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Enemy Is Us

Storie von: arne, am 03.06.2008 ]

Die schwedischen ENEMY IS US hatten im Vorfeld der Veröffentlichung ihres zweiten Longplayers ”Venomized“ mit vielen Unwägbarkeiten – wie einem bankrotten Label und einschneidender Line Up-Wechsel – zu kämpfen. Das Death’n’Thrash-Quintett hat seine Notlage als Chance begriffen und mit Eigeninitiative zurück auf den richtigen Weg und zu einem Signing auf dem deutschen Bastardized gefunden.

 
„Alles passierte so schnell, dass wir gar nicht reagieren konnten.“, resümiert Bassist Lawrence Mackrory. „Gerade als wir in die Arbeit für die zweite Platte gehen wollten, kam alles zusammen und wir standen ein ganzes Jahr still. Zunächst verloren wir unseren Drummer und wenig später ging unser Label Rising Realm pleite. Es brauchte eine Weile, bis wir wieder auf die Füße kamen und Ersatz gefunden hatten. Mit unserem neuen Schlagzeuger kam das Glück zurück und es ging schnell voran. Die Krisenzeit hat uns gestärkt und heute läuft es richtig gut. Wir sind ins Rollen gekommen und nichts kann uns stoppen. “Venomized” ist ein deutlich besseres und stärkeres Album geworden. Egal, ob man sich die Songs, unsere handwerkliche Leistung oder die Produktion anschaut – alles bewegt sich auf einem professionellen und guten Level.“

Der Bassist, der bereits einige Jahre als Sound-Ingenieur arbeitet, hat ”Venomized“ unter der Mithilfe seines Bekannten Daniel Bergstrand (Meshuggah, In Flames) selbst produziert. Der Sound von ENEMY IS US fällt dementsprechend präzise und druckvoll aus, was mit der straffen und direkten Anlage der Scheibe gut korrespondiert:

„Es gibt einen entscheidenden Unterschied: Für das Debüt haben wir die ersten elf Songs aufgenommen, die wir je geschrieben haben. Natürlich hatten diese Schwächen. Dieses Mal haben wir uns die nötige Zeit genommen, bis ausreichend viele starke Stücke beisammen waren. Darüber hinaus ist jeder Einzelne von uns auf seinem Instrument besser geworden, wodurch wir als Band gewachsen sind. So ist es einfacher gewesen, die Platte zu schreiben. Auf der anderen Seite ist man bei seiner zweiten Scheibe natürlich kritischer, denn es geht nicht mehr darum, überhaupt etwas zu veröffentlichen. Beginnend mit dem zweiten Album muss man versuchen, das Vorangegangene zu übertreffen.“

Und doch nehmen ENEMY IS US einen neuen Anlauf, sich der europäischen Metal-Szene zu präsentieren: „Es stört uns überhaupt nicht, wenn die Leute denken, es handle sich um das erste Album einer neuen Band. So können wir noch


einmal von vorne starten. Unser Debüt “We Have Seen The Enemy…“ kam 2005 heraus, erregte aber kaum Aufmerksamkeit, weil es auf einem kleinen Label erschienen ist, das weder anständig Promotion machte noch einen Vertrieb hatte. Als die erste Scheibe entstand, hatten wir uns nach einem Jahr gerade erst gefunden und nur wenige Shows hinter uns. Dieses Mal ist alles anders, so dass unser zweites Album wie ein Debüt ist. Wir haben einen Haufen Killer-Songs geschrieben, ausgiebig geprobt und sogar eine Pre-Production hinter uns gebracht, bevor es an die eigentlichen Aufnahmen ging. Wir sind bereit, los zu schlagen und stecken voller Energie und Tatendrang.“

Dabei kennen ENEMY IS US nur eine Richtung: temporeich nach vorne. Nach einem heftigen Anfangsgewitter setzten die Schweden hier und da auf eine melodische Bridge, einen Fast-Mosh-Part oder deftige Heavy-Grooves, doch ihre gehobene Geschwindigkeit relativieren sie nur selten:

„Auf die Dynamik in unseren Songs legen wir großen Wert. Deshalb integrieren wir auch melodische Passagen, wobei wir allerdings darauf achten, dass es nicht zu viele Melodien werden. Schließlich wollen wir nicht wie die Millionen von Bands klingen, die aggressive Strophen mit melodischen Chören kombinieren. Aus diesem Grund bleiben auch unsere melodischen Parts heavy. Brutale Riffs können heavy sein, egal, wie schnell und verzerrt sie gespielt werden. Gerade dann sind sie gut. Als wir unsere Songs geschrieben haben, achteten wir darauf, dass sie auch dann noch gut klingen, wenn man sie auf einer Akustik-Gitarre spielt. Das Intro von “Venomized” ist dafür ein gutes Beispiel. Peter hat während einer Pause im Studio unsere Riffs auf einer einfachen Akustik-Gitarre gespielt und sie klangen toll. Das nahmen wir zum Anlass, einige Akustik-Parts mit auf die Platte zu nehmen. Mit diesem Wissen haben wir dann die übrigen Riffs geschrieben. Das hört man.“

Im Ergebnis steht eine beinharte und im engen Death’n’Thrah-Rahmen variable Platte, die an Landsleute wie By Night, Carnal Forge oder The Duskfall denken lässt.

 
 Links:
  enemyisus.com
 
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