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The Arcane Order

Storie von: arne, am 24.12.2007 ]

Nachdem man die ersten Bandjahre ein wenig vertrödelt hat, legen die dänischen THE ARCANE ORDER nun umso schneller nach: Nur ein Jahr nach dem tollen ”The Machinery Of Oblivion” erscheint mit “In The Wake Of Collisions” bereits das Zweitwerk der Death’n’Thrasher um Mastermind Flemming C. Lund (Invocator, ex-Autumn Leaves).

 
Das Material des Albums spricht in erster Linie Metal-Heads an, die extremen und spritzigen Metal mögen. Doch darüber hinaus bestehen auch etliche Anknüpfungspunkte für Hörer anderer Richtungen. Denn die Songs der Dänen sind brutal und melodisch zugleich - mehr noch als auf der ersten Platte: „Erst vor kurzem habe ich mitbekommen, dass viele Leute unser Debüt gerade aus diesem Grund so mögen.”, so Flemming im Gespräch.

„Was ich besonders schätze, ist es, anders sein zu können und so aus der Masse hervor zu stechen. Und natürlich auch, für das, was ich tue, anerkannt zu werden. Schließlich möchte ja niemand ein Weirdo sein, der krasse Sachen schreibt, die aber niemand versteht. Es geht mir vor allem darum, andere Wege als das Gros der Songwriter zu gehen und so erfolgreich zu sein. Der Zuspruch zeigt, dass die Richtung stimmt.” Nochmals auf den Achtungserfolg von ”The Machinery Of Oblivion” angesprochen, äußert der Gitarrist eine Vermutung:

„Ich denke, wir sind deshalb aufgefallen sind, weil wir uns sehr stark auf die Lead-Gitarren konzentriert haben. Viele Bands vernachlässigen das heutzutage, was aus meiner Sicht eine Schande ist. Metal und Gitarren-Soli gehören einfach zusammen! Darüber hinaus haben wir auch davon profitiert, dass wir unsere Augen und Ohren offen halten und von den unterschiedlichsten Stilen und Bands inspiriert sind. Das ist die Basis unserer variablen Anlage. Und nicht zuletzt teilen wir ein gleiches Verständnis für Metal, sind seit einigen Jahren beisammen und aufeinander eingespielt.”

Die neue Platte “In The Wake Of Collisions” ist jedoch mehr als nur eine logische Fortführung des Debüts: „Zuallererst stellt das neue Album unter Beweis, dass wir uns als Band weiter entwickelt haben.”, sagt Flemming. „Ich gehe davon aus, dass es noch Einiges mehr an Aufmerksamkeit als unser Debüt erregen wird. Denn wir haben sowohl zu einem erkennbar eigenen Sound als auch noch breiterer Variabilität gefunden. Auch wenn es ein Klischee ist, komme ich nicht umher zu sagen: Es ist mein bislang bestes Werk als Musiker. Die erste Platte stand für eine Mischung aus Old School-Thrash und modern geprägtem Death. Die neue Scheibe ist längst nicht mehr nur durch diese Mischung zu beschreiben und bearbeitet ein weitaus größeres Feld. Damit dürften wir uns von vielen anderen Gruppen endgültig absetzen.”

Offensiv in den Wettbewerb

Die Dänen, die nebenher auch bei Raunchy, Nightrage, Hatesphere oder Submission beschäftigt sind, haben noch größere Anstrengung auf das Songwriting von “In The Wake Of Collisions” verwandt. Insbesondere die technische Komponente von THE ARCANE ORDER steht noch stärker im Vordergrund: „Mit der neuen Platte haben wir eigentlich dieselben Ziele wie mit der ersten verfolgt. Es ging uns darum, die Musik zu vertonen, die in uns ist, und uns dabei weder nach gängigen Konventionen noch aktuellen Trends zu richten. Darüber hinaus haben wir dieses Mal aber noch bewusster Wert darauf gelegt, Stücke zu schreiben, die mit keiner anderen Band da draußen vergleichbar sind und die deshalb für Furore sorgen werden. Es ist ja kein Geheimnis, dass wir uns in einem Genre bewegen, in dem der Wettbewerb sehr hart ist, auch wenn sich viele der Bands nur immer und immer wieder wiederholen. Das sollte uns nicht passieren. Auf unser Debüt haben wir zwar eine Menge positives Feedback erhalten, doch es gab auch einige Stimmen, die Originalit


ät vermissten. Eben das wollten wir mit “In The Wake Of Collisions” erreichen. Und ich denke, das ist uns gelungen.”

Das Zweitwerk von THE ARCANE ORDER steht für einen gesunden Kompromiss aus traditioneller Thrash-Schule, einer ordentlichen Kelle melodischen Death Metals sowie einem modernen Anspruch, der als Bindeglied fungiert. In seiner Gesamtheit erscheint das neue Material dabei einen Tick eingängiger: „Melodische Riffs und Songs schreibe ich bereits seit 1993, als ich meine erste Band gründete. Das ist für mich also nichts Neues.”, äußert sich Fleming. „Von jeher strebe ich danach, Melodie mit Komplexität und Aggression möglichst effektiv zu verbinden. Denn nur wenn das gelingt, kann wirklich interessanter und fesselnder Metal entstehen. So, wie er auf unserem Debüt oder mehr noch jetzt der neuen Platte zu hören ist. Dass unser Zweitwerk etwas moderner klingt, liegt sicherlich daran, dass der Hauptteil der Stücke für das erste Album bereits 1999 bzw. 2000 entstanden war. Damals bin ich noch weitaus stärker vom Thrash inspiriert gewesen. Inzwischen schlägt keine Spielart mehr überproportional durch. Wir legen uns selbst keine Schranken mehr auf und das eröffnet breite Möglichkeiten. Die strukturiertere und etwas extremere Anlage von “In The Wake Of Collisions” ist eine Folge davon.”

Harte Zeiten

Doch da ist noch mehr: „Nach den Aufnahmen des ersten Albums machte ich im Privaten eine harte Zeit durch.”, erläutert Flemming zu den Hintergründen der Entstehung des Zweitwerkes von THE ARCANE ORDER. „Das hat mich sowohl als Mensch als auch als Musiker verändert. Ein halbes Jahr lang habe ich keine Gitarre in Händen gehalten und erst ein Jahr nach den Aufnahmen von ”The Machinery Of Oblivion” konnte ich mit der Arbeit an einem Nachfolger beginnen. Als ich letztendlich startete, hatte sich mein Anspruch an Riffs und Harmonien verändert. Ich wollte auch etwas anderes machen, denn der alte Weg langweilte mich. Ganz bewusst bin ich neue Wege gegangen, was sich auszahlt. Den Stücken von “In The Wake Of Collisions” liegt ein veränderter Anspruch hinsichtlich Struktur und Vielschichtigkeit zugrunde. So sind heute u. a. auch offene Akkorde zu hören, die es in der Vergangenheit überhaupt noch nicht gegeben hat. Unsere Weiterentwicklung ist sowohl natürlich bedingt als auch durch den Wunsch zustande gekommen, uns nicht zu wiederholen. Inspiration haben wir uns allerdings eher im privaten Bereich und unseren Alltagserfahrungen denn bei anderen Gruppen gesucht. Vielleicht hört man aber hier oder da einige der Bands, die ich in den letzten Monaten verstärkt gehört habe: SYL, Cult Of Luna, Decapitated, Red Harvest, The Amenta, Scarve oder Voivod.”

Angesichts dieser Referenzen verwundert es nicht, dass die neue THE ARCANE ORDER weitaus technischer als das Debüt ausfällt: „Die technische Komponente ist uns sehr wichtig. Wir alle proben kontinuierlich, um noch besser zu werden. Denn auch, wenn man bereits jahrelang musiziert, kann man immer noch mehr erreichen. Man darf nur nicht aufhören, sich selbst immer wieder neu heraus zu fordern. Wenn man sein Instrument beherrscht, ist es einfacher, an seine Grenzen zu gehen und im Songwriting die Latte immer noch ein Stück höher zu legen. Sicherlich können viele Leute unheimlich schnell Gitarre spielen, doch die Herausforderung besteht darin, interessante und unterhaltsame Stücke zu schreiben.”

 
 Links:
  thearcaneorder.net
 
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