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Raunchy

Storie von: arne, am 10.04.2008 ]

Der “Futuristic Hybrid Metal“ der dänischen RAUNCHY geht in die nächste Runde, denn mit “Wasteland Discotheque“ steht der vierte Longplayer des sympathischen Sextetts vor der Tür.

 
Obwohl die Veröffentlichung erst für Ende Juni vorgesehen ist, gewährte das Leipziger Lifeforce Records einem ausgewählten Kreis von Journalisten schon Mitte März erste Einblicke in das Songmaterial. Kurz und knapp: Es kündigt sich Großes an. Die Dänen setzen noch offensiver auf die Verbindung harter und poppiger Elemente und verbuchen zwölf Hits, die für Furore sorgen werden. Dieses Fazit ist zu ziehen, auch wenn beim Pre-Listening noch nicht die endgültig geschnittenen Lieder zu hören waren. Angefangen vom Intro ’This Blackout Is Your Apocalypse’, das augenblicklich aufhorchen lässt, über den Tanzflächen-Smasher ’Somewhere Along the Road’ bis hin zum Finale mit ’The Comfort Is Leaving’ beinhaltet “Wasteland Discotheque“ die volle Bandbreite dessen, was RAUNCHY bereits in der Vergangenheit auszeichnete, sowie mehr von allem.

Frei von Scheuklappen und Berührungsängsten verstärkt der Sechser seine poppige Schlagseite, ohne im Ergebnis weniger hart als in der Vergangenheit zu klingen. Obwohl das Material durchweg Radiokompatibilität aufweist, ist man noch immer Metal und mit einer ordentlichen Portion Wut und Aggression unterwegs. Der Lifeforce-Kombo gelingt sogar das Kunststück, sowohl verträglicher als auch straffer aufzuspielen. Wo der Vorgänger “Death Pop Romance“ vielleicht noch einen Tick zu berechenbar ausgefallen ist, setzen die Dänen heute auf Überraschungsmomente und inspiriertes Songwriting. Zwischen ungestümen Thrash-Riffs (The Haunted/Arch Enemy), dynamischem Drumming, das an Strapping Young Lad oder Fear Factory denken lässt, vordergründigen Pop-Elementen und melodischem Death Metal (Soilwork/In Flames) haben RAUNCHY längst ihre eigene, markante Nische gefunden, die sie immer mutiger erkunden und in furiose Songs überführen.

Das Sextett


hat seine Hausaufgaben überzeugend erledigt, denn aufgrund eines runden und variablen Songwritings fallen die vordergründig verträglichen Momente von “Wasteland Discotheque“ nicht allzu stark aus dem Rahmen. Die Nachhaltigkeit und Hitverdächtigkeit der elf Songs (plus Intro) steigern sie jedoch entscheidend. Die Band hat die Wirkung ihrer Hart-Zart-Kontraste weiter verstärkt und davon lebt das Album. Songs wie ’Showdown Recovery’ (mit einer gewissen Black Metal-Ästhetik im Stile Dimmu’s versehen), ’Straight to Hell’ (ein toller Thrash-Smasher!) und insbesondere der Titeltrack besitzen zweifelsohne das Potenzial auch Hörer anzusprechen, die sonst vielleicht gar keinen Metal hören. Auf der anderen Seite sind sie wiederum so brachial und wuchtig, dass jeder Metalhead unweigerlich zu bangen beginnt.

Die Tracks der Dänen sind schon ein Phänomen für sich, denn immer wieder vereinen die Musiker sich eigentlich ausschließende Gegensätze. Von den ersten Takten an ist ein Gefühl der Vertrautheit da, das mit wohlwollender Neugier gekoppelt ist und schnell seine Bestätigung findet. Ja, das sind RAUNCHY und niemand sonst! Die Lifeforce-Kombo hat endgültig den Sprung auf den Metal-Pop-Olymp gemeistert, denn spröden Metal und eine „zuckersüße Pop-Edge“ hat vor ihnen keine Band mit dieser Konsequenz verbunden. Mit den beiden Longplayern für Nuclear Blast - “Velvet Noise” (02) und “Confusion Bay” (04) – sowie ihrem Lifeforce-Einstand “Death Pop Romance“ (06) ist es RAUNCHY gelungen, sich nachhaltig in der europäischen Melodic Death-Szene zu etablieren.

“Wasteland Discotheque“ mit seinen zwingenden Hooklines, atmosphärischen Keyboards und ausgereiften, erinnerbaren Gesangslinien führt den “Futuristic Hybrid Metal“ der Dänen auf die nächst höhere Stufe. Seid gewarnt!

 
 Links:
  raunchy.dk
 
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