du danach fragst. Ganz am Anfang gab es auch Gespräche mit Metal Blade. Sie kamen sogar mal zu einer Show von uns. Im Anschluss haben sie uns mitgeteilt, dass wir für sie nicht tight und technisch genug wären. Danach haben wir nie wieder mit ihnen gesprochen und unseren Weg trotzdem gefunden.“ Qualität setzt sich am Ende eben immer durch.

 
 Links:
  myspace.com/allshallperish
 
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