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Daylight Dies

Storie von: arne, am 04.08.2008 ]

Die melancholischen und düsteren „Negativ-Sounds“ von DAYLIGHT DIES sind alles andere als Sommer-tauglich und doch erscheint auch der neue Longplayer „Lost To The Living“ in der warmen Jahreszeit. Die Musiker aus North Carolina zeigen sich einer jederzeit greifbaren Schwere und einer dunklen Mischung aus Doom Metal und Heavy Rock verschrieben.

 
„Unsere Musik hat sich von Beginn an aus unterschiedlichen Stilen zusammen gesetzt.“, fasst es Drummer Jesse, der gerade von einer US-Tour mit Candlemass heimgekehrt ist. „Wir sind weder straighter Doom Metal noch zu 100 Prozent melodischer Death. Wir integrieren all das, was sich natürlich einpasst und im Ergebnis zu einem größeren Ganzen führt. Dabei kann es schon einmal passieren, dass man auch Post-Rock, Gothic oder was auch immer hört. Fest steht, dass wir in kein Genre passen und es den Leuten schwer fällt, uns einzuordnen. Der positive Nebeneffekt ist, dass über uns gesprochen wird und sich die Leute mit uns beschäftigen.“

Musikalisch steht die Candlelight-Kombo Kollegen wie Novembers Doom, Novembre oder Swallow The Sun in nichts nach. Nach Jahren im Genre wissen DAYLIGHT DIES, wie man schwere Düster-Sounds in Szene setzen muss, um die Hörer trotz sich wiederholender Passagen und bekannter Stilelemente bei Laune zu halten: „Wir sind ein Underground-Act und mehr wird für uns auch niemals drin sein. Das ist, was wir sind und womit wir uns wohl fühlen. Wir haben uns langsam, jedoch beständig entwickelt und uns über die Jahre den Respekt vieler Leute verdient. Die Gruppe unserer wirklichen Fans ist allerdings nach wie vor überschaubar. Erst bei den jüngeren Releases haben wir festgestellt, dass einige neue Hörer hinzu gekommen sind und sich langsam so etwas wie Mund-zu-Mund-Propaganda durchsetzt. Es ist nicht so, dass uns plötzlich die Bude eingerannt wird, aber was die Möglichkeiten von Promotion, Touren etc. anbelangt, eröffnen sich heute bessere Möglichkeiten.“

Die komfortablere Ausgangsposition nehmen die Musiker wohlwollend zur Kenntnis, doch auf ihrem Weg durch das Heavy-Segment lassen sie sich nicht beirren: „Alles, worum es uns geht, ist es, mit unserer eigenen Leistung und dem eigenen Leben zufrieden zu sein.“, bestätigt Jesse. „Wir sind schon dankbar darüber, nunmehr ein Label hinter uns zu haben, das die Studiokosten trägt. Dadurch erlangen wir die Position, uns kreativ ausleben zu können, obwohl wir aus dem Underground stammen. Auf Verkaufszahlen und ähnliche Gradmesser braucht man bei uns nicht


zu schauen. Würden wir nach kommerziellem Erfolg streben, müssten wir etwas anderes als melancholischen Metal spielen. Dann sollten wir unsere Haare abschneiden und Pop machen.“

Musik für Frohnaturen klingt wirklich anders und doch ist im undurchdringlichen Düster-Kosmus von „Lost To The Living“ auch für Auflockerung gesorgt: „Wir sind keine Band, die dramatische Veränderungen durchläuft oder neue Platten dazu nutzt, sich neu zu erfinden. Die Leute, die uns kennen, wissen, dass wir langsam, jedoch kontinuierlich voranschreiten, dabei aber stets die DAYLIGHT DIES-Identität beibehalten. Die Veränderungen reflektieren unser Alter, denn mit jetzt 30 hat man eine andere Motivation als mit 22 und setzt auch andere Schwerpunkte. Die Musik spiegelt unsere menschliche Entwicklung wider, wobei die musikalische Basis gleich bleibt.“ Kleineren Experimenten gegenüber zeigt man sich aufgeschlossen:

„Auf „Dismantling Devotion” haben wir mit cleanem Gesang, spirituellen Elementen und einem Contrabass experimentiert. Alles, was wir ausprobiert haben, ist ein Erfolg gewesen, so dass wir uns darin bestärkt sahen, auch auf „Lost To The Living“ weitere Dinge auszuprobieren. Das Songwriting läuft bei uns langsam, aber sehr organisch. Wir brauchen immer etwas, um in die Gänge zu kommen, aber wenn ein Album erst einmal Form angenommen hat, lassen wir nicht mehr von ihm ab, bis auch die letzten Details fertig sind. Man muss sich die nötige Zeit nehmen, wenn man eine gute Platte schreiben möchte, und verinnerlichen, dass jede Note und jeder Akkord für einen Song substantiell sein kann. Bands wie Children Of Bodom, die Unmengen an bedeutungslosen Noten hintereinander stellen, kann ich nicht ab und auch nicht nachvollziehen. Musik ist weder ein Wettbewerb noch ein Video-Spiel. DAYLIGHT DIES repräsentieren neben anderen einen Gegenentwurf und setzen jede Note und jedes Riff mit Bedacht und einer klaren Absicht ein. Darüber hinaus erfahren auch die Texte eine hohe Wertigkeit, die ausschließlich im persönlichen Bereich angesiedelt sind. Gerade darum geht es: Wir möchten mit unseren Hörern etwas Aufrichtiges und Persönliches teilen.“

 
 Links:
  myspace.com/daylightdies
 
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