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From First To Last

Storie von: arne, am 02.07.2008 ]

Die Veröffentlichung des dritten Longplayers beweist, dass FROM FIRST TO LAST ernsthaft und aufrichtig um ihre Bandkarriere gekämpft und sich durchgebissen haben. Allen Widrigkeiten zum Trotz sind sie noch immer aktiv. Nach schier endlosen Line-Up-Wechseln, Zeiten ohne Plattenvertrag und privaten Härten melden sich die Kalifornier selbstbewusst und unerwartet allgemeingültig mit ihrem Suretone-Einstand zurück.

 
„Grundsätzlich verstehe ich jede Platte als Neustart, aber natürlich ist das neue Album für mich etwas Besonderes, da es die erste Veröffentlichung von FROM FIRST TO LAST unter meiner Beteiligung ist.“, erzählt Neuzugang Matt Manning im Gespräch: „Darüber hinaus gibt es ein neues Management, ein neues Label, einen neuen Sänger und mich als neuen Bassisten. Im Grunde hat sich fast alles verändert. Abgesehen vom Bandnamen, den wir beibehalten haben, entwickelt sich alles in eine andere Richtung. Wir verstehen das als Chance, uns nochmals neu zu positionieren und die Weichen dafür zu stellen, was wir in der neuen Konstellation zukünftig machen wollen.“

Dem Label des Post-Cores ist die frühere Epitaph-Kombo inzwischen entwachsen, ohne dabei allzu radikal mit der eigenen Vergangenheit gebrochen zu haben. FROM FIRST TO LAST setzen nach wie vor auf Laut-Leise- und Hart-Zart-Wechsel bzw. -Dynamiken. Ein deutlicher Emo/Screamo-Einschlag findet sich ebenso sehr wie eine spürbare Hardcore-Tradition und der Hang, Massen- und Stadion-taugliche Rock-Smasher zu schreiben: „Es stand nie zur Debatte, unter einem anderen Namen völlig von Null zu starten. Wir sind schon immer eine Band gewesen, in deren Rahmen nichts ausgeschlossen und alles möglich gewesen ist. Wir fühlen uns gut dabei, zwanglos weiter zu machen und die schweren Zeiten einfach hinter uns zu lassen. Nach den ganzen Problemen, die die Band durchgestanden hat, ist es doch klar gewesen, dass sie anders klingen würde.“

Die ersten drei Stücke des selbstbetitelten Drittwerks – ’Two As One’ – ’The Other Side’ und ’Worlds Away’ – verdeutlichen schnell, wofür die neuen FROM FIRST TO LAST stehen. Einprägsame und markante Chören werden mit harten, jedoch melodischen Strophen verbunden, so dass für eine fesselnde Hookline garantiert ist: „Unsere neue Platte ist Rock und nichts anderes. Ich würde nicht sagen, dass wir bewusst nach gestrebt haben, den Post-Hardcore hinter uns zu lassen, doch im Ergebnis haben wir es getan. Das Genre ist für die Band von jeher zu klein gewesen und mit dem neuen Album stellen wir klar, dass wir uns selbst nicht auf diese eine Spielart oder diese Szene beschränken.“

Die Songs der Kalifornier sind vor allem rockig, auf den zweiten Blick aber durchaus noch Underground-kredibel. Trotz ihrer generellen Anlage weisen alle elf Stücke ein roughes Moment und punkige Authentizität auf: „Was es in der Vergangenheit schon in Ansätzen gegeben hat, tritt auf der neuen Platte deutlich in den Vordergrund. Unsere Songs sind sehr generell gehalten, ohne dabei beliebig zu klingen.“, beschreibt es der Bassist.

„Wir sind gerade heraus und hart, ohne Metal zu sein, und eingängig, ohne zu poppig oder gar kitschig zu klingen. Musikalisch bewegen sich FROM FIRST TO LAST zwischen vielfältigen Einflüssen und kreieren dabei einen eigenen Sound, mit dem sowohl junge Kids als auch erfahrene Hörer etwas anfangen können. Die neuen Stücke sind gleichsam reif wie impulsiv, was die Basis für ihre Stärke ist. Touren mit The Cure oder Fall Out Boy haben unser Songwriting diesbezüglich beeinflusst, denn wir haben erkannt,


dass man Wirkung auf unterschiedliche Weise erzielen kann. So ist es uns möglich gewesen, uns von der Berechenbarkeit der frühen Alben zu lösen.“ In Fällen wie dem des selbstbetitelten Drittwerks der Westküstler spricht man gemeinhin von altersbedingter oder natürlicher Weiterentwicklung. Sell-out klingt jedenfalls anders:

„Das Schreiben der Songs fiel uns sehr leicht. Zwei Jahre hatte es keine Platte von uns gegeben, weil sich die Band mit vielen Problemen konfrontiert gesehen hat, die zunächst gelöst werden mussten. Als dann das Line-Up stand und wir ein neues Label gefunden hatten, sind wir schnell zu einer Einheit zusammen gewachsen und haben überaus produktiv gearbeitet. Wir sind im Ziel vereint, FROM FIRST TO LAST am Leben zu halten und als Gruppe weiter zu wachsen. Unsere Einflüsse aus den Neuziger Jahren schlagen auf dem Album deutlich durch, so dass wir durchaus nach Stone Temple Pilots, Nirvana und Pearl Jam klingen.“

In jedem Fall ist das musikalische Repertoire der Band noch breiter als in der Vergangenheit, ohne auf Passagen nötiger Härte zu verzichten: „Unbedingt, unser Sound sollte direkt, aber auch generell sein. So sollen möglichst viele Leute Gefallen an uns finden. Doch es gab weder einen kalkulierten Plan noch irgendwelche bestimmenden Hintergedanken. Wir haben uns im Proberaum getroffen und angefangen, zu jammen. Schnell haben wir uns auf einen Sound verständigt, der sich für alle stimmig anfühlte. In dieser Richtung haben wir dann weiter gemacht und das Ergebnis liegt nun als Album vor.“

Den Live-Support zur Veröffentlichung bestreiten FROM FIRST TO LAST in Deutschland im Vorprogramm von Kiss, was im ersten Moment nicht unbedingt passend scheint: „Daran ist unsere Booking-Agentur Schuld.“, erklärt Manning. „Sie bekommt uns immer wieder auf tolle Touren. Für die Dates mit Kiss ist es förderlich gewesen, dass die Managements von ihnen und uns eng befreundet sind. Beide Bands wollten fast zeitgleich nach Europa, um die großen Festivals und einige ausgewählte Gigs zu spielen. Das Timing lag so nah beieinander, dass sie uns fragten, ob wir nicht als ihr Support spielen wollten. So etwas kann man natürlich nicht ablehnen. Es bietet die Chance, sich einem völlig neuen Publikum vorzustellen, dass sonst wahrscheinlich nie mit FROM FIRST TO LAST in Kontakt gekommen wäre. Wir sind aber so realistisch, uns einzugestehen, dass uns dort wohl niemand sehen will. Also sind wir auf das Schlimmste vorbereitet – etwa fliegende Flaschen und andere Gegenstände. Bislang haben wir aber noch jede Herausforderung angenommen. Es ist mir egal, ob uns Tausende von Leuten hassen werden. Die Tour mit Kiss wird das größte Highlight meiner Karriere als Musiker. Die gesamte Idee, für die Kiss stehen, ist unglaublich. Ich muss gestehen, dass ich außer ihren großen Hits bislang nicht viel von ihnen kenne, da ich nicht mit ihnen aufgewachsen bin. Doch natürlich weiß jeder in Amerika, wie Kiss aussehen und wofür sie stehen. Gemeinsam mit dieser Legende unterwegs zu sein, ist fast unwirklich.“

…und bedeutet für FROM FIRST TO LAST die Bewältigung der nächsten großen Herausforderung.

 
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