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Bullet For My Valentine

Interview von: Daniel mit Michael, am: 29.02.2008 ]

BULLET FOR MY VALENTINE sind unbestritten eine der Bands der Stunde. Nach dem Erfolg der Single 'All These Things I Hate (Revolve Around me)', der darauf folgenden Dauerrotation auf allen Musikkanälen, startete die Band, die 1999 im walisischen Bridgend als Metallica- und Nirvana-Coverband gegründet wurde, voll durch. Die stetige Live-Präsenz trug darüber hinaus dazu bei, daß die vier Jungs in aller Munde waren und stetig neue Fans rekrutieren konnten. Die Presse war sich hingegen nicht immer einig, was sie von diesem Phänomen halten sollte und die Band selbst wurde oft genug von Neidern attackiert und mit teils unfairer Kritik überzogen. Welch ein Druck muß also auf dem Quarttet um Sänger Matthew Tuck gelastet haben, als es an die Aufnahmen zum neuen Album ging?

 

Musicscan: Im Büro des Labels der Band wuseln die Mitglieder anlässlich der Promotiontage durch die Räume und geben ein Interview nach dem anderen. Auch wenn sonst überall Betriebsamkeit und Hektik zu herrschen scheint, die Band selbst macht einen beinahe verblüffend gelassenen Eindruck. Hier stellt Gitarrist Michael Paget schließlich auch den Fragen:

Musicscan: Vor einigen Minuten habe ich euer neues Album "Scream, Aim, Fire" zum ersten Mal gehört. Vorher kannte ich nur den Titelsong, der ja auch auf eurer Myspace-Page schon zu hören war und der die erste Singleauskopplung sein wird. Zunächst möchte ich fragen, ob dies eher eure Entscheidung war, oder ob das Label diesen Song vorgeschlagen hat?

Bullet For My Valentine: Nein, das Label hatte nur bedingt damit zu tun. Wir dachten einfach darüber nach und uns schien es die geeignete erste Single, schon weil es der Titeltrack ist. Eine gute Einheit, Titeltrack und dazugehöriges Video.

Musicscan: Mir entstand zuerst ein ganz anderer Eindruck, eine ganz andere Idee. Die Idee, die man dazu bekommen könnte ist, daß es als eine Art von Statement zu verstehen ist, wenn ihr einen harten, kompromisslosen Song als erste Single wählt. Damit würde doch sonst nicht unbedingt jemand rechnen.

Bullet For My Valentine: Das stimmt nur bedingt. Auch auf dem ersten Album "The Poison" hatten wir zunächst eine harten Song ausgekoppelt. Erst danach kam ein etwas softerer Track als Single heraus. Beim ersten Album hat uns das Label genau diesen Vorschlag gemacht, daher wollten wir dieses Konzept nicht durcheinander bringen. Also haben wir erst einen Heavy-Song veröffentlicht und schieben dann eine etwas softere Nummer nach.

Musicscan: Ihr habt wieder mit Colin Richardson aufgenommen, warum?

Bullet For My Valentine: Die Zusammenarbeit auf dem ersten Album lief fantastisch und warum hätten wir dieses offensichtlich funktionierende Team auseinander reißen sollen? Die Location war allerdings eher mittelprächtig. Mitten im texanischen Hinterland, nahe der mexikanischen Grenze. Außerhalb des Studio gab es rein gar nichts zu tun. Auf der anderen Seite dachten wir uns auch: Hey, wie sind hier nicht im Urlaub. Das hat uns konzentrierter werden lassen.

Musicscan: Hat es Dich persönlich als Musiker in irgendeiner Art beeinflusst?

Bullet For My Valentine: Total. Ich habe buchstäblich gelernt meine Gitarre richtig zu spielen. Jeden Tag in diesen zwei Monaten habe ich mich in meinem Zimmer eingeschlossen und Gitarre gespielt, bis meine Finger geblutet haben. Vermutlich habe ich mehr gespielt als in den zehn Jahren davor.

Musicscan: Was man dem neuen Album so gar nicht anhört, ist eure britische Herkunft. Zwar hat Matt wohl immer noch einen leichten Akzent, aber das Album klingt schon sehr amerikanisch.

Bullet For My Valentine: Als wir das erste Mal in den USA unterwegs waren hier es immer "Wie, ihr seit nicht aus den USA?"

Musicscan: Dabei macht ihr aus den musikalischen Einflüssen eurer Heimat wie eben Judas Priest und Iron Maiden doch nie einen Hehl. Vielleicht macht sich das "amerikanische" bei euch auch daran fest, daß ihr modern klingt?

Bullet For My Valentine: Wir spielen eben nicht lupenreinen Metal wie aus den 80ern, sondern kombinieren dazu moderne Töne und Bands wie Fear Factory und Machine Head, oder noch aktueller Killswitch Engage. Dabei waren Iron Maiden allerdings schon die erste Band, die ich bewußt wahrgenommen habe. Das hat mein ältere Bruderer zu veantworten (lacht...), aber es war die Musik, die mich begleitet hat, als in der Pubertät alles anders wurde.

Musicscan: Man liest immer wieder über euch, daß ihr euch in erster Linie als Live-Band versteht. Ist dieses Statment wahr?

Bullet For My Valentine: Für mich persönlich ist es so. Aber ich denke, das gilt für die meisten anderen Metal-Bands auch. Einfach rauf auf die Bühne und das Rock-Ding durchziehen.

Musicscan: Was ist das für ein Gefühl, lässt sich das annähernd in Worte fassen?

Bullet For My Valentine: Den größten Gig haben wir wohl in Estland gespielt, als Supportband für Metallica. Ein fast surreales Ereignis. Wir kamen dort an, gingen auf die Bühne und die hatte die Größe eines Fußballfeldes und alles was man sehen konnte waren Punkte bis zum Horizont.

Musicscan: Um die Zeit müßt ihr doch auch zum ersten Mal euren Idolen Metallica begegnet sein, wie war das?

Bullet For My Valentine: Unglaublich. Wir saßen da im Umkleidraum und auf einmal kommt Lars Ulrich herein und sagt "Wie gehts euch?". Ich war gerade am Telefon und sagte aufgeregt zu meiner Freundin "Ich muß gehen, Lars Ulrich ist hier!" und sie "Lars wer?"....(lacht)

Musicscan: Hört man das neue Album zum ersten Mal denkt man sofort: das ist harter Stoff! Absicht?

Bullet For My Valentine: Ja, unbedingt. Ich würde lügen, wenn ich sage, daß uns die Vorurteile gegenüber der Band, daß wir Musik für Mädchen machen, oder nicht Metal sind nicht stören würden. Also ist es schon ein Statement. Letztlich neidet man uns doch nur den Erfolg. Also sage ich, wenn ihr unsere Musik nicht mögt, okay. Aber dann haltet die Klappe und redet lieber über etwas, was ihr mögt!

Musicscan: Keine Frage, "Scream, Aim Fire" ist ein Statement und dürfte die Kritiker verstummen lassen, wenigstens für eine Weile. Mit diesen teils knallharten Songs ist den Jungs eine ideale Mischung aus all ihren Einflüssen gelungen. So könnten Metallica klingen, hätten sie sich nicht anders entschieden. Aber, BULLET FOR MY VALENTINE setzen einmal mehr zum Überholen an. Treffer, Versenkt.

 
 Links:
  myspace.com/bulletformyvalentine
 
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