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October File

Storie von: Daniel, am 18.01.2008 ]

In der Regel sollte man bei Namedropping, der offen und plakativ zur Schau gestellten Beteiligung von „Prominenz“ bei Musikproduktionen, sehr vorsichtig und skeptisch sein. Meist soll dieser Werbetrick doch nur über die Mittelmäßigkeit einer CD hinwegtäuschen. Ganz anders verhält es sich bei OCTOBER FILE und ihrem neuen Album „Holy Armour From The Jaws Of God“. Hier war als Gastmusiker der legendäre Jaz Coleman der nicht weniger legendären Killing Joke beteiligt, was einem Ritterschlag gleichkommt, weiß man erst darum, wie wählerisch der gute Mann ist.

 
Nicht nur, dass Coleman beteiligt war, die beiden Bands tourten auch gemeinsam und ein Einfluss durch die Legende lässt sich sicher nicht leugnen. Nach den Einflüssen befragt gibt die Band auch bereitwillig zu Protokoll: „Du würdest erwarten, dass wir Bands wie Killing Joke, Big Black, Gang Of Four, Ministry und andere nennen, also warum sollte ich Dich enttäuschen? Allerdings würde ich diese Bands alle eher als Inspiration bezeichnen, denn als Einfluss“.

Wahrhaftig, der Sound auf „Holy Armour...“ besticht nicht nur durch eine kompromisslose Gradlinigkeit, eine mächtige Mauer aus druckvollem, aggressivem und direkt nach vorne drängendem Riffing, nein, die Band ist wie ein Mann, eine Einheit. "Der Sound von October File ist das Resultat von vier Leuten, die einem Ziel verpflichtet sind: Musik zu kreieren, die nicht seicht ist", wie Ben bestätigt.

Dabei sitzen OCTOBER FILE, in diesem Falle glücklicherweise, zwischen allen Stühlen. Die Rotzigkeit des Punk, die Gradlinigkeit des Hardcore, die Durchschlagskraft des Metal gehen


hier eine zunächst verwirrende, später erschlagende und dann begeisternde Fusion ein.

Doch entgegen dem mlitaristischen anmutenden Covers, einer Kriegsszenerie mit muskelbepackten Soldaten, folgen OCTOBER FILE sehr bewußt dem Erbe der Musik, die sie geprägt hat. Lyrisch verarbeitet die Band höchst sozialkritische Themen, Kritik am Materialismus und genau in diese Richtung ist auch das Cover zu interpretieren. "Das Cover, die Vögel auf dem Arm des Soldaten symbolisiert, daß Krieg manchmal auch ein friedvolles Moment sein kann, daß wir manchmal kämpfen müssen, um Frieden zu erreichen".

Der Sprung vom ersten zum aktuellen Album ist dabei äußerst signifikant. Dort noch eine Band auf der offensichtlichen Suche nach ihrem eigenen Sound, mit einer vagen Vorstellung, hier eine Band, gereift, gefestigt, ihr kreatives, musikalisches Ziel fest vor Augen. Das spiegelt "Holy Armour..." perfekt wieder. Ein Brecher von einem Album, der ganz sicher binnen kürzester Zeit seinen Weg in die Gehörgänge heimischer Fans finden wird.

 
 Links:
  octoberfile.com
 
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