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Textures

Storie von: arne, am 21.01.2008 ]

Auf Listenable kündigt sich Großes an, denn nach “Polars“ und “Drawing Circles“ steht das dritte Album von TEXTURES vor seiner Veröffentlichung. Seit jeher ist das niederländische Sextett für insprierte und vielschichtige Kompositionen zwischen Post-Hardcore, Metal und progressiven Experimentals bekannt.

 
Nähere Informationen zum Drittwerk werden wie ein Staatsgeheimnis gehütet, doch für ein Gespräch stand Sänger Eric bereitwillig zur Verfügung: “Wir befinden uns auf der Zielgerade. Ich arbeite mit Hochdruck an meinen letzten Texten und den Vocal-Linien, aber das ist so gut wie abgeschlossen. Mehr Arbeit bereiten das Artwork und die Fertigstellung unserer neuen Website. Derzeit geht alles drunter und drüber, weil wir fertig werden müssen. Es ist gar nicht so einfach, wenn man Arbeit, Band und Familie unter einen Hut bekommen muss, doch es ist eine schöne Herausforderung, wie auch die Platte an sich. Es war an der Zeit, dass wir neue Songs und etwas Frisches vorlegen. Ich denke, die Leute werden es mögen, denn alles fühlt sich richtig und gut an.”

Auf Nachfragen reagiert der Sänger jedoch ausweichend und vage: “Es war bei uns schon immer so, dass wir erst dann mit Details wie dem Albumtitel oder Artwork an die Öffentlichkeit getreten sind, wenn wir alles einhundertprozentig fertig haben. Da wir noch im Arbeitsprozess und Feinschliff stecken und die Songs noch nicht ganz fertig sind, wirst du zum jetzigen Zeitpunkt von mir noch nicht viel erfahren. Wir sind Perfektionisten und arbeiten so lange im Verborgenen, bis wir selbst zufrieden sind. Ein für uns positiver Nebeneffekt ist es, dass man die Ungeduld und Spannung von Journalisten und Fans steigert.”

Wenigstens steckt Eric aufgrund beharrlichen Nachfassens dann doch den Rahmen ab: “Verraten kann so viel: Das zu Grunde liegende Thema sind Schlachten. Kämpfe, die du in deinem Alltag führst, mit dir selbst, deiner dunklen Seite, deinen Instinkten, Gefühlen, Träumen und am Ende mit dem Tod. Alles dreht sich um Dinge, die uns als Menschen auszeichnen und die jeder nachempfinden kann. Das Thema der Platte ist dunkler als alles, was wir bisher gemacht haben. Wir gehen noch einen Schritt weiter auf die persönliche Ebene. Das Album ist voll Emotionen und von großer Spannung. Da wir uns selbst beständig verbessern wollen, ist die neue Platte stärker auf die einzelnen Songs konzertiert, als es bei “Drawing Circles” der Fall gewesen ist. Wir haben viel Zeit und Mühe darauf verwendet, jedes Stück auszubalancieren und bis zu Ende zu denken. Ich selbst habe zudem mehr denn je mit meiner Stimme experimentiert, die ich als Instrument verstehe. Das bereichert die Songs zusätzlich. Neben großen Melodien und sphärischen Landschaften, die es zu entdecken gilt, führen wir verrückte, jedoch catchige, Riffs in Angebot, die man unbedingt gehört haben sollte.”

Der Albumtitel war dem TEXTURES-Sänger allerdings nicht zu entlocken, also entwickelte sich das Gespräch auf allgemeiner Ebene, wie der Bedeutung einer dritten Platte, weiter: “Das dritte Album einer Band gilt landläufig als Gradmesser für die weitere Entwicklung und das noch zu erwartende Potenzial.”, stimmt Eric zu. “Nicht jeder Gruppe gelingt es, drei unterhaltsame und fesselnde Platten zu schreiben. Man lässt gewissermaßen die Hosen herunter und gibt über sein kreatives Potenzial Auskunft. Davor haben wir uns nicht gefürchet und auch Druck haben wir keinen verspürt. Vielmehr freuten wir uns sogar


darauf, eine neue Scheibe zu schreiben und einzuspielen. Unsere Position mit einem eigenen Studio und der Band als zeitintensivem Hobby spielt uns dabei natürlich in die Karten. Listenable ist so heiß auf die Veröffentlichung wie wir es selbst sind und Laurent’s Erwartungen sind ebenso hoch wie die unsrigen. Demnach bieten sich beste Voraussetzungen und Chancen.”

Apropos Chancen: Gerüchte über Offerter etablierter Metal-Labels bestätigt Eric nicht, doch eine Hintertür bleibt offen: “Richtige Angebote haben wir nicht erhalten, doch es gab einige nette Gespräche mit Mitarbeitern anderer Firmen. Diese drehten sich allerdings mehr um unsere musikalischen Zukunftspläne und kamen aus persönlichem Interesse zustande. Unser drittes Album erscheint so oder so über Listenable. Was danach kommt, liegt in der Zukunft.”

Wirft man den Blick zurück, ist festzustellen, dass die letzte Platte der Niederländer auf grenzenlosen Zuspruch gestoßen ist: “Die Reaktionen auf “Drawing Circles” waren tatsächlich überwältigend. Fans und Presse haben sich in ihren Lobpreisungen förmlich überschlagen. Als Band darf man aber nicht abheben. So schnell wie der Ruhm kommt, kann er auch wieder vorbei sein. Natürlich sind wir froh, dass wir die Leute mit dem, was wir spielen, berühren, aber wir bleiben auf dem Boden und machen so weiter wie bisher. Schließlich will man auch mit der nächsten Platte wieder Begeisterungsstürme auslösen und das kann man nur mit einem klaren Kopf und Beinen, die auf der Erde stehen.”

Den Grund für das immense Interesse an TEXTURES ist für Eric schnell ausgemacht: “Das Geheimnis steckt im Vibe unserer Stücke. Wir sind aufgeschlossene Menschen und Musiker, deren Einflüsse und Inspirationsquellen aus den unterschiedlichsten Richtungen stammen. Uns ist es wichtig, unsere Kreativität nicht einzuschränken und das hört man unseren Songs an. Mal sind sie Metal, im nächsten Moment Rock, einige basieren auf klassischer Musik und anderen zeigen sich von Pop oder Jazz beeinflusst. Wir nehmen es, wie es gerade kommt und sprechen scherzhaft immer von einer zweiten Welt unserer Songs. Letztlich tun wir nicht viel mehr, als unsere Einflüsse zu durchmischen. Wir machen “brgrrrrlwaaarg” und heraus kommen abgefahrene Riffs, Schlagzeug-Parts und Vocal-Linien. So einfach ist es. Wichtig ist, dass man sich selbst in seinen Möglichkeiten nicht limitiert und über den Tellerrand hinaus schaut.”

Fokussiert sollte man aber auch sein: “Es gibt für uns kein Ziel, das wir erreichen wollen, oder einen bestimmten Sound, den wir umzusetzen versuchen. TEXTURES geht es allein darum, die Möglichkeiten extremer Musik auszureizen und an die Grenzen des Machbaren zu kommen. Sicherlich gibt es Restriktionen wie Stilelemente, die mit unserem Sound nicht kompatibel sind, doch grundlegend schließen wir nichts aus. Zu experimentieren kann ja auch bedeuten, dass man in eine Sackgasse gelangt und einen Schritt zurück gehen und neu beginnen muss. Das ist Teil des Spiels. Es gibt einen roten Faden, der sich durch all unsere Songs zieht, doch jedes neue Album unterscheidet sich vom voran gegangenen und klingt doch nach TEXTURES.”

 
 Links:
  texturesband.com
 
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