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One Way Mirror

Storie von: arne, am 29.06.2008 ]

Im Falle von ONE WAY MIRROR handelt es sich um eine französische Allstar-Kombo, in der etablierte Musiker jenseits ihrer musikalisch härteren Hauptbands ein eingängiges und rockiges Outlet im Stile von Passenger und Engel gefunden haben.

 
Das Quintett rekrutiert sich aus Guillaume Bideau von Mnemic, David und Franck Potvin (Lyzanxia, Phaze I), Soilworks Dirk Verbeuren und Loic Colin von Scarve. Zum Hintergrund der Bandgründung verrät Initiator Guillaume Folgendes: „Ich habe die Band vor knapp 30 Jahren gegründet, als ich aus dem Gefängnis entlassen wurde und meinem Leben einen Sinn geben wollte. Ich hatte meine Strafe für Kannibalismus abgesessen und war während der Zeit im Knast zur der Überzeugung gelangt, dass ich Musiker werden sollte, nachdem ich wieder frei wäre. Die ersten Idioten, die ich getroffen habe, wurden vom Fleck weg rekrutiert und sind bis heute mit dabei geblieben. Nach einem langen Kampf haben wir nun endlich unser erstes Album fertig, das in Ermangelung eines Titels so wie wir heißt.“

Dieses Eingangs-Statement verrät, dass für ONE-WAY MIRROR klar der Spaß im Vordergrund steht. Und doch sind die Franzosen zielgerichtet unterwegs: „Nimm das nicht zu ernst, ich bin heute einfach schräg drauf. Die Band ist als Zusammenschluss von Freunden zu verstehen, die gemeinsam Musik machen wollten.“ Gitarrist David ergänzt: „Das ist normal. Als ich Guillaume das erste Mal traf, hat er auch mich eingeschüchtert, aber er ist nun einmal ein guter Sänger mit enormer Überzeugungskraft. Als er mich fragte, ob ich Teil seiner neuen brutalen Salsa-Death-Metal-Band werden wolle, habe ich entgegnet: Warum nicht? So hat alles angefangen.“

Das selbstbetitelte Debüt-Album von ONE-WAY MIRROR basiert auf melodischem Death Metal, dem eine stark rockige Komponente an die Seite gestellt und der durch einen stark ausprägte Pop-Edge verfeinert wird: „Wenigstens ich verstehe und uns nicht als Death Metal und habe auch keine große Historie in dieser Spielart.“, erwidert Sänger Guillaume. „Die für mich wichtigen Gruppen sind Pantera, Midnight Oil, Guns’n’Roses und Rage Against The Machine. ONE-WAY MIRROR ist deren kleinster gemeinsamer Nenner. Erst vor sieben Jahren habe ich angefangen, zu screamen. Singen habe ich hingegen schon im Alter von vier Jahren gelernt, so dass ich mit der neuen Band zu meinen Wurzeln zurück finde.“ Gitarrist David ergänzt: „Es gab keine definierten Ziele oder Absichten für den Sound der Gruppe. Heutzutage ist es ohnehin fast unmöglich, innovativ oder neu zu klingen, so dass man lediglich versuchen kann, seinen Songs einen eigenen Anstrich zu verleihen. Mit ONE-WAY MIRROR streben wir danach, einen wieder erkennbaren Sound zu schaffen, was uns auf dem Debüt gelungen ist. Wir hatten beim Schreiben und Aufnehmen so viel Spaß, dass es den Leuten einfach gefallen muss.“

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-Sound, der vor allem von seinen vielen Melodien und catchigen Chorus-Linien sowie dem latenten Pop-Touch lebt: „Sollten wir uns davor fürchten, das Wort “Pop” in den Mund zu nehmen? Aus welchem Grund?”, bekräftigt es Guillaume. „Entweder mag man uns oder eben nicht. So einfach ist es. Die Label, die unserer Musik gegeben werden, kratzen uns nicht. Pop, Rock, Metal... Letztlich ist alles irgendwie dasselbe. Meiner Ansicht nach muss Musik zu gleichen Teilen Energie geladen und catchy sein. Das gilt allerdings für alle Arten von Musik. Es kommt darauf an, die Musik zu spielen, die sich richtig anfühlt. Wir lieben ONE-WAY MIRROR und fühlen, dass wir alles richtig gemacht haben.“ Gitarrist David stützt die Aussage und fährt fort: „Wir schätzen die Heavy-Riffs sehr, scheuen aber auch nicht davor zurück, mit einer Vielzahl von Melodien zu arbeiten. Es ist wichtig, in den Songs auch weiche Passagen zu haben, denn wenn du häufig die Metal-Keule auspackst und aggressiver wirst, brauchst du einen Gegenpol, der Abwechslung schafft und das Zuhören erleichtert.“

Das souveräne und variable Auftreten im Kontext der neuen Band verdankt man dabei jahrelanger Vorbereitung: „Heute zahlt sich aus, dass wir so hart mit unseren Instrumenten und Stimmen gearbeitet haben, als wir noch jünger waren.“, so der Sänger. „Deshalb können wir all das komponieren, spielen und singen, was in uns ist, ohne dass wir auf handwerkliche Restriktionen Rücksicht nehmen müssen. Es ist ein Spiel, dessen Ziel es ist, Spaß zu haben. Der Grad der Perfektion oder das subjektive Erreichen der eigenen Ziele unterscheidet sich dabei natürlich unter den Mitgliedern. Überhaupt kann das, was für uns perfekt klingt für andere der größte Müll sein.“

Die Stärken von ONE-WAY MIRROR bringt Guillaume dennoch treffend auf den Punkt: „In der französischen Szene gibt es keine zweite Band, die so klingt, wie wir es tun. Unser Fokus geht aber ohnehin über die Landesgrenzen hinaus, so dass unsere Heimat letztlich nur ebenso viel Relevanz erlangt wie all die anderen europäischen Staaten. Natürlich würden wir uns freuen, wenn wir zu Hause gut ankämen, aber so etwas lässt sich nicht planen, denn die französische Szene ist unberechenbar und verrückt. Die internationale Orientierung unserer Band macht es uns einfacher, über die Grenzen hinweg zu schauen, was uns stilistisch differenziert. Doch auch die harte französische Schule hat uns geholfen. Hier wirst du nur dann supportet, wenn du gut oder noch besser außergewöhnlich bist. Da es Unmengen an Underground-Kombos gibt, ist der Wettbewerb intensiv, was die Bands – auch ONE-WAY MIRROR – im Ergebnis besser werden lässt.“

 
 Links:
  myspace.com/onewaymirrorband
 
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