Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1769

The Bled

Interview von: Dominik mit Mike, am: 10.02.2008 ]

Die Amerikaner von THE BLED standen vor einer wahrlich nicht einfachen Aufgabe. Es war an der Zeit, das nun dritte Album zu produzieren und bekanntlich trennt sich zu einem solchen Zeitpunkt die Spreu vom Weizen. Nach der Gründung im Jahr 2001 veröffentlichte die Band 2004 ihr auch in unseren Breiten bekanntes Debüt „Pass The Flask“ auf einem kleinen amerikanischen Label. Kurz darauf wurde Vagrant Records auf das Quintett aufmerksam und mit „Found In The Flood“ und dem neu aufgelegten Erstling beackterte man vor allem das Heimatland. Mittlerweile steht nun „Silent Treatment“ in den Regalen und wir beleuchten zusammen mit Schlagzeuger Mike Pedicone die näheren Umstände.

 

Musicscan: Mike, die neue Scheibe „Silent Treatment“ ist gerade vor ein paar Wochen erschienen. Wie fallen die Reaktionen bis jetzt aus?

The Bled: Was die Reviews angeht, ist die Reaktion bis jetzt wirklich gut. Irgendwelche Leute werden dich immer hassen, aber unterm Strich bekommen wir großartige Reaktionen. Viele sagen, dass sie die Platte besser finden als unsere erste, was uns viel bedeutet, da bis hierhin alles was wir machten immer mit diesem Album verglichen wurde.

Musicscan: Es waren gute zwei Jahre zwischen euren Veröffentlichungen. Erzähl ein wenig, was in der Zeit passierte.

The Bled: Ja, alleine das Touren für ein neues Album braucht schon fast alle Zeit. Wir touren ungefähr zehn Monate, also musst du gut überlegen, wann du ein Album aufnimmst. Aber nach all dem Touren haben wir uns sieben Monate frei genommen, um das Album zu machen und es ist genau so geworden, wie wir es haben wollte. Mit dem endgültigen Produkt könnten wir nicht glücklicher sein. Wir haben fünf Monate in unserem kleinen Proberaum an neuen Songs gearbeitet und konnten im Studio noch an weiteren Ideen arbeiten. Das war etwas völlig neues für uns, weil wir sonst immer gerade genug Zeit hatten, alles aufzunehmen. Dieses Mal hatten wir aber genug Zeit.

Musicscan: Wen habt Ihr dieses Mal als Produzenten verpflichtet?

The Bled: Wir haben mit Brian McTernan in Baltimore, Maryland, oder wie wir es nennen Bodymore Murderland, aufgenommen. Es ist eine wundervolle Stadt und für uns war es das Beste, etwas aus der vertrauten Umgebung geraus zu kommen.

Musicscan: Warum habt ihr Euch für ihn entschieden? Hat euch seine Arbeit mit Converge, Strike Anywhere und Thrice so gut gefallen?

The Bled: Naja, wir wussten einfach, dass Brian unsere Musik versteht, wenn man sieht, welche Platten er gemacht hat. Außerdem erzählten uns andere Bands, die schonmal bei ihm aufgenommen hatten, dass er genau der richtige für uns wäre, was sich am Ende als mehr als wahr herausgestellt hat. Brian ist nicht nur Produzent, sondern auch Musiker und hat genau unseren Vibe getroffen. Für die Monate, die wir bei ihm aufnahmen, wurde er zum sechsten Bandmitglied.

Musicscan: Was war dieses Mal anders, im Vergleich zu den Aufnahmen zu den beiden anderen Alben? Hattet ihr mehr Zeit, ein dickes Budget?

The Bled: Der größte Unterschied war der, dass wir viel mehr Zeit hatten. Wir konnten dieses Mal soviel machen, was vorher einfach wegen Zeitproblemen unmöglich war. Ich hatte ausreichend Zeit für die Drums, konnte zusätzliche Percussions einspielen und sogar noch einige Keyboard-Passagen einbauen, wo wir es für nötig hielten. Das und Brian als einen wirklich antreibenden Produzenten war wirklich das Beste. Er hat James (Munoz, Vocals, Anmerkung d. Verfassers) oft zum Heulen gebracht vor Schmerzen und Lachen. Sprüche wie „weniger weißen Soul, mehr La Bamba“, oder „Hör auf, was zu sein, was Du nicht bist, du verdammte Pussy. Warum singst du eigentlich in einer Band?“ scheinen hart, aber stacheln dich erst so richtig an. So nach dem Motto: Nimm das, Motherfucker. Du gibst einfach deine beste Leistung.

Musicscan: Das neue Album ist so brutal wie „Pass The Flask“, so melodisch wie „Found In The Flood“ und technisch anspruchsvoll wie euer älteres Material, das einige vom Re-release des Debüts kennen könnten. Würdest du sagen, dass wir auf „Silent Treatment“ THE BLEDs beste Performance hören?

The Bled: Ich kann ganz ehrlich sagen, dass wir musikalisch genau das machen, was wir machen wollen. Es gibt nichts an dieser Scheibe, was wir ändern würden. Wir haben unseren Stil gefunden und wissen exakt, wie wir zusammen arbeiten können. Wir stehen uns näher als je zuvor und sind als Musiker enorm gewachsen. Wir sind gerade auf einem Höhenflug, im Studio und außerhalb.

Musicscan: Den Albumtitel „Silent Treatment“ musst Du uns allerdings erklären. Welche Krankheit wollt ihr mit dieser Behandlung denn heilen?

The Bled: Mit „Silent Treatment“ schneidest Du alles weg, was dich negativ beeinflusst. Viele Leute drängen sich in dein Leben, um einen Teil von dir zu nehmen und dich mit runterzuziehen. „Silent Treatment“ ist die Behandlung gegen alles Schlechte, um das alles hinter dir zu lassen. Viele unserer Texte sind vergangene Erlebnisse, oder Geschichten die uns so einfallen. Wenn du wie wir Musik machst und viel unterwegs bist, wissen die Leute, dass das deine große Liebe ist. Die, die dich davon abbringen wollen, werden dich wohl nicht lieben, oder verstehen können.

Musicscan: Leider blieb dem deutschen Publikum verwehrt, sich auch von den Livequalitäten der Band zu überzeugen. THE BLED mussten die Europatournee als Support für Killswitch Engage mit geplantem Zwischenstop in Köln leider aus persönlichen Gründen frühzeitig abbrechen. „Für nächstes Jahr“, verrät uns Mike aber zum Abschluß, „planen wir definitiv wieder nach Europa zu kommen und die ausgefallenen Shows wieder gut zu machen.“

 
 Links:
  myspace.com/thebled
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Aleister
  Beneath The Massacre
  Regarde Les Hommes Tomber
  Sylosis
  Eizbrand

Interviews/Stories:

  Spoil Engine
  Une Misere
  Eskimo Callboy

Shows:

  22.02. Amigo The Devil - Berlin
  22.02. Erik Cohen - Munchen
  22.02. Beartooth - Wiesbaden
  22.02. Engst - Hannover
  23.02. Petrol Girls - Berlin