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Withered

Storie von: arne, am 15.07.2008 ]

Was auf dem vor drei Jahren erschienenen Debüt “Memento Mori” (Lifeforce) so eindrucksvoll begonnen hat, erfährt seine Fortsetzung und Ausweitung auf der zweiten Platte “Folie Circulaire”: WITHERED, die Heavy-Weights aus Atlanta, legen nach und begeistern abermals mit ihrer kompakten und brachialen Mischung aus Black-, Death- und Heavy-Metal, Doom, Sludge, Hardcore und Punk.

 
Die beiden früheren Social Infestation-Mitglieder und Bandinitiatoren Chris Freeman und Mike Thompson haben die zweite Hälfte ihres Quartetts ausgetauscht und nun scheinbar Geistes verwandte Verbündete gefunden. Gemeinsam lotet man den Grenzbereich Genre-übergreifenden Heavy-Sounds konsequent aus: „Es spielt uns sicherlich in die Karten, dass wieder mehr Leute Interesse an schweren Sounds haben, wie wir sie spielen.“, bestätigt es Mike im Interview.

„Überrascht bin ich von dieser Entwicklung allerdings nicht, denn das hat sich über die Jahre immer stärker abgezeichnet. Die Leute kommen wieder zurück zu Bands, die ihrem Stil aus Hingabe und mit Ehrlichkeit nachgehen. So etwas hört man der Musik an und Aufrichtigkeit zahlt sich am Ende immer aus. Das korrespondiert mit einem Alterswechsel im Metal. In den letzten Jahren sind wieder mehr junge Hörer dazu gekommen, da Metal im Ganzen populärer geworden ist. Davon profitieren alle Spielarten und die Konzerte sind voller als noch vor zehn Jahren. Die jungen Leute beschäftigen sich intensiv mit Stilen und Bands, bis sie das finden, was ihnen am meisten zusagt. Das bietet viele Chancen, denn die Kids sind anfangs sehr offen und es gewöhnt, dass Gruppen zwischen unterschiedlichen Stilen agieren. Uns selbst kommt dabei zugute, dass viele Leute mit schwergewichtigen Sounds starten. Mit der Zeit orientieren sich zwar viele zu verrückteren und komplexeren Stilen um, doch die Wertschätzung für bodenständigen Heavy Metal verlieren sie dennoch nicht.“

Das Zweitwerk des Vierers punktet mit gleichsam dynamischen wie komplexen Songs, die eine unglaubliche Tiefe und massive Intensität erlangen – oder auch rücksichtslose Härte, ganz, wie es die jeweilige Situation erfordert: „Wir sind zufrieden und verglichen mit unserem Debüt praktisch unverändert. Als wir WITHERED gründeten, wussten wir, was wir mit der Band machen und wie wir klingen wollten. Das haben wir umgesetzt. Heavy Metal Is The Law! Wir setzen auf den Langzeiteffekt und werden auch dann noch aktiv sein, wenn all die Crazy-Frickler schon längst das Zeitliche gesegnet haben. Anfangs ist es aufregend, sich zu überschlagen, reihenweise krasse Breaks zu setzen und möglichst ungestüm aufzuspielen, doch wenn du älter wirst, geht es mehr um die Wirkung und die Stimmungen der Musik. Nur, wer wahre Emotionen vertont, kann den Test der Zeit bestehen und wirklich gute Songs schreiben. Das schließt ja keinesfalls aus, dass man nicht auch aggressiv ist. Das muss man sein, denn sonst würde es schnell langweilig werden. Auch wenn wir nicht die meisten Fans haben, sind wir doch stolz darauf, dass wir bislang jeden Fan halten konnten und deren Anzahl kontinuierlich zunimmt.“

Die musikalische Schwerpunktsetzung von “Folie Circulaire” lässt sich nur schwer bestimmen. Der Prosthetic-Einstand von WITHERED ist weder ein sonderlich schnelles noch vordergr


ündig aggressives Album. Treibende Norwegen-Leads, in schwedischer Tradition stehende Melodie-Bögen, sumpfige New Orleans-Sounds und eine verbindende punkige Attitüde formen in ihrem Zusammenspiel einen hoch brisanten und progressiv experimentellen Extrem-Cocktail: „Große Hintergedanken gibt es bei uns nicht. Wir lassen alles auf uns zukommen. Wenn sich etwas richtig anfühlt, ist es eben so. Das sollte man nicht hinterfragen und erklären kann man es auch nicht. Fest steht allerdings, dass unsere Songs eine eigene Note und WITHERED Wiedererkennungswert besitzen. Darauf sind wir stolz. Dennoch nehmen wir uns die Freiheit, für jede spontane Idee offen zu sein und im Voraus nichts auszuschließen. Das ist der bislang richtige Weg für uns gewesen, also gehen wir ihn weiter.“

Darüber hinaus weist der Band-Sound aus voller Überzeugung heraus „Ecken und Kanten“ auf: „Fest steht, dass wir kaum Radio-tauglich sind und deshalb nie für die breite Masse interessant sein werden. Das wollen wir auch gar nicht sein. Bei uns stehen die ehrliche Einstellung, nachvollziehbare Heavy-Songs und die Liebe zum Metal im Vordergrund. Wer qualitativ hochwertige Heavy-Sounds entdecken will, ist bei uns richtig. Wir haben gerade erst begonnen, live unterwegs zu sein. Die Touren mit größeren Gruppen haben uns gezeigt, dass es viele Leute gibt, die mit WITHERED etwas anfangen können. Das motiviert uns, in dieser Richtung weiter zu gehen.“

In den drei Jahren nach der Veröffentlichung des eigenen Debüts ist die Formation musikalisch und menschlich gereift: „Wir sind als Band gewachsen, nachdem wir die Hürde der ersten Platte genommen und uns aufeinander eingestellt haben. Die Erfahrungen in Zusammenhang mit der Entstehung unseres Debüts haben die Weichen für unsere Zukunft gestellt. Sie zeigten uns auf, was wir besser bzw. anders machen müssen. Darüber hinaus haben natürlich auch die beiden Neuzugänge Mike Longoria und Beau Brandon, die jetzt seit knapp einem Jahr dabei sind, dazu beigetragen, dass WITHERED besser geworden sind, indem sie unser Augenmerk auf die nötige Abwechslung gerichtet haben. Wir kommen menschlich super miteinander aus und konnten so an unsere Leistungsgrenze gehen. Heute analysieren wir jedes Riff sehr bewusst und schauen, ob es in den Kontext des jeweiligen Songs und zu WITHERED passt. Für die neue Platte haben wir viele tolle Riffs geschrieben, die andere Bands mit Kusshand nehmen würden, doch einige haben wir schweren Herzens aufgegeben, weil sie unseren Sound nicht ebenbürtig repräsentierten. Wir haben eine klare Vorstellung davon, wie WITHERED klingen sollen und was zu uns passt. Sollten wir dieses Grundverständnis verlieren, müssten wir unter einem neuen Namen von vorne beginnen.“

Das starke “Folie Circulaire“ zeigt auf, dass mit dem Vierer mehr denn je zu rechnen ist und die Jungs wirklich noch eine Menge vorhaben.

 
 Links:
  withered.net
 
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