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Agenda Of Swine

Storie von: arne, am 31.07.2008 ]

Nach dem Ende von Benumb musste sich Kult-Shouter Pete Ponitkoff nach einem neuen Betätigungsfeld umsehen. Gemeinsam mit einigen Freunden, die ob des Splits der Vulgar Pigeons ebenfalls an Unterbeschäftigung litten, kanalisierte man den akuten Tatendrang im Rahmen der neu gegründeten AGENDA OF SWINE, die musikalisch einen Kompromiss der beiden „Vorgänger-Kombos“ darstellen.

 
Straighter, Tempo fixierter Death-Metal-Grind wird mit einer traditionellen Thrash-Edge und gewissen Sludge-Tendenzen verbunden. Darüber hinaus weist das Debüt “Waves Of Human Suffering” eine überaus direkte Attitüde auf und verfügt sogar über melodische Zwischenparts und etwas ToughCore-Mosh. Die beiden zuletzt genannten Stilelemente hätte es bei Benumb nie gegeben, doch sie lockern das Album ungemein auf: „Zu wissen, in welchen Bands die Mitglieder einer neuen Gruppe zuvor gespielt haben, kann sehr hilfreich sein und ist für viele Hörer ein Kriterium. Insbesondere für Leute, die Fans von Benumb oder Vulgar Pigeons gewesen sind.“, bestätigt es Drummer John Gotelli.

„Sieht man, dass Musiker, die man achtet, ein neues Projekt draußen haben, wird man es höchstwahrscheinlich antesten. Ist das Album nicht gut, ist der Effekt dahin, doch einen kleinen Bonus hat man zu Beginn durchaus. Im Zeitverlauf werden die Leute AGENDA OF SWINE aber nicht wegen unserer Vergangenheit unterstützen, sondern weil wir qualitativ hochwertiges Material zu bieten haben und 110 Prozent hinter dem stehen, was wir tun. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass „Waves Of Human Suffering” das beste Album ist, an dem ich bislang beteiligt gewesen bin, und wir stehen ja gerade mal am Anfang.“ Die Betonung der früheren Betätigungsfelder wurde nicht von der Band selbst, sondern von Relapse zur Bewerbung der „Newcomer“ heran gezogen: „Es spricht sich ohnehin herum. Man muss es nicht selbst ausposaunen. Uns ist es allerdings wichtiger, dass das gesamte Package unserer neuen Gruppe funktioniert und diese als eigenständig wahrgenommen wird. Für Hörer ist es sicherlich eine nützliche Information, aber die Leute sollen uns an unseren Songs messen und nicht anhand der Historie von Benumb und Vulgar Pigeons. Ex-Member-Verweise bringen ja nichts, wenn die Musik der neuen Band nicht gut ist.“ Mit der Kooperation mit Relapse zeigt sich der Drummer hoch zufrieden:

„Es fühlt sich fantastisch an, ein erstes Album draußen zu haben, wie auch die Tatsache, dass Relapse unseren Namen schnell unter die Leute bekommen hat. All die Anzeigen, Features und ersten Touren waren ein toller Start, auf dem sich aufbauen lässt. Auf unser Debüt sind wir besonders stolz, denn unserer Meinung nach haben wir etwas Großes geschaffen. Relapse hat mit einem schicken Artwork und dem Digipak ein würdiges Package geschaffen. Nun sind wir als AGENDA OF SWINE wirklich da.“ Die Kalifornier haben ein ganzes Jahr an der Fertigstellung ihres Debüts gearbeitet und ihr Songwriting ansprechend variabel gehalten: „Es stimmt, dass wir uns Zeit dabei lassen konnten, die Songs so gut wie möglich zu machen. Wir haben die Stücke, nachdem sie eigentlich schon fertig waren, noch einmal komplett auseinander genommen, die Wirkungen aller Parts überprüft und teilweise bis zuletzt immer wieder neu arrangiert. Wir sind richtig versessen darauf gewesen, die uns bestmöglichen Stücke einzuspielen. Es war schön, einmal so viel Zeit zu haben, doch noch einmal wird uns das sicherlich nicht vergönnt sein. Jetzt stecken wir in der Maschinerie von Touren und Platten, wodurch die Spannen automatisch kürzer werden.“

Das Quintett liefert eine stimmige und unterhaltsame Mischung aus simplem


Geballer in der Tradition von Benumb und komplexeren, schwergewichtigeren Passagen, wie man sie von den Vulgar Pigeons kannte: „Unser Debüt „Waves Of Human Suffering” spiegelt sehr gut wider, wofür AGENDA OF SWINE stehen und was uns als Band auszeichnet. Jedenfalls für den Moment, denn natürlich werden wir uns ausgehend von diesem Album weiter entwickeln, wodurch sich der Sound verändern wird. Die grundlegende Ausrichtung wird aber gleich bleiben. Hinsichtlich der Intensität und der direkten Härte ist es allerdings immer schwierig, seinen Live-Sound im Studio zu reproduzieren. Nicht zuletzt deshalb, weil auf der Bühne immer irgendetwas Unerwartetes passieren kann und nicht alles planbar ist. Das Rahmen ist ja auch ein anderer. CDs hörst du im Auto, bei der Arbeit, nebenher, wo und wie auch immer. Gehst du aber zu einem Konzert, willst du die Band sehen und konzentrierst dich. Für uns als Musiker ist es ähnlich und doch geben wir natürlich auch im Studio unser Bestes.“ Die Old School-Orientierung des Fünfers lässt sich an einschlägigen Death- und Grind-Größen festmachen, was für Drummer Gotelli kein Problem ist:

„Natürlich schlagen unsere Einflusse und all das, was wir hören, durch. Daran ist doch auch nichts schlimm oder falsch. Als Musiker kannst du gar nicht anders als Songs zu analysieren und dich für die Art und Weise, wie Riffs, Beats und Vocals gesetzt oder gespielt werden, zu interessieren. Das geschieht ganz von selbst. So ist man zwangsläufig von dem, was man hört, beeinflusst und kann nichts dagegen tun. So etwas fließt unbewusst in die eigenen Songs ein. Was man als Band aber auch tun muss, ist, starke Ideen zu entwickeln und ein klares Soundbild zu kreieren, schließlich gilt es, die einzelnen Songelemente sinnvoll miteinander in Verbindung zu setzen. Gerade deshalb sind auf „Waves Of Human Suffering” unterschiedliche Stile und Genres zu finden, die im Ergebnis zu einem homogenen und konsistenten Sound werden.“

Auch die „politisch motivierten“ Texte stehen in der Tradition von Acts wie Napalm Death, Nasum oder Bolt Thrower: „Deine Vermutung trifft zu, der Titel ist als generelles Statement über die heutige Gesellschaft zu verstehen. Greif eine beliebige Tageszeitung und alles sollte klar sein. Eigentlich müsste Pete sein Texte selbst kommentieren, aber in groben Zügen geht es um die Probleme im Alltag und harte Momente, sowohl im Privaten als auch global in der Welt.“ Das Ausgeprägte „Crossover-Potenzial“ ihres Sounds hilft AGENDA OF SWINE dabei, live sowohl auf „gewöhnlichen“ Death’n’Grind-Shows als auch vor moderner eingestellten Metal-Crowds zu bestehen: „Da habe ich persönlich keine Präferenz, denn beides kann Spaß machen und uns als Band weiter bringen. Häufig spielen wir in der Mitte zwischen Gruppen der unterschiedlichsten Stile. Natürlich kann es schon einmal passieren, dass die Leute nichts mit uns anfangen können, doch zumeist bekommen wir gute Reaktionen. Die breite Basis unserer Songs kommt uns da zugute, denn eigentlich sollte jeder etwas finden, das er mag. In jedem Fall liefern wir 30 straffe Minuten, die eine Show oder ein Festival durchaus neu ordnen können.“ Für „Waves Of Human Suffering” trifft die zuletzt genannte Charakterisierung ebenfalls zu.

 
 Links:
  agendaofswine.com
 
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