Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1749

Jimmy Eat World

Interview von: Dominik mit Tom & Rick, am: 25.02.2008 ]

Mehr als zwei volle Jahre haben JIMMY EAT WORLD den Freund emotionaler und eingängiger Rockmusik warten lassen, ehe sie mit „Chase This Light“ im Oktober wieder für Langspiel-Nachschub sorgten. Während das im Jahr 2004 veröffentlichte „Futures“ für viele Fans und Kritiker der gescheiterte Versuch war, den Erfolgen von „Bleed American“ nachzueifern, lieferte es für andere dennoch genug Grund, der Band für ihr Schaffen die Stange zu halten. Mitte Oktober war es dann soweit und „Chase This Light“, das nunmehr sechste Studioalbum des Quartetts aus Mesa, Arizona schaffte es in die Läden.

 

Musicscan: Schon im August fanden sich die sympathischen vier in Köln zu einem exklusiven Fanclub-Konzert zusammen. Dort wurde auch den versammelten Schreiberlingen das eue Album zum ersten Mal präsentiert. Im anschließenden Gespräch standen die wie immer bestens gelaunten Musiker Rede und Artwort. Also haben wir uns Gitarrist Tom Linton und Basser Rick Burch geschnappt und uns mit ihnen im Tourbus eingeschlossen.

Musicscan: Eure letzte Veröffentlichung liegt jetzt schon bald drei Jahre zurück. Erklärungsversuche sind an dieser Stelle erwünscht.

Jimmy Eat World:T: Wir sind ungefähr eineinhalb Jahre getourt, nachdem „Futures“ veröffentlicht wurde. Danach haben wir ein paar Monate Urlaub gemacht, um im Anschluß direkt mit den Arbeiten zu diesem Album zu beginnen. Weil wir so lange unterwegs waren, sind einige der Songs quasi „on the road“ geschrieben worden. Aber nicht alles. Meistens kam Jim (Adkins, Gesang und Gitarre, Anmerkung des Verfassers) mit einer Songidee und danach sind wir sie durchgegangen, haben als Band daran gearbeitet und sie geprobt.

Musicscan: Habt ihr euch unter Druck gesetzt gefühlt? Waren da nicht Label und Fans, die euch ständig gelöchert haben, wann denn endlich die neue JIMMY EAT WORLD –Scheibe kommt?

Jimmy Eat World:T: Es gibt immer Druck von vielen Seiten, wenn wir an einem Album arbeiten. Wir wollten aber immer sicherstellen, dass wir das bestmögliche machen. Wir wollen nichts rausbringen, was wir nicht auch wirklich gut finden. Wir nehmen uns unsere Zeit und stellen sicher, dass es richtig wird.

Musicscan: Wie sind denn eure eigenen Erwartungen an das neue Album?

Jimmy Eat World:T: Ich glaube, die Fans werden glücklich damit sein und es mögen, auch wenn man das nie so genau sagen kann. (lacht)

Jimmy Eat World:R: So vieles entzieht sich unserer Kontrolle. Genau deshalb nehmen wir uns die Zeit, bis wir selber zufrieden mit allem sind.

Musicscan: In einem Interview mit eurem Sänger Jim Adkins kann man lesen, dass es eines seiner erklärten Ziele war und ist, vor allem Fans der ersten Stunde zu überzeugen.

Jimmy Eat World:T: Wir denken da sehr oft drüber nach. Es ist zwar nicht das einzige Ziel, aber eben sehr wichtig für uns.

Jimmy Eat World:R: Ja, ziemlich wichtig. Wir wollen den Leuten, die vom ersten Tag an an uns geglaubt haben, gerecht werden.

Musicscan: Was habt ihr euch denn vorgenommen gehabt, als ihr mit den Aufnahmen zu „Chase This Light“ begonnen habt?

Jimmy Eat World:T: Wir wollten nur das, was wir in den vergangenen Jahren als Band gelernt haben, ob es nun live auf der Bühne, oder im Studio war, nehmen und auf dieser Erfahrung aufbauen. Wir wollten uns selber pushen, um noch mehr zu lernen. Auf diesem Album spielen wir so gut wie noch nie und wissen jetzt sovieles mehr, als wir früher wussten.

Musicscan: Nun hattet ihr euch ja dazu entschlossen, das Album ohne einen festen Produzenten aufzunehmen. In Eigenregie und nur unter der sporadischen Aufsicht eines Außenstehenden wolltet ihr dieses Mal alles selber machen.

Jimmy Eat World:R: Das war wirklich gut für uns. Wir fühlten uns sehr wohl dabei, in unserem eigenen Studio aufzunehmen. So gab eine keine Rechnung für jeden Tag im Studio und dem entsprechend schonmal keinen Druck bezüglich eventueller Kosten. Wir konnten uns Zeit nehmen und mehr durchdacht an die Sache herangehen. Es war aber auch gut, immer wieder diese Meinung von außen einzuholen, um sicherzustellen, dass wir nicht total abdrehten.

Musicscan: Wieso fiel die Wahl für diesen von Außen arbeitenden Produzenten dann auf Butch Vig (Drummer der Band Garbage und als Produzent für Nirvana, Smashing Pumpkins und Sonic Youth tätig, Anmerkung des Verfassers)?

Jimmy Eat World:R: Er hat halt viele unterschiedliche Sachen gemacht.

Jimmy Eat World:T: Er hat unendlich viel gemacht.

Jimmy Eat World:R: Wahrscheinlich tausend Alben, oder so und dabei alle denkbaren Arten von Musik. Es war cool, jemanden mit einer solch breitgefächerten Erfahrung dabei zu haben. Er ist aber eben auch sehr vertraut mit JIMMY EAT WORLD, wusste also, von wo wir kamen. So konnten wir auch gut mit ihm ausmachen, wo wir mit diesem Album hinwollten.

Musicscan: Ihr habt Euch also im eigenen Studio verschanzt und dort wie lange ausgeharrt?

Jimmy Eat World:T: Wir haben im August angefangen und dann (überlegt und zählt) Pause im Oktober.

Jimmy Eat World:R: Das war so lange, bestimmt sechs Monate.

Jimmy Eat World:T: Nee, so lange auch wieder nicht.

Jimmy Eat World:R: Doch doch, mit der Pause schon.

Jimmy Eat World:T: Ja, aber am Stück haben so ungefährt vier Monate aufgenommen.

Jimmy Eat World:R: So zwischen vier und sechs Monaten. Im Mai war das Album dann fertig.

Musicscan: Und wie ist es, die fertige Platte seit Mai zu haben und sie niemandem zeigen zu können? Für Euch sind die Songs ja dann fast schon wieder alt, ehe wir sie zu hören bekommen.

Jimmy Eat World:R: Ja, wir sind schon sehr vertraut mit den neuen Songs. Wir freuen uns natürlich, dass sie fertig sind. Aber es ist schon nervenzehrend, dass wir sie den Leuten noch nicht zeigen konnten.

Jimmy Eat World:T: Sobald die neuen Songs fertig waren, wollten wir sie natürlich auch direkt vor Publikum spielen.

Jimmy Eat World:R: Vier der neuen Songs konnten wir schon live testen und das Publikum hat wirklich gut darauf reagiert.

Musicscan: Nun ist es ja aber nunmal so, dass, sobald eine Band neues Material spielt, dieses direkt aufgezeichnet wird und im Netz verbreitet wird. Hattet ihr keine Angst davor?

Jimmy Eat World:T: Ich glaube, sie sind sogar direkt im Internet aufgetaucht. Aber sobald Du etwas live spielst, ist es für alle zugänglich. Mit den modernen Handys und kleinen Aufnahmegeräten ist das heute schnell geschehen.

Jimmy Eat World:R: Solange der Sound der Aufnahmen okay ist, kann das ja auch ganz nützlich sein. (lacht)

Jimmy Eat World:T: Du bist aber gut… (lacht auch)

Jimmy Eat World:R: Viele Aufnahmen sind einfach so miserabel, dass du nicht einmal wirklich etwas verstehst. Aber die Leute sind dann sehr aufgeregt, das fertige Produkt zu hören.

Musicscan: Hand aufs Herz – welche Reaktion der Fans wünscht ihr euch für „Chase This Light“?

Jimmy Eat World:T: Ich hoffe, dass die Leute „Chase This Light“ für das beste JIMMY EAT WORLD Album halten, denn das ist, für was ich es halte.

Musicscan: Seit langer Zeit und sogar auf eurer eigenen offiziellen deutschen Internetseite werdet ihr als die Vorreiter und Ikonen des Emo gefeiert. Wie steht ihr selber dazu?

Jimmy Eat World:T: Emo existiert garnicht. Folglich können wir also auch keine Emo-Band sein. Es ist einfach nur ein scheiss Begriff, den Journalisten sich ausgedacht haben, um etwas zu beschreiben, was sie nicht erklären können.

Musicscan: Also ist JIMMY EAT WORLD einfach nur eine Rockband?

Jimmy Eat World:T: Ja, wir sind eine Rockband. Ich denke einfach, dass es unfair ist, nur eine bestimmte Kategorie Bands „emotional“ zu nennen. Jede Musik ist emotional, weil Kunst eben emotional ist. Wir denken nicht in solchen Schubladen. (und dann mit einem Augenzwinkern:) es gibt nur Country und Western und sonst nichts.

Musicscan: Gibt es nach den unzähligen verkauften Platten denn immer noch Ort, zu denen ihr gerne einmal reisen würdet? Gibt es noch weiße Flecken auf der JIMMY EAT WORLD –Karte?

Jimmy Eat World:T: Ich will nach… (überlegt)China!

Jimmy Eat World:R: Ja, einige Orte in Asien. Wir waren in Japan und hatten dort eine tolle Zeit.

Jimmy Eat World:T: Und in Südamerika waren wir auch noch nicht.

Jimmy Eat World:R: Naja, die Zeit macht uns immer einen Strich durch die Rechnung. Wir kommen eben auch gerne nach Deutschland und Europa. Die Fans hier und gerade die deutschen Fans sind immer gut zu uns und deswegen werden wir auch immer wiederkommen.

Jimmy Eat World:T: Irgendwann werden wir auch an diesen Orten spielen. Vielleicht schaffen wir es ja mit diesem Album, dort aufzutreten.

Musicscan: Und wo seht ihr Euch dann in fünf bis zehn Jahren?

Jimmy Eat World:R und T (wie aus der Pistole): Hoffentlich wieder in Köln! Dann spielen wir einfach eine Runde Kicker in irgendeiner Bar hier.

Musicscan: Auch bei uns werden JIMMY EAT WORLD wieder auf Tour sein, wenn sie für acht Konzerte im Januar und Februar nach Deutschland kommen. Dass sie dabei mehr denn je mit Herz bei der Sache sind, könnt ihr spätestens dann sehen, aber vorab schon auf „Chase This Light“ hören.

 
 Links:
  jimmyeatworld.com
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Being As An Ocean
  Brutality Will Prevail
  Deadthrone
  Obey The Brave
  The Early November

Interviews/Stories:

  Uzziel
  Carnifex
  Thy Art Is Murder

Shows:

  23.08. Warpath - Berlin
  23.08. Enforcer - Hallbergmoos
  24.08. Tankard - Worrstadt