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Kingdom Of Sorrow

Storie von: arne, am 01.04.2008 ]

Projekte, an denen Hatebreed’s Jamey Jasta beteiligt ist, sorgen per se für Aufmerksamkeit. Ist dann aber auch noch Heavy-Legende Kirk Windstein (Down/Crowbar) mit von der Partie, verbreitet sich die Neuigkeit über eine Kooperation dieser beiden Szene-Ikonen wie ein Lauffeuer. So geschehen, als vor circa drei Jahren erste Gerüchte über KINGDOM OF SORROW in Umlauf kamen.

 
„Kirk kenne ich bereits seit 1994. Wie die Fans auf unseren Shows bin ich nach einem Auftritt von Crowbar zu ihm an den Merch-Tisch gegangen. Wir waren einander sofort sympathisch, unterhielten uns lange und wurden schnell Freunde. Über die Jahre hinweg sind wir dann auch immer wieder zusammen getourt und irgendwann sind wir dann überein gekommen, dass wir ein gemeinsames Projekt starten müssen. Das war eigentlich eine „Schnapsidee“, aber da wir damit dann hausieren gingen und einigen Leuten davon erzählten, fanden wir uns bald in einer gewissen Bringschuld wieder. Also starteten wir KINGDOM OF SORROW.“

Mit dem schier grenzenlosen Interesse an der Kollaboration ging auch eine große Erwartungshaltung einher. Doch zunächst galt es, ein Label zu finden und ausreichend Songs für eine Platte zu schreiben: „Obwohl ich es niemals für möglich gehalten hätte, fühlt es sich verdammt gut an, neben Hatebreed und Icepick ein weiteres Outlet zu haben, denn mit der neuen Band sind wir auf keine Richtung festgelegt und können machen, was wir wollen. Es ist unser erklärter Anspruch, für alles offen zu sein und nichts auszuschließen, solange wir es nicht probiert haben. Wenn einer von uns beiden ein Klavier haben möchte, experimentieren wir damit. Warum auch nicht? Bei KINGDOM OF SORROW sind wir für alles offen und an nichts gebunden. Kirk und ich wollten etwas machen, was uns mit unseren Hauptbands nicht möglich ist. Sicherlich wird es Leute geben, die meinen, es gäbe keine großen Unterschiede zu Hatebreed bzw. Crowbar, doch ich selbst sehe da jede Menge. Vielleicht liegt es daran, dass ich zu stark involviert bin, doch auch dem normalen Hörer sollte aufgehen, dass KINGDOM OF SORROW eine eigenständige Band mit eigenem Sound sind. Um das zu belegen, gibt es viele kleine Beispiele. So gibt es nicht einen Hatebreed-Song, der mit einem Drumbeat startet. Ähnliche Feinheiten sind es in fast allen Songs der Platte auszumachen, und immer wieder finden sich Details, die du in keinem Hatebreed- oder Crowbar-Song finden wirst. An den Vergleichen werden wir allerdings nicht vorbei kommen, ganz egal, was wir auch tun. Das haben wir längst akzeptiert, denn es gehört scheinbar dazu.“

Das selbstbetitelte Debüt-Album der neuen „Relapse-Supergroup“ – Crowbar-Bassist Steve Gibb und Seemless-Drummer Derek Kerswell komplettieren die Gruppe. – liegt nun endlich vor und wird den Vorschusslorbeeren problemlos gerecht. Dieses Fazit ist schnell zu ziehen. Entstanden ist ein gewichtiger und hart groovender Hassbatzen, den man von der Achse Jasta-Windstein eben so auch erwartet hat. Überraschend ist jedoch die seichte und „verletzliche“ Seite des KING OF SORROW-Sounds:

„Als die Platte


fertig und die Linernotes gedruckt waren, kam Relapse zu mir und fragte, ob ich das wirklich so machen will. Schließlich ist es im Metal ein Unding, Schwäche und Verletzlichkeit zu zeigen. Noch dazu dann, wenn es in krassem Gegensatz zu dem Image steht, dass man in der Heavy-Szene hat. Doch für mich gab es keine Alternative. Es scheint zudem so zu sein, dass die Leute wissen wollen, was in mir vorgeht. Außerdem, was hat man noch nicht über mich geschrieben oder gesagt? So viele Geheimnisse gibt es doch gar nicht mehr.“

Vor dem Hintergrund der sehr persönlichen Schlagseite der Band erlangt ihr Name eine ganz andere Bedeutung: „Unbedingt. Für das Projekt hatten wir eine Menge Namen zur Auswahl, doch Kirk hat KINGDOM OF SORROW am besten gefallen, weil es am ehestens unsere Motivation und unseren Ansatz in Worte fasst. Es ist die Umschreibung für einen Platz in deinem Verstand und in deinem Herzen, an dem du negative Erfahrungen speicherst, von denen du nicht möchtest, dass sie jemand sieht und bewertet. Dieser Ort ist sehr intim und hoch persönlich. Mit der Band haben wir uns einen Kanal geschaffen, mit dem wir negative Erfahrungen rauslassen und sie so ein Stück weit verarbeiten können. Das Material für unser Debüt-Album haben wir noch vor “Supremacy“ geschrieben und eingespielt und das machte jenes Album erst möglich. Immer, wenn ich es jetzt höre, weiß ich mein Leben umso mehr zu schätzen.“

Die äußerst komfortable Situation, in der sich Jamey Jasta heute befindet, wird vom folgenden Statement anschaulich beleuchtet. Zum Prozess des Songwritings von KINGDOM OF SORROW befragt, verrät der Shouter: „Dafür habe ich Kirk zu mir einfliegen lassen. Mit einem mobilen Protools-System haben wir uns bei einem Kumpel in der Garage eingenistet und drauflos gejamt. In drei Wochen sind auf diese Art und Weise sieben Songs entstanden und es hat sich verdammt richtig angefühlt, ohne übertriebenes Equipment und ein großes Umfeld Spaß zu haben und seine Kreativität auszuleben. Bei Hatebreed haben wir einen eigenen Koch, einen Whirlpool - einfach jede Annehmlichkeit. KINGDOM OF SORROW ist von einem ganz anderen Verständnis getrieben: Wir sind allein wir selbst und lassen uns von der Musik treiben.“

Auch über die bloße Musik hinaus ist Jasta bodenständig geblieben und weiß, wem er seine Annehmlichkeiten zu verdanken hat: „Gegenüber den Fans fühle ich Verantwortung, Verpflichtung und Dank, schließlich kaufen sie unsere CDs, kommen auf die Shows und widmen uns ihre Zeit. Das ist auch der Grund für die explizite Danksagung im Booklet. Ohne die Fans, die ihr hart verdientes Geld in diese Platte investieren, geht es nicht. Ich weiß das wirklich zu schätzen.“

 
 Links:
  myspace.com/kingdomofsorrow
 
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