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Coldworker

Storie von: arne, am 07.06.2008 ]

Zwei Jahre nach dem ungestümen Debüt-Smasher “Contaminated Void“ legen COLDWORKER ihr Zweitwerk vor. “Rotting Paradise“ entwickelt sich präziser und akzentuierter als sein Vorgänger, auf dem die Schweden um den früheren Nasum-Trommler Anders Jakobson erst noch zu ihrem Stil finden mussten. Inzwischen ist man vollends aufeinander eingespielt und auf ein klares Ziel eingeschossen.

 
Der Schwerpunkt des Zwölf-Trackers liegt im technischen Brutalo-Death, der modern und zeitgemäß arrangiert ist. Hinzu gesellt sich eine old schoolige Grind-Edge, die als Reminiszenz an Nasum verstanden werden kann und die Dichte und Intensität von “Rotting Paradise“ zusätzlich steigert: „Wenn du mich fragst, geht das alles bis zu den frühen Tagen von Morbid Angel zurück, die als eine der ersten Gruppen Grindcore beeinflussten Death Metal gespielt haben.“, äußert Anders Jakobson im Gespräch.

„Es ist also keine wirkliche Neuerung, auch wenn es noch immer jede Menge Raum für Grind-Elemente im Death Metal gibt. Mit COLDWORKER versuchen wir, die weitere Vermischung beider Stile mit voran zu treiben. Was wir anzubieten haben, ist eine Mixtur von schwedischen, europäischen und modernen amerikanischen Einflüssen.“ Die Tempo- und Technik-Orientierung der Schweden wird Deather und Grinder gleichermaßen begeistern, so dass Jakobson & Co. dem Wettbewerb mit den unzähligen jungen Crazy-Kombos gelassen gegenüber stehen:

„In den letzten Jahren ist eine neue Generation von Extrem-Metal-Hörern heran gewachsen, die sowohl Bands wie Hate Eternal als auch Cryptopsy hören und beide Gruppen gleich gut finden. Das hat nichts mehr mit der Entwicklung zu tun, die ich durchschritten habe, als ich von Accept über Slayer zu Napalm Death gefunden habe. Diese neue Generation wird auch nicht mehr von Entombed und ihrem Verständnis extremen Metals beeinflusst, wie es bei uns noch immer der Fall ist. Es wird aber immer Leute geben, die unseren eher traditionellen bzw. old schooligen Death Metal hören werden. Dabei sind wir eigentlich nicht einmal Old School. Die neuen super-technischen Gruppen sind nicht jedermanns Sache und gerade hier in Europa haben sie es schwerer als in den Staaten. Mit COLDWORKER stoßen wir genau in die Lücke zwischen alt und neu.“

Und dabei klingt “Rotting Paradise“ nicht bemüht, sondern ungemein authentisch und frisch: “Was soll ich dazu sagen? Diese Einschätzung teile ich natürlich, auch wenn ein großer Teil der Reviewer das Fehlen origineller Stilelemente bemängelt. Diese Kritik dringt allerdings nicht zu uns durch, weil wir nicht danach streben, originell zu sein, nur um es einer gewissen Gruppe von Leuten recht zu machen. Wir sind allein uns selbst Rechenschaft schuldig und wissen, wofür wir stehen. Unsere Songs entstehen in den Grenzen unserer Einflüsse und mehr wollen wir gar nicht.“

COLDWORKER gehen ihrer Band mit „der richtigen Einstellung“ nach, was die Erklärung für ihren ungezwungenen und gleichzeitig durchschlagenden Sound ist: „Bei den Proben und im Songwriting geht es uns darum, Spaß zu haben und das zu spielen, womit wir uns gut fühlen. An mögliche Konsequenzen denken wir nicht. Wir wollen der Welt guten Death Metal bieten und das tu wir.“ Das Zweiwerk für Relapse überrascht dennoch mit kleineren Veränderungen: „Es gab einige Unterschiede und Gründe, weshalb sich


die Arbeit an der Platte anders gestaltete und sie im Ergebnis anders klingt. Zunächst ist “Rotting Paradise“ ohne die Beteiligung des Haupt-Songwriters vom Debüt entstanden. Der wesentliche Unterschied ist jedoch, dass wir jede Menge Zeit für die Songs hatten. Dadurch ist es uns möglich gewesen, einem anderen Arbeits-Rhythmus nachzugehen. “The Contaminated Void” wurde Hals über Kopf in einem unglaublichen Tempo geschrieben und eingespielt. Aufgrund der veränderten Vorzeichen wussten wir dieses Mal schon sehr früh, dass ein besseres Album entstehen würde.“

Die eigene Ungeduld erweist sich für COLDWORKER dabei als Glücksfall: „Die ersten Riffs sind bereits im September 2006 entstanden, auch wenn die eigentliche Arbeit erst im Frühjahr 2007 begonnen hat. Wir sind eine Band, die sich schnell langweilt und die permanent an neuen Songs arbeiten muss. Das hilft natürlich, wenn man sich aufmacht, ein Album zu schreiben. Der Arbeitsprozess hat sich dann bis kurz vor den Studio-Aufnahmen hingezogen, denn man muss die einem zur Verfügung stehende Zeit ausnutzen. Das Ergebnis gibt uns Recht. Es ist die richtige Entscheidung gewesen, das Tempo nach eigenem Ermessen zu bestimmen und wirkt sich positiv auf die Strukturen und Wirkungen unserer Stücke aus. Auch für die nächste Platte werden wir uns die Zeit nehmen, die es braucht, gute Songs zu schreiben.“

Übergeordnete Ziele hat es bei den Schweden auch gegeben, wie Jakobson verrät: „Besonders wichtig ist es mir gewesen, unter Beweis zu stellen, dass COLDWORKER mehr als nur ein Projekt ist, das ein Album im Vermächtnis von Nasum veröffentlicht hat. “Rotting Paradise” stellt die Weichen für unsere Zukunft und zeugt von dem, was wir am Besten können und was uns ausmacht. Mit der neuen Platte haben wir zu einem „eigenen Sound“ gefunden. Das ist zwar nur ein relativer Begriff, doch das Zweitwerk kommt unseren Vorstellungen schon sehr nahe. Vom meinem Gefühl her ist unser erstes richtiges Album entstanden, denn anders als für “The Contaminated Void” haben wir viel Arbeit und Kraft in die neuen Songs gesteckt. Das Debüt glich einem punktuellen Kreativitätsschub, der zwar auch aufrichtig gewesen ist, in seiner Spontanität allerdings einmalig bleiben wird. Dieses Mal haben wir überlegter und gewissenhafter gearbeitet.“

Der „Full blasting Death Metal“, wie ihn der Drummer selbst betitelt, schlägt dabei eine Brücke zwischen Old und New School: „Was uns bewegt sind alle Formen von Death Metal, ob es sich nun um alten, abgestandenen, halbfrischen oder modernen handelt. Irgendjemand hat uns einmal als „So würden Cannibal Corpse klingen, wenn sei aus Schweden stammen würden.“ beschrieben, was sowohl eine traditionelle als auch eine moderne Komponente umfasst. Das trifft den Kern, denke ich.“ Abschließend ist COLDWORKER zu wünschen, dass sie möglichst bald am eigenen Schaffen gemessen werden und den „Geist von Nasum“ hinter sich lassen können.

 
 Links:
  myspace.com/coldworker
 
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