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Skeletonwitch

Storie von: arne, am 16.12.2007 ]

“Beyond The Permafrost“ markiert den Prosthetic-Einstand von SKELETONWITCH aus Athens, Ohio. Bereits das herrlich überzogene und klischeebeladene Cover- Artwork von John Dyer Baizley (u. a. Baroness oder Pig Destroyer) stimmt auf den traditionell geprägten und durch und durch metallischen Stils des Quintetts ein. Viel Bay Area-Thrash, eine Priese melodischen Death Metals, auch etwas Black Metal und eine gehörige Portion NAWOHM formen den jederzeit temporeich und explosiv klingenden Sound des Quintetts.

 
Sicherlich bedienen sich die Musiker allein bekannter Stilmittel und letztlich vorhersehbarer Songstrukturen, doch die Konsequenz und Durchschlagskraft, mit der SKELETONWITCH ihre Stücke geschrieben haben, spricht klar für sich. Zumal man beim Hören von “Beyond The Permafrost“ jederzeit das Gefühl hat, dass man diese sympathische Band gern haben und mit ihr Party feiern muss: „Seit einiger Zeit sind wir extrem beschäftigt. Die letzten fünf oder sechs Monate sind wir ununterbrochen unterwegs gewesen.“, erzählt der gut gelaunte Gitarrist Scott Hedrick im Gespräch.

„Es begann mit einer Tour mit Withered aus Atlanta. Dann folgten Nachtmystium, Municipal Waste und Toxic Holocaust. Im Moment sind wir an der Seite von Dying Fetus unterwegs. Unser neues Album “Beyond the Permafrost“ ist während der Tour mir Municipal Waste erschienen und bislang läuft es sehr gut für uns.“, so Hedrik weiter. Und es hat handfeste Gründe, dass SKELETONWITCH großes Interesse auf sich vereinen: Das spielerische Niveau insbesondere der beiden Gitarristen kann sich mit allen Genregrößen messen. Inspirationsquellen für die teils ausgiebigen Solo-Parts sind bei Iron Maiden, Judas Priest, Testament und frühen Metallica zu suchen, während die Band in ihrer Gesamtheit am ehesten als Mischung aus Three Inches Of Blood, The Black Dahila Murder, Trivium und vielleicht auch Dekapitator zu beschreiben ist. Das Release des neuen Longplayers über Prosthetic passt demnach ins Bild. Labelkollegen wie Lamb Of God oder Byzantine scheinen allemal verwandt:

„Es ist ein tolles Gefühl, endlich auf einem etablierten Label zu sein und eine vernünftig vertriebene Platte zu haben. Für uns ist es richtig aufregend, das neue Album auch in den großen Stores stehen zu sehen, denn das gab es in der Vergangenheit für uns nicht. Als wir einst mit SKELETONWITCH gestartet sind, hätten wir auch niemals erwartet, dass es jemals so weit kommen würde. “Beyond the Permafrost“ erscheint ja sogar bei euch in Europa und wir erhalten schon Einiges an positivem Feedback. Das erfüllt uns mit Stolz und wir können es kaum abwarten, auf Tour zu kommen. Im Frühling 2008 wird es wohl tatsächlich so weit sein.“

Für die Kooperation mit Prosthetic gab es dabei verschiedene Gründe, wie Hedrik berichtet: „Wichtig war uns, dass sie für ihre Bands hart arbeiten und sie sich entwickeln lassen, ohne Einfluss zu nehmen. Im Gegensatz zu einigen großen Metal-Labels signen sie auch nicht Unmengen an Gruppen, von denen sie die Hälfte nach nur einer Platte wieder ziehen lassen, wenn sie nicht genug verkaufen. Für uns als Band ist die Größe von Prosthetic perfekt. Ich kann den Chef jederzeit anrufen und mit ihm persönlich sprechen. Für eine produktive Zusammenarbeit ist das eine ideale Basis. Wenn wir härter an SKELETONWITCH arbeiten, tun sie es auch. So pusht eine Seite die andere und beide profitieren davon.“

Prominente Fans

An der Einstellung der Musiker aus Ohio hat sich über die Jahre nicht viel verändert: „Heavy Metal is still the law, und zuallererst sind wir bis heute Metal-Fans geblieben.“, formuliert es Hedrick. „Wir starteten SKELETONWITCH mit der Absicht, Stücke zu schreiben, die uns selbst begeistern oder zum Staunen bringen sollten. Das ist uns gelungen. Und es ist die beste Grundlage dafür, auch andere zu begeistern. Schließlich muss eine Band auch auf die Straße und touren. Das tun wir heute mehr denn je, auch wenn alles etwas komplizierter geworden ist, seit wir auf einem neuen Label sind und größere Touren spielen. Wir müssen längst die „Business-Seite“ des Geschäftes berücksichtigen, auch wenn man das nicht glauben mag. Das kann schon ziemlich anstrengend sein, wenn man sich eigentlich nur auf die Musik konzentrieren will. Wir wollen uns aber nicht beschweren. Wenn man sich umblickt, kommt man nicht umhin, festzustellen, dass wir als Band in dem, was wir tun, sehr viel Glück gehabt haben. Unabhängig davon, wie erschöpft, mittellos oder gestresst wir auch sind: Uns ist bewusst, dass wir einen der besten Jobs überhaupt haben. Dabei motivieren auch die kleinen Dinge nebenher. Letzte Nacht beispielsweise haben wir Pete Sandoval von Morbid Angel getroffen, der tatsächlich ein SKELETONWITCH-Shirt getragen hat und meinte, dass er auf unsere Band total abfährt. Das hat uns richtig umgehauen, schließlich ist er eine Legende. Von diesem Treffen werden wir noch Monate zehren.“

Der Ruf, eine tolle Metal-Band zu sein, eilt den Musikern voraus, auch wenn sich diese stilistisch nicht festlegen lassen: „Es scheint so, als hätten sowohl die Leute als auch


die Presse Probleme damit, uns in eine Kategorie zu packen. Das erweist sich als positiv, denn so erfahren wir eine Menge Aufmerksamkeit. Metal-Heads stellen fest, dass wir anders sind und das gefällt ihnen. Am Häufigsten werden wir mit dem Banner der “New Wave of Thrash Metal“ versehen, auch wenn die Journalisten sogleich anmerken, dass wir weitaus breiter aufgestellt sind. Wir selbst verstehen es als Kompliment, in eine Reihe mit Municipal Waste, Toxic Holocaust oder Merciless Death gestellt zu werden, doch wir fühlen uns nicht als Teil einer neuen Thrash-Welle. Die recht deutlichen Black und Death Metal-Einflüsse differenzieren uns in meinen Augen deutlich. So oder so sind wir für die Aufmerksamkeit, die wir erfahren, dankbar. Sofern wir eine Chance erhalten, dürften wir fast jeden Metal-Hörer für uns gewinnen, denn wir verbinden die besten Elemente unterschiedlicher Spielarten. Jeder findet in unseren Stücken etwas, das er mag. Das hat zur Folge, dass wir auf Tour stets ein bunt durchmischtes Publikum vor uns sehen. Mit noch größerem Stolz erfüllt es uns, wenn nach Shows Leute zu uns kommen und sagen, dass sie uns trotz der Tatsache mögen, dass sie sonst eigentlich keine Metal-Fans sind. Das ist uns in der letzten Zeit recht häufig passiert und das ehrt uns.“

Klare Prioritäten

Doch damit noch nicht genug: SKELETONWITCH ist es nach Gitarrist Scott Hedrick sogar geglückt, die eigene Vision eines optimalen Metal-Sounds umzusetzen: „Wenn es uns noch nicht gelungen ist, sind wir wenigstens sehr nah dran. Unseren Sound haben wir allerdings niemals geplant oder erzwungen. Alles hat sich natürlich und von unseren vielfältigen Einflüssen ausgehend entwickelt. Im Songwriting folgen wir stets dem, was sich richtig anfühlt. Für uns hat sich das als richtiger Weg erwiesen, also gehen wir ihn weiter. Wir sind lediglich fünf Typen, die gerne Metal spielen und in ihrer Freizeit jede Menge Thrash, Black und Death Metal hören. Unser Sound entsteht aus dem, was wir schätzen und selbst gerne hören. So einfach ist es.“

Beschäftigt man sich mit dem bisherigen Output des Quintetts, stellt man fest, dass man Hedrick zustimmen muss. Das gilt auch für seine Einschätzung hinsichtlich der ersten Prosthetic-Platte: “Beyond The Permafrost“ ist ein in allen Belangen starkes Album. Das beginnt bereits bei der Qualität die Aufnahme, die um Längen besser ist als beim Debüt. Wir haben dieses Mal mit Cory Smoot, der auch bei Gwar spielt, in den Karma Studios aufgenommen. Vor allem die Vocals von Sänger Chance profitieren davon, die auf der letzten Platte kaum zur Geltung gekommen sind. Vom musikalischen Standpunkt her ist das Material insgesamt reifer und letztlich auch fokussierter.“ Um dieses optimales Ergebnis zu erzielen, haben SKELETONWITCH klare Prioritäten gesetzt:

„Zunächst einmal haben wir darauf geachtet, alles in nur zehn Tagen fertig zu bekommen und das Budget nicht zu überziehen. Daneben haben wir natürlich alles dafür gegeben, unser Bestes zu geben und unser stärkstes Album einzuspielen. Um das zu erreichen, sind wir im Vorfeld bis an unsere Leistungsgrenze gegangen und haben so hart wie niemals zuvor gearbeitet. Alles haben wir dem großen Ziel untergeordnet. Um etwas mehr Geld für das Studio zu haben, sind wir in Richmond, Virginia nicht in ein Hotel gegangen, sondern haben im Freien gezeltet. Zehn Tage lang haben wir nichts anderes als tagsüber das Innere des Studios und nachts dunkle Wälder gesehen.“

Eine raue Lagerfeuer-Romantik scheint wie geschaffen für die Einflüsse auf den Sound von SKELETONWITCH, die wohl auf ewig dieselben bleiben werden: „Billiges Bier, 80er-Jahre-Thrash, 90er-Jahre-Death und jede Menge Black Metal. Wenn ich einige Band nennen soll, sind das: Mercyful Fate, Demolition Hammer, Immortal, Exodus, Anthrax, Testament, Death, Kampfar, Dissection, Overkill, Morbid Angel, Judas Priest etc. Wir streben gar nicht danach, uns weiter zu entwickeln. Das soll nicht arrogant klingen, aber wenn man versucht, sich bewusst zu verbessern, geht das meistens schief. Aus diesem Grund belasten wir uns damit erst gar nicht. Immer, wenn Bands Platten vorlegen, und erzählen, sie hätten sich unheimlich weiter entwickelt, haben mich die Songs enttäuscht. Mit SKELETONWITCH wollen wir nichts weiter, als Heavy Metal zu spielen und Spaß zu haben. Wir möchten den Hörern das Gefühl vermitteln, das auch wir hatten, als wir zum ersten Mal Metal gehört haben. Deshalb spielen wir aus dem Bauch heraus und versuchen nicht mehr zu sein, als wir sind. Und wir sind vor allem Fans geblieben.“

 
 Links:
  myspace.com/skeletonwitch
 
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