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Avery

Storie von: arne, am 23.08.2002 ]

AVERY zählen zu den besten Rock-Bands von Berlin. Von einer derb brutalen MetalCore-Hardcore-Band hat sich das Quartett zu einer dreckigen Rock-Band mit noch deutlichem Hang zum Sludge entwickelt, die ihre Hardcore-Roots aber keinesfalls verleugnet.

 
"Lie Cheat & Steal" heißt das Debüt, das nun unlängst auf TFR Music erschienen ist. Dieses Album ist sowohl Höhepunkt als auch Neubeginn in der Entwicklung der Band.
Erstmals präsentieren sich AVERY in neuer, homogener Besetzung und stellen ihren neuen Drummer Jan vor, der neben dem schwedischen Gitarristen Alex (inzwischen schon ein ganzes Jahr dabei) der zweite gravierende Einschnitt ins Bandgefüge ist. Zusammen mit Bassist Thorsten (ex- pole*) und Sänger Nico (ex- one step beyond) scheint nun endlich die ideale Besetzung gefunden um einen Schritt weiter zu gehen als bisher.

...und das scheint zu klappen, denn als erste Bewährungsprobe haben die vier Musiker im Mai erfolgreich eine dreiwöchige Europa-Tour mit Seven Days Of Samsara absolviert.
Musikalisch haben sich in AVERY vier verwandte Seelen gefunden. "Lie Cheat & Steal" klingt wie aus einem Guss und bietet komplexe und sehr intensive Rock-Musik mit ordentlichem Krachfaktor, die immer wieder an große Schwedenbands wie nine., Entombed oder Breach erinnert. Das phänomenale Rock'n'Roll-Schlagzeug von Jan passt wie diee sprichwörtliche Faust aufs Auge und passt sich perfekt in den Sound ein. AVERY geben der bloßen Musik viel Raum zur Entwicklung und belassen viele Parts instrumental. Sänger Nico nimmt sich oftmals zurück, um dann umso stärker keifend auszubrechen. Das wirkt unglaublich!

"Ich fände es interessant, wenn sich Leute mit unserer Musik beschäftigen würden, die mehr in die Mainstream-Ecke gehen; dieser klassische Visions- Leser zum Beispiel." erzählt mir Thorsten im Gespräch vor dem Gig in Dresden. "Dafür ist es zwar eigentlich noch zu hart, aber ich fände es interessant. Dieses Jahr scheint ja die Zeit der harten Musik zu sein. Man hört sie im Radio, im Fernsehen und bei Werbespots; überall

hört man harte Gitarrenmusik. Das öffnet natürlich viele Tore. Ich hätte nichts dagegen, wenn wir ein breiteres Publikum ansprechen würden."

Diese Zielgruppe scheint mir auch die passendste. AVERY zeigen sich auf ihrem Debüt sehr komplex und anspruchsvoll. Es ist weder Hau-Drauf-Musik noch 0815-Geklimper. Nein, diese Band lebt eine volle, teils verworrene, noisige Soundkollage, der man Zeit widmen muss um sie zu verstehen. Das dokumentiert den erwachsenen Anspruch der Musiker, die auf jahrelange Banderfahrung zurückgreifen:

"Man will die Musik so perfekt wie möglich machen und arrangiert Songs ganz anders. Wir haben jetzt nicht das Ziel den Superdurchbruch mit Chartnummer zu schaffen, aber grundsätzlich sehen wir unsere Musik jetzt für ein breiteres Publikum zugänglicher. Es ist immer noch Spartenmusik, aber sie ist einfacher zu verstehen."

Für die äußerst gelungene Produktion garantiert das K4 Studio in Berlin-Köpenick, in dem u.a. die Beatsteaks aufgenommen haben. Innerhalb von nur fünfeinhalb Tagen waren die zwölf Songs von eingespielt und gemastert.

"Nach unserer Definition spielen wir 100% Hyena-Sludge-Rock. Im Proberaum haben wir ein Fable für Hyänen entdeckt. Eine Hyäne ist ein relativ fieses Tier, das keiner mag und als Band-Image passt das gut für unsere Musik. Wir haben Sympathien für Außenseiter. Sich mit hübschen Federn zu schmücken, ist ja einfach."

Dabei hat "Lie Cheat & Steal" ganz besondere Qualitäten: "Für mich ist das Schönste am Album, dass man es auch leise hören kann. Das macht für mich Qualität von Musik aus; dass ich Musik leise genießen kann, die eigentlich laut und hart ist. Wenn es leise noch immer gut klingt, hat man etwas richtig gemacht. Dieser Effekt ist bei unserem Album eingetreten. Das finde ich ganz ganz wichtig."
 
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