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Whitechapel

Storie von: arne, am 21.07.2008 ]

Das ging schnell: Nach dem Debüt für Siege Of Amida – „The Somatic Defilement” – sind WHITECHAPEL von Metal Blade gesignt worden und flux liegt schon das Zweitwerk der Jungs aus Knoxville vor. Das Sextett hat hart am eigenen Songwriting gearbeitet und rechtfertigt die Veröffentlichung seiner zweiten Platte über das Kult-Label.

 
„Mit drei Gitarren in der Band kann man eine Menge machen, was anderen verwehrt bleibt.“, setzt Gitarrist Alex Wade zu einer Erklärung an. „Die Art und Weise, wie wir unsere Musik arrangieren und wie sie im Ergebnis klingt, separiert uns von anderen Gruppen, die sonst vielleicht vergleichbar angelegt sind. Dank dreier Gitarren sind wir doch ein Stück weit unverkennbar.“ WHITECHAPEL liefern allerfeinsten Deathcore, der beständig zwischen Brutalo-Death, grindigen Einsprengseln und toughen Hardcore-Momenten hin und her pendelt, durchgängig interessant und fordernd verbleibt:

„Bands wie Between The Buried And Me, Psyopus, Born Of Osiris, The Faceless etc. haben eine Menge bewegt und viele junge Musiker dazu animiert, sich mit technischen und progressiven Metal-Stilen auseinander zu setzen. Dazu zähle ich uns ebenfalls. So ganz lässt es sich heute nicht mehr nachvollziehen, doch die Genannten haben eine Welle losgetreten. In der Folge haben sich viele Bands – auch WHITECHAPEL – in den Kampf gestürzt und die musikalische Herausforderung angenommen. Die große Anzahl an Bands wirkt sich Qualität fördernd aus, da man immer besser als die anderen sein will. Die Fans wissen das zu schätzen und man selbst ist gefordert, sich permanent zu verbessern. Dadurch wird es niemals langweilig.“

Das Zweitwerk „This Is Exile” stellt sich in eine Reihe mit den aktuellen Scheiben von Job For A Cowboy, The Black Dahlia Murder oder The Red Chord, wobei die Jungs die sich mit drei Gitarren bietenden Möglichkeiten konsequent ausleben: „Wann immer wir zu den Instrumenten greifen, versuchen wir, etwas Eigenständiges und Außergewöhnliches zu schaffen. Der Gradmesser ist dabei jedoch nicht das Genre, in dem wir uns bewegen. Wir sind es selbst. Es ist wie ein innerer Zwang, immer weiter zu gehen und neue Songstrukturen und andere Beats auszuprobieren. Wenn man sich selbst beständig weiter entwickelt und immer neu herausfordert, gelingt es mit etwas Glück, sich vom Wettbewerb zu differenzieren und Wiedererkennbarkeit zu erlangen. Die Chance, die sich uns mit WHITECHAPEL bietet, müssen wir schließlich nutzen. Nachdem wir für erste Aufmerksamkeit gesorgt und auf Metal Blade gesignt haben, stehen wir nun in der Pflicht, zu beweisen, was wir drauf haben.“

Der Labeleinstand entwickelt sich als kompakte und gleichbleibend bösartige Extrem-Platte, an der es kaum etwas zu deuteln gibt. Gegenüber dem teils noch zu wild und unstrukturiert aufgebauten Debüt dokumentieren WHITECHAPEL eine neu gewonnene Lässigkeit im Songwriting und ein besseres Verständnis für die Wirkung ihrer Stücke: „Die Arbeit gestaltete sich völlig anders und das hört man. Das Material für „The Somatic Defilement“ ist über den Zeitraum eines Jahres hinweg entstanden. Zunächst haben wir nur Songs geschrieben, um live überhaupt etwas spielen zu können. Als Siege Of Amida Records uns signte, haben wir alles, was wir hatten, eingespielt und das ist unser Debüt geworden. „This Is Exile“ ist in der deutlich kürzeren Spanne von nur zwei Monaten geschrieben worden und dann ging es gleich ins Studio. Die Zeit


was sehr stressig, doch wir haben das Beste daraus gemacht und richtig gute Stücke geschrieben. „This Is Exile” ist eine um Längen bessere Platte als es unser Debüt gewesen ist. Es wird deutlich, wofür wir musikalisch stehen, und dass wir handwerklich in der Lage sind, unsere hohen Ansprüche auch umzusetzen. Die neue Scheibe bietet mehr Lead-Gitarren und jenseits der brutalen Hauptstränge gibt es Unmengen an Melodien und viele kleine Feinheiten.“

WHITECHAPEL spielen brutalen Death Metal, den sie mit Mark erweichenden Breakdowns versetzen: „Im Vordergrund standen für uns das Songwriting und der Anspruch, neue Aspekte in unseren Sound zu integrieren. Die straffe Entstehungszeit ließ uns keine andere Wahl, als fokussiert und effektiv an den Songs zu arbeiten. Deshalb stehen die einzelnen Stücke miteinander in Verbindung und wirken zusammen gehörig. Darüber hinaus ist es uns wichtig gewesen, frische und unerwartete Momente zu setzen, um uns von der ersten Platte abzusetzen und eine Entwicklung unter Beweis zu stellen. Mit dem Ergebnis sind wir hoch zufrieden, denn es ist eine gleichsam beinharte und doch auch länger wirkende Scheibe geworden.“

Der Elf-Tracker stellt sich tatsächlich als homogene Einheit dar, wobei die melodischen und groovigen Fragmente Kontrapunkte zur direkten und komplex angelegten Brutalität setzen: „Es ist unser Ziel gewesen, eine ausgewogene Mischung anzubieten. Wir greifen traditionelle Metal-Elemente auf, wenn wir einfacher strukturierte Passagen dem wüsten Geprügel gegenüber stellen. Das tun wir ganz bewusst, denn man kann nicht die ganze Zeit über verrückt und chaotisch agieren. Außerdem sollen auch ältere Metal-Hörer etwas mit uns anfangen können. Wir selbst sind ja auch mit den unterschiedlichsten Metal-Stilen aufgewachsen und alle haben uns beeinflusst. Wenn man beginnt, ein Instrument zu erlernen, übt man zuerst mit Klassikern. So ist es auch bei uns gewesen und davon kann man sich niemals völlig loslösen, selbst wenn man es wollte. Der bunt durchmischte Sound von WHITECHAPEL lässt sich mit den unterschiedlichen Einflüssen der Mitglieder erklären. Jeder möchte etwas zum Gesamtbild beitragen, und wenn es passt, wird es aufgenommen.“

Dadurch erlangt „This Is Exile” die Nachhaltigkeit und Wiedererkennbarkeit, die „The Somatic Defilement” noch vermissen ließ. Maßgebliche Einflüsse auf das Zweitwerk sieht Alex übrigens nicht: „An bestimmten Bands würde ich das nicht festmachen, aber wenn, dann wären das wohl Aborted, Meshuggah, Amon Amarth, Black Dahlia Murder etc. Wir streben danach, harte und brutale Tracks zu schreiben und ihnen eine eigene Note mitzugeben. Das klappt nicht immer, doch wir geben stets unser Bestes und es gelingt uns immer häufiger. Gerade vor dem Hintergrund der kurzen Entstehungszeit des Albums könnten wir mit dem Ergebnis nicht zufriedener sein.“ Bislang konnten sich WHITECHAPEL vorrangig unter Hörern modern geprägter Extrem-Metal-Klänge einen Namen erspielen. Das Zweitwerk stellt unter Beweis, dass der Sechser aus Knoxville mit nahezu allen Metal-Spielarten kompatibel ist.

 
 Links:
  myspace.com/whitechapelmetal
 
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